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Bürgerinitiative hat neue Doppelspitze

„Unding im Landschaftsschutzgebiet“ - Malerwinkel-Projekt empört „Rettet den Chiemsee“

Neue Vorstandschaft bei der BI Rettet den Chiemsee: (von links) Heidi Haunerdinger, Marion Uber, Werner Reinhard, Dr. Dirk Lupberger, die scheidende Vorsitzende Helge Holzer und Marie Therese Huber-Arpé.
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Neue Vorstandschaft bei der BI Rettet den Chiemsee: (von links) Heidi Haunerdinger, Marion Uber, Werner Reinhard, Dr. Dirk Lupberger, die scheidende Vorsitzende Helge Holzer und Marie Therese Huber-Arpé.

Die Bürgerinitiative „Rettet den Chiemsee“ hat eine neue Doppelspitze: Marie-Therese Huber-Arpe´ und Dr. Dirk Lupberger übernehmen den Vorsitz. Auf der Jahreshauptversammlung im Hafenwirt in Seebruck wurde auch das Thema „Rettet den Malerwinkel“ intensiv diskutiert. Der geplante Neubau eines großen Hotel- und Gaststättengebäudes am Chiemseeufer sorgt für Bedenken hinsichtlich der Landschaftsschutzgebiete.

Seeon/Seebruck – 1982 gründete die Prienerin Helge Holzer zusammen mit einer Gruppe engagierter Mitbürger die Bürgerinitiative (BI) „Rettet den Chiemsee. In die BI flossen bald weitere BIs, nämlich die BI zur Erhaltung des Chiemsee Westufers, die BI „Rettet den Geigelstein“, bei der unter anderem der verstorbene Landtagspräsident Alois Glück sehr engagiert dabei war, die BI zur Erhaltung der Kendlmühlfilzn, für die sich der frühere Agrarminister Gustav Starzmann stark gemacht hatte, sowie die BI zur Rettung der Alz. Bei der Jahreshauptversammlung im Hafenwirt in Seebruck trat Helge Holzer nicht mehr zur Wiederwahl an, um das arbeitsaufwändige Amt in jüngere Hände zu legen.

Malerwinkel erneut Thema

Die BI wird künftig von einer Doppelspitze geführt, was zuvor in einer geringfügigen Satzungsänderung einstimmig beschlossen wurde. Die beiden ersten Vorsitzenden sind Marie-Therese Huber–Arpe´, Rechtsanwältin aus Breitbrunn, und Dr. Dirk Lupberger aus Gollenshausen, Unternehmer und Rechtsanwalt in München.

Stellvertretende Vorstandsvorsitzende wurde Marion Uber aus Seebruck. Auch die bisherige dritte Vorsitzende Irmgard Beckelmann trat nicht mehr zur Wahl an. Zur neuen Schriftführerin wurde Heidi Haunderdinger aus Truchtlaching, gewählt, anstelle des nicht mehr kandidierenden Manfred Dederichs. Neuer Kassenwart ist Werner Reinhard, Seebruck, anstatt bisher Michaela Messerschmidt. Unter der Wahlleitung von Gerold Schwarzer wurde satzungsgemäß die fünfköpfige Vorstandschaft en bloc einstimmig gewählt. Großes Thema der Versammlung war das gemeinsame Anliegen „Rettet den Malerwinkel“. Deshalb fand vor der Jahreshauptversammlung ein Treffen am Chiemseeufer vor dem früheren Hotelrestaurant Malerwinkel statt, wo die Anwesenden noch einmal den unverbauten Zugang zum Chiemsee und die wunderbare Umgebung bei einem Glas Sekt genießen konnten. Helge Holzer sagte, die BI sei weder gegen eine Modernisierung noch eine moderate Erweiterung des Hotels und schon gar nicht gegen den Tourismus, aber es gelte wie bei allen Anliegen der BI das „Kapital“ – nämlich die noch weitgehend gesunde Natur – nicht zu gefährden und zu vernichten.

„Ein Unding im Landschaftsschutzgebiet“

Im Laufe der Versammlung gab Marion Uber einen Rückblick über die jüngere Geschichte des Hotelrestaurant Malerwinkel in Seebruck, das im Jahr 2020 an die Meine Volksbank Raiffeisenbank, die zweitgrößte Genossenschaftsbank in Deutschland, verkauft worden war. Die Bank sei eng liiert mit der Tourismus Group FTI. Beabsichtigt sei, den ganzen jetzigen Komplex abzureißen und ein riesiges Hotel- und Gaststättengebäude mit vier Etagen im oberen Preissegment zu errichten. Oberirdisch werde es fünfmal so groß wie jetzt, unterirdisch sei eine große Tiefgarage geplant. Das Hotel sei U–förmig zum See hin vorgesehen, die Fundamente gingen rund 20 Meter in die Tiefe. „Das alles im Landschaftsschutzgebiet ist ein Unding“, so Uber. Die Bürgerinitiative „Rettet den Malerwinkel“ sei 2023 entstanden und habe bisher durch eine groß angelegte Unterschriftenaktion wenigstens vorerst eine schnelle Umsetzung des Projekts verhindern können. Es gebe noch keine Baugenehmigung.

„Wir sind nicht gegen Veränderung“

„Wir sind nicht gegen Veränderungen“, so die Sprecherin der BI, aber der neue Bau müsse sich harmonisch und naturverträglich am sensiblen Chiemseeufer in die Landschaft fügen. Nach dem jetzt gültigen Bebauungsplan von 2012 wäre ein Bau von 700 Quadratmeter Größe und zwei Etagen genehmigt. Auf keinen Fall dürfe man einer Erweiterung des Baurechts zustimmen, so Uber. Demnächst finde eine Bürgerbeteiligung zu den Plänen statt. Zu den weiteren Anliegen der BI „Rettet den Chiemsee“ gaben eine Reihe ihrer Sprecher ebenfalls Statements ab. Den Abend schloss Josef Halbig mit einem kurzen Vortrag zum Thema „Quo vadis Chiemgau?“ ab, wobei er den Anwesenden seine Gedanken zur möglichen Entwicklung der Region Chiemsee vor Augen führte.

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