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Ermittlungen laufen trotzdem weiter

Stief-Oma (†91) doch nicht umgebracht: Traunsteiner Klinik-Mitarbeiterin wieder auf freiem Fuß

Der Haupteingang des Traunsteiner Krankenhauses.
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Likns der Haupteingang des Traunsteiner Krankenhauses (rechts Symbolbild).

Wurde eine schwerkranke 91-Jährige im Traunsteiner Krankenhaus mit Medikamenten umgebracht? Mutmaßlich aus Mitleid? Der Verdacht fiel im April auf ihre Stief-Enkelin, die als Pflegerin dort arbeitete. Sie musste sogar in U-Haft. Jetzt ist die junge Frau wieder auf freiem Fuß - doch Ermittlungen gegen sie laufen weiter. Wir haben die Hintergründe.

Traunstein - Der Schock fürs Krankenhaus war enorm: „Für die Kliniken Südostbayern und ihre Beschäftigten stellt das ein noch nie dagewesenes Vorkommnis dar“, sagte Kliniken-Sprecherin Gisela Bechmann im April noch gegenüber chiemgau24.de. Am 18. April wurde eine 26-jährige Pflegerin festgenommen. Der Vorwurf: Neun Tage zuvor soll sie ihre schwerkranke Stief-Großmutter im Alter von 91 Jahren getötet haben - mit einer Überdosis an Medikamenten, mutmaßlich aus Mitleid. Wegen Mordverdachts kam die junge Frau in Untersuchungshaft.

Es wird noch ermittelt - aber nur noch wegen Körperverletzung

Doch die Befürchtungen haben sich nicht bestätigt. Wie Oberstaatsanwalt Dr. Rainer Vietze gegenüber chiemgau24.de sagt, wurde die Pflegerin am 4. Juli wieder aus der U-Haft entlassen: „Ein ursächlicher Zusammenhang zwischen der Medikamentenabgabe und dem Tod lässt sich nicht mit erforderlicher Sicherheit nachweisen.“ Heißt aber auch: Dass die Pflegerin der 91-Jährigen Medikamente verabreichte, scheint für die Staatsanwaltschaft klar. Deshalb wird auch weiterhin gegen sie ermittelt, so Vietze. Jedoch nicht mehr wegen eines Tötungsdelikts, sondern wegen schwerer Körperverletzung.

Im Ermittlungsverfahren wurden Patienten-, Kranken- und Pflegeunterlagen der Verstorbenen beschlagnahmt und gutachterlich überprüft. Das Institut für Rechtsmedizin in München kam in zwei Gutachten vom 13. und 30. Juni zum Ergebnis, dass die 26-Jährige ihre Stief-Großmutter nicht umbrachte. Exhumieren und obduzieren ließ sich die Leiche da schon nicht mehr, da sie bereits eingeäschert war, klärt Oberstaatsanwalt Vietze auf.

Die Pflegerin ist aber bis heute vom Dienst suspendiert. Zu ihrem weiteren Verbleib in der Krankenhaus-Belegschaft wollen sich die Kliniken Südostbayern auf Nachfrage nicht äußern. Sie verweisen auf die laufenden Ermittlungen. Wann sie abgeschlossen sind, ist laut Staatsanwaltschaft noch nicht absehbar. (xe)

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