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Kreatives Nachfolgesuch

Ungewöhnliche Kleinanzeige: Seeoner GaLa-Betrieb sucht Nachfolge – so ist die Resonanz

Garten- und Landschaftsbauarbeiter im Einsatz beim Verlegen von Rollrasen.
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Geht bei der Suche nach seiner Nachfolge kreative Wege: Thomas Weistenfeld (Mitte) mit seinem Garten- und Landschaftsbaubetrieb.

Vor 35 Jahren machte sich Thomas Weistenfeld mit seinem Garten- und Landschaftsbetrieb selbstständig. So langsam denkt er ans Aufhören. Dazu fehlt aber eine gesicherte Nachfolge. Die will er jetzt bei Kleinanzeigen finden.

Seeon-Seebruck – Fahrräder, Wohnungen oder Möbel werden auf Kleinanzeigen inseriert. Oder auch eine ganze Firma, wie in der Anzeige von Thomas Weistenfeld. Er sucht eine Nachfolge für seinen Garten- und Landschaftsbaubetrieb (GaLa) in Seeon. „So ungewöhnlich finde ich den Schritt gar nicht“, findet Weistenfeld im OVB-Gespräch und stellt zur Erklärung die Frage nach den Alternativen: „Es gibt Agenturen, aber in die habe ich kein großes Vertrauen.“ Er habe schon viele Nachfolge-Gesuche in der Gastro- oder Franchise-Szene gesehen und gibt zu, „ein gestandener Handwerksbetrieb ist mir noch nicht untergekommen.“

Vor 35 Jahren machte sich Weistenfeld mit seinem GaLa-Betrieb selbstständig. Dabei war für ihn die Arbeit in und um Gärten eigentlich nur Nebenjob, um sich das Studium zu finanzieren. „Irgendwann wurde aus Beruf Leidenschaft“, blickt der 56-Jährige zurück. Das Maschinenbaustudium schloss er dennoch mit Diplom ab. Mit seiner Firma ist er auf Privatgärten spezialisiert, Chef Weistenfeld „zeichne und plane die Gärten, das macht mir am meisten Spaß“. Außerdem seien die Freiflächengestaltungspläne als Teil des Genehmigungsverfahrens sein Steckenpferd.

Von Seeon aus bis zu den Stadtgrenzen von München im Nordwesten bis Salzburg im Südosten und alles dazwischen ist dabei das Einzugsgebiet. Aktuelle Projekte sind das Studierendenwohnheim in Traunstein und ein Privatgarten am Tegernsee. Gerade Gärten am Hang oder anderen besonderen Herausforderungen stellt sich Weistenfeld, „Mauern, Steingärten, Pools und Teiche, so was mögen wir gerne“. Das Team besteht aus zehn Leuten.

Mit dieser Anzeige sucht Thomas Weistenfeld eine Nachfolge für seinen GaLa-Betrieb.

Weistenfeld hätte eine interne Nachfolgelösung bevorzugt. „In den vergangenen Jahren haben wir zwei junge Mitarbeiter ausgebildet, die wären von den Fähigkeiten absolut geeignet“, sagt der Handwerker. Der eine verlasse das Team aber bald zum Studieren. Der andere hätte den Betrieb gerne übernommen, bekam aus dem Heimatort aber ein Angebot, zusammen mit einem Freund eine Firma zu gründen und die Immobilien des elterlichen Handwerksbetriebs mitbenutzen zu können. „Das kann ich auch verstehen“, so der Ausbilder. Alle anderen sehen sich selbst nicht in der Lage, den Betrieb zu übernehmen.

Nachfolge eilt nicht – Idealprozedere schon im Kopf

Der Grund der jetzigen Suche ist nicht, dass er sofort alles abgeben möchte. „Bei mir ist es bis zur Nachfolge noch etwas hin. Aber über sowas macht man sich am besten schon paar Jahre vorher Gedanken. Denn wenn es so weit ist, dann ist es bereits zu spät“, sagt Weistenfeld. Im Idealfall stellt er sich das Prozedere so vor: „Ich finde einen Mitarbeiter oder Interessenten, dem ich meine Erfahrung aus fast 35 Jahren über einen Zeitraum von ein, zwei, drei, vier, fünf Jahren oder auch länger mitgeben kann. So könnte ich schrittweise Kompetenzen ab- und übergeben.“

Einer seiner beiden Söhne habe den Beruf auch gelernt, „bei einem lieb gewordenen Kollegen“. Weistenfeld: „Er kam aber irgendwann zu mir und sagte: ‚Papa, das ist nicht der Beruf, den ich meine Lebzeit machen möchte.‘ Und das habe ich auch so akzeptiert.“ Der andere Sohn studiere wie er selbst Maschinenbau.

Erste Rückmeldung und erstes Treffen

In der Anzeige formuliert der Gartenbauer seine Wünsche der Suche folgendermaßen: jung, engagiert und vertrauensvoll. Dazu eine abgeschlossene Berufsausbildung als Garten- und Landschaftsbauer und „ du Meister/in bist oder werden möchtest und dich gerne weiterbildest“. Ein weiterer wichtiger Faktor: „Du mit Leib und Seele Garten-Landschaftsbauer/in bist“.

Eine erste Nachricht gab es auch schon: „Aufgrund des Schriftverkehrs klangt das alles vielversprechend“. Ein erstes Gespräch gab es auch schon: „Es war interessant, für beide Seiten vielversprechend, jetzt warte ich auf Rückmeldung.“ Ausgang? Offen.

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