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Bürgerversammlung beim „Alten Wirt“

Liegewiese im Strandbad Seeon übersät von Gänsekot: Bürger fordern Lösungen

Das neue Feuerwehrhaus am Ortseingang von Seeon wird in den kommenden Monaten bezugsfertig sein. Die Einweihung des 4,7 Millionen Euro teuren Projekts ist Mitte Juni geplant.
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Das neue Feuerwehrhaus am Ortseingang von Seeon wird in den kommenden Monaten bezugsfertig sein. Die Einweihung des 4,7 Millionen Euro teuren Projekts ist Mitte Juni geplant.

In Seeon-Seebruck sorgt der Gänsekot der Kanadagänse am Seeoner See für Unmut bei den Bürgern. Bei einer Bürgerversammlung forderten Anwohner Maßnahmen zur Lösung des Problems. Doch das war nicht die einzige Beschwerde.

Seeon-Seebruck – Wo viel Gänse sind, bleibt auch viel Kot. Die Kanadagänse am Seeoner See fühlen sich dort sichtlich wohl, machen aber den Besuchern das Leben schwer. Die Liegewiese im Strandbad Seeon ist übersät von Gänsekot. Sehr zum Leidwesen von Marianne Daxenberger und Andreas Piroschka. Sie beklagten in der Bürgerversammlung beim „Alten Wirt“ in Seeon die unhygienischen Hinterlassenschaften auf der Badewiese. Zugleich forderten sie Bürgermeister Martin Bartlweber auf, das Gänsekot-Problem, etwa durch Vergrämen, zu lösen.

Bartlweber konnte nichts Konkretes versprechen, sicherte aber zu, dem Problem nachzugehen. Es sei nicht ganz einfach, zumal hier vor allem der Naturschutz eine wesentliche Rolle spiele, sagte Bartlweber.

„Lauter oids Graffe“

Das Gänsekot-Problem am Seeoner See, das Piroschka und Daxenberger anmahnten, ist seit Jahren immer wieder Thema in der Gemeinde. Kanadagänse gehören weltweit am häufigsten vorkommenden Gänse. Im Frühjahr fressen und fressen sie und hinterlassen sehr viel Kot. Im Sommer, wenn im Bad viel Betrieb ist, sei es nicht so gravierend, heißt es.

Piroschka kritisierte auch den momentanen Zustand des Seebades. „Das Bad ist ziemlich vergammelt, es liegt dort lauter oids Graffe rum und des ned erst seit gestern“, wetterte er. Nicht nur die Umkleidekabinen setzten Moos an, auch die Stufen runter zum See seien desolat. Zwei bis drei Schattenbäume täten auch nicht schaden, forderte Piroschka.

Matthias Linke, der auch die hohen Grundstückspreise kritisierte, störte sich zum wiederholten Mal am Zustand des ehemaligen Tagungshotels Scheitzenberg. Offenbar wird die „Ruine“ von Vandalen heimgesucht. Er forderte, das komplette Objekt abzureißen. Wie Bürgermeister Martin Bartl-weber dazu erklärte, befinde sich das Anwesen in Privatbesitz. Ein Rückkauf des Areals durch die Gemeinde, sei am Preis gescheitert.

„Viel zu viel“: Bedenken zu Personalkosten

Die Forderung eines Seeoner Bürgers, entlang der Weinbergstaße einen Seeuferkiesweg zu errichten, von dem auch der Tourismus profitieren würde, musste der Bürgermeister abwinken. Landschaftlich befinde man sich hier in einem Vogelschutzgebiet, was den Bau eines Weges erschweren oder gar unmöglich machen würde.

Der frühere Gemeinderat Josef Freiwang monierte die Personalkosten, die sich laut Kämmerei in den vergangenen fünf Jahren um ein Vielfaches erhöht haben. „Von 1,5 bis 2,5 Millionen Euro auf jetzt 3,5 Millionen Euro sei viel zu viel, zumal man auch durch die Zusammenlegung der Verwaltung Synergie-Effekte erzielen wollte. Er appellierte daran, die Personalkosten nicht ausufern zu lassen. Bartlwerber verteidigte die Personalkostenpolitik. Aufgrund des Fachpersonals, das dazu beisteuere, kleinere Planungen nicht an auswärtige Büros abzugeben, aber auch durch steigende Löhne, seien keine Einsparungen möglich.

„Was passiert mit dem alten Feuerwehrhaus in Seeon?“, wollte eine Mitbürgerin wissen. Das Gebäude soll nach dem Auszug der Feuerwehr in wenigen Monaten als Lagerplatz genutzt werden, teilte der Bürgermeister mit.

Der Neubau ist gerade im Entstehen. Für das 4,7 Millionen Euro teure Projekt am Ortseingang von Seeon, wurden im vergangenen Haushaltsjahr knapp 1,4 Millionen Euro ausgegeben. Nach Angaben des Bauamtsleiters Josef Heiß, laufen die Arbeiten planmäßig. „Wir sind mitten im Innenausbau und haben auch schon die Arbeiten für die Außenanlagen beauftragt.“ Die Einweihung des neuen Gebäudes ist für Mitte Juni dieses Jahres geplant.

In Seeon stehen auch zwei Baulandausweisungen an. Zum einen soll das in Planung befindliche Projekt „Seeon Dorf“ umgesetzt werden. Auf der rund 2,6 Hektar großen Fläche zwischen dem „Alten Wirt“, Wiesenweg und Truchtlachinger Straße, soll Bauland für verschiedene Wohnformen ausgewiesen werden. Ein weiteres Neubaugebiet ist in Roitham vorgesehen. Dabei handelt es sich um das Areal der früheren Gastwirtschaft „Gruber Alm“, das sich im Besitz der Gemeinde Seeon-Seebruck befindet.

Priorität habe aber das Projekt „Seeon Dorf“, sagte Bartlweber. Auch deshalb, weil es schneller umzusetzen sei als Roitham, zumal hier noch die Infrastruktur vorbereitet werden müsse.

„Seeon Dorf“ hat Priorität

Im Zuge der Vorplanung für das Projekt „Seeon Dorf“ waren die Bürger dazu aufgerufen, ihre Wünsche und Anregungen mit einzubringen. Bauamtsleiter Heiß bedankte sich hierfür bei allen, die sich am Workshop beteiligt haben. Auch der Gemeinderat habe sich in Klausuren speziell mit „Seeon Dorf“ beschäftigt, sagte Heiß. Die Verkehrssituation und eine sichere Durchwegung zur Schule, Kindergarten und Sportanlangen seien dabei vorrangig diskutiert worden. Auch sei es der Gemeinde sehr wichtig, dass der „Alte Wirt“ und sein Umfeld nicht eingeschränkt werden.

Die 2,6 Hektar große Fläche teilt sich auf in Einfamilien -und Doppelhäuser, die als Einheimischen Modell angeboten werden. In Sozial- und Altersgerechtes Wohnen sowie in neue Wohnformen. Ziel sei es, den Bebauungsplan Ende dieses, Anfang nächstes Jahres in Kraft zu setzen, so Heiß.

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