Aus dem Gemeinderat
Seeon-Seebruck verabschiedet Rekordhaushalt – Bleibt die Finanzlage trotzdem stabil?
Der Gemeinderat von Seeon-Seebruck hat einen Haushalt mit Rekordvolumen beschlossen. Vor allem die Ausgaben für Infrastruktur und Personal steigen. Bleibt die Finanzlage trotzdem stabil?
Seeon-Seebruck – Der Seeon-Seebrucker Gemeinderat hat den laufenden Haushalt einstimmig abgesegnet. Mit einem Gesamtvolumen von 23,8 Millionen Euro handelt es sich um ein neues Rekordvolumen, sagte Kämmerer Albert Lahner bei der Verabschiedung in der jüngsten Sitzun. Bürgermeister Martin Bartlweber (FW) sprach von einem „starken Haushalt“, in dem auch noch ausstehende Fördergelder enthalten sind. Die Haushaltssatzung tritt rückwirkend zum 1. Januar dieses Jahres in Kraft.
Ausgaben der Verwaltung steigen
Vom Gesamtvolumen stehen 13,4 Millionen Euro im Verwaltungshaushalt und 10,4 Millionen Euro im Vermögenshaushalt zur Verfügung. Nach Angaben der Kämmerei sei der Haushaltsplan unter den Vorzeichen starker Kostensteigerungen erstellt worden. Jedoch konnten auch höhere Einnahmeansätze gebildet werden, die überwiegen. Ein Ausgleich könne erreicht werden und die freie Finanzspanne habe sich verbessert. Sehr erfreulich sei, dass bei der Gewerbesteuer ein geringes Plus und bei der Einkommensteuer ein deutlich höherer Betrag angesetzt werden konnten. Zusätzliche kleinere Einnahmepositionen tragen zur guten Einnahmesituation bei.
Die Ausgaben im Verwaltungshaushalt, also des laufenden Betriebs, steigen kontinuierlich. Dies betreffe besonders die Unterhalts- und EDV-Kosten. Auch seien einige Liegenschaften, Objekte und Anlagen in der Gemeinde in die Jahre gekommen und bedürften eines erhöhten Sanierungs- und Unterhaltsaufwandes.
Davon betroffen sei auch die kommunale Infrastruktur zu. Besonders im Straßenunterhalt und der Abwasser- und Wasserversorgung werden auch künftig höhere Ausgaben fällig, heißt es im Vorbericht. Ein Kostensprung sei auch bei den Personalkosten zu verzeichnen. Grundsätzlich seien aber die Verhältnisse im Verwaltungshaushalt weiterhin geordnet. Die vorläufige Zuführung an den Vermögenshaushalt betrage 755.578 Euro und sei höher als die errechnete Zuführung des Vorjahres. Eine ordentliche Tilgung der Kredite im Vermögenshaushalt für das laufende Jahr sei sichergestellt und die Mindestzuführung werde erreicht. Laut den Berechnungen könne auch in 2026 mit einer Zuführung in den Vermögenshaushalt gerechnet werden.
Im Vermögenshaushalt konnten wieder eine Reihe von Investitionsmaßnahmen eingeplant werden. In der Gemeinde laufen kostenintensive Projekte, die an die Leistungsgrenze gehen. So sei die Gemeinde durch die Baukosten des neuen Feuerwehrhauses in Seeon und den gleichzeitig laufenden weiteren Investitionsmaßnahmen im Vermögenshaushalt finanziell stark belastet, hieß es. Die Kreditaufnahme von zwei Millionen Euro im Vorjahr sei ein deutliches Zeichen dazu.
Der Schuldenstand mit den laufenden Tilgungen wird am Jahresende voraussichtlich 6,26 Millionen Euro betragen. Die größte Einzelposition im Haushalt 2025 bildet der Ansatz des im Bau befindlichen Feuerwehrhauses in Seeon mit anteiligen Kosten von rund drei Millionen Euro. Die Gesamtkosten des neuen Feuerwehrhauses bewegen sich bei 4,9 Millionen Euro. Ein weiterer großer Posten wurde für den Breitbandausbau nach der Bayerischen Gigabit- Richtline eingeplant. Hierfür wurden für 2025 rund eine Millionen Euro mit entsprechenden Zuschüssen veranschlagt.
Für Straßensanierungen von verschiedenen Maßnahmen wurden 640.000 Euro eingestellt und für bauliche Maßnahmen der Wasserversorgung Seeon 250.000 Euro. 700.000 Euro wurden für das Hafengebäude Seebruck eingestellt. Dieser Betrag teilt ich auf in die Erneuerung des „Hafenwirt“-Daches mit PV-Anlage sowie für Elektro-Anlagen für Elektro-Boote. Zusätzlich zeichnen sich nach Angaben der Kämmerei weitere hohe Kosten für die Küche und die Elektroinstallation im „Hafenwirt“-Gebäude ab.
Für den allgemeinen Grunderwerb wurden eine Million Euro eingeplant. Der Ansatz für den Erwerb von beweglichen Anlagevermögen setzt sich aus mehreren Einzelpositionen zusammen: Der größte Ansatz betrifft verschiedene Anschaffungen für die Feuerwehren mit rund 142.000 Euro und das Fahrgestell für ein Fahrzeug der Feuerwehr Truchtlaching mit 73.000 Euro.
Entnahme aus der Rücklage
Als künftige Verpflichtungsermächtigung wurden die Kosten zum Ausbau der Pattenhamer Straße mit dem Geh- und Radwegbau aufgenommen. Wie mehrfach berichtet, soll die Baumaßnahme in Kooperation mit der Stadt Traunreut durchgeführt werden. Da sich die Baumaßnahmen voraussichtlich in die Jahre 2026/2027 erstrecken werden und die Aufträge dazu bereits früher vergeben werden, seien hierfür Verpflichtungsermächtigungen eingestellt worden, sagte Kämmerer Lahner. Um den erhöhten Finanzbedarf für das neue Seeoner Feuerwehrhaus schultern zu können, ist eine Entnahme der allgemeinen Rücklage in Höhe von 1,7 Millionen Euro vorgesehen.