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Prozess um tödliche Club-Schlägerei

Schlägerei vor Altöttinger Club: Angeklagte mehrmals wegen Körperverletzung vorbestraft

Haindl
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In der Tatnacht wurde der Türsteher des Altöttinger Clubs mit einem Bauchstich verletzt. Sein Bruder (r.) kam mit einem Stich in den Oberschenkel davon – steht nun aber wegen Totschlags vor Gericht.

Traunstein / Altötting – Der dritte Verhandlungstag im Prozess wegen der tödlichen Schlägerei vor einem Club in Altötting beginnt. Die Angeklagten zeigten sich reuig – Videoaufnahmen der Taten dokumentierten eine brutale Eskalation.

Übersicht

Update 12:00 Uhr – Angeklagte mehrmals wegen Körperverletzung vorbestraft

Als nächster Zeuge wurde ein Mann in den Saal gerufen, der am 12. Oktober 2024 selbst Gast in dem Altöttinger Club war. Seine ungarische Frau hatte bereits am zweiten Prozesstag ausgesagt. Vor der Tür sei das Pärchen mit den drei Ungarn ins Gespräch gekommen „Dann hieß es plötzlich, dass die nach Hause gehen müssen“, so der Zeuge. Weitere Informationen konnte ein LKW-Fahrer geben, der etwas später aussagte. Auch er war Gast in dem Lokal und hatte mitbekommen, dass die drei Ungarn vor dem Eingang des Clubs auf den Türsteher warteten, der ihnen etwas später Kleidung übergab.

„Dann ist es plötzlich zu einer Schreierei gekommen“, so der Zeuge. Die drei Ungarn seien stark alkoholisiert gewesen – auch die Kumpel des Türstehers, die sich nun wegen Totschlags verantworten müssen. Dann habe der Zeuge den 22-jährigen Ungarn mit einem Messer vorbeigehen sehen. „Wir waren am Parkplatz in der Tiefgarage und da ging er mit einem nicht so kleinen Messer an uns vorbei“, so der Zeuge und deutete die Länge der Klinge mit den Fingern an. In der Anklageschrift ist von einer 7 bis 8 Zentimeter langen Klinge die Rede. Der Ungar sei dann mit einem Auto weggefahren.

Im weiteren Verlauf des Prozesstages werden zahlreiche Dokumente verlesen, darunter auch die Vorstrafen der Angeklagten. So wurde der Bruder des Türstehers in dem Altöttinger Club, der nun wegen Totschlags vor Gericht steht, bereits wegen fahrlässiger und vorsätzlicher Körperverletzung verurteilt. Auch der zweite wegen Totschlags angeklagte Deutsch-Kasache hat bereits Vorstrafen – darunter auch vorsätzliche Körperverletzung. 

Der Prozess wird am 5. August fortgesetzt. Dann soll noch ein letzter Zeuge in dem Fall aussagen und das Urteil der Kammer gefällt werden.

*Namen von der Redaktion geändert

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Update 10:30 Uhr – Schlägerei vor Club startete mit einem Sturz über „messerscharfe Treppenkanten“

Der Prozess startete pünktlich und erneut haben sich einige Zuschauer im Gerichtssaal eingefunden. Als erster Zeuge wurde der sachbearbeitende Kriminalbeamte aus Mühldorf aufgerufen. Seine Befragung fiel jedoch kurz aus: Es ging vorrangig um zwei Zeugen, die bis heute nicht identifiziert werden konnten. Einer der beiden hatte die Tat in der Nacht vom 12. auf den 13. Oktober wohl mit seinem Handy gefilmt und wurde auch von den Überwachungsvideos aufgezeichnet. Trotz zahlreicher Vernehmungen konnten weder zu ihm noch zu einem weiteren Zeugen Angaben gemacht werden.

Anschließend wurde ein weiterer Kriminalbeamter in den Zeugenstand gerufen. Auf Frage von Rechtsanwalt Hanns Barbarino, der den wegen Totschlags angeklagten Bruder des Türstehers verteidigt, bestätigte er, dass die Treppenstufen im Eingangsbereich des Altöttinger Clubs „messerscharfe Kanten“ hätten. Zu Beginn der Schlägerei waren die ungarischen Clubgäste dort auf den Security-Mitarbeiter losgegangen, was zu einem Sturz der Männer führte.

Dann wurde ein Kriminalbeamter von der Spurensicherung befragt. Er war bei der Sicherung von Beweisen im Hotelzimmer der drei Ungarn und konnte unter anderem von einer verdächtigen blutähnlichen Substanz auf einem Kissen berichten. Ansonsten wurden auch Betäubungsmittel in einer Schublade gefunden. Bei der Suche nach der Tatwaffe des 22-jährigen Ungarn, einem Klappmesser – wurde die Polizei wohl nicht fündig. 

*Namen von der Redaktion geändert

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Vorbericht – Club-Schlägerei in Altötting: Ungar wollte angeblich keinen Kampf – wenig später war er tot

Der Prozess um die tödliche Schlägerei vor einem Club in Altötting wird am Landgericht Traunstein fortgesetzt. Angeklagt sind drei Männer – zwei von ihnen wegen Totschlags, der dritte wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung. Bereits zum Auftakt des Prozesses am 8. Juli hatten sich alle drei Angeklagten geständig gezeigt. Das spätere Opfer, ein 41-jähriger Ungar, war infolge massiver Faustschläge und Tritte gegen den Kopf im Krankenhaus gestorben. Die Taten wurden von mehreren Überwachungskameras aufgezeichnet, deren Aufnahmen eine extrem gewalttätige Auseinandersetzung zeigen, bei der auch noch auf am Boden liegende Personen eingeschlagen wurde.

Gewalt vor Club: Drei Männer angeklagt

Am zweiten Verhandlungstag wurden zahlreiche Zeugen angehört – darunter auch einer der drei Ungarn, der als neuer Nebenkläger im Prozess erschien. Er schilderte, wie er mit seinen beiden Kollegen den letzten gemeinsamen Arbeitstag feierte. Die Betreiberin des inzwischen geschlossenen Clubs sagte aus, dass die drei Ungarn wegen lautem und aggressiven Verhaltens aus dem Club verwiesen worden seien. Zurück im Hotel habe der an den Folgen der Schlägerei verstorbene Peter* (Name von der Redaktion geändert) bemerkt haben, dass er Kleidung im Lokal vergessen hatte.

Aus diesem Grund seien die drei Ungarn zurück zum Club gegangen, wo Peter* wegen seiner vermissten Kopfbedeckung in Streit mit dem Türsteher geriet. Laut der Clubbesitzerin soll Peter* immer wieder versucht haben zu deeskalieren, doch es ging alles wohl recht schnell. Als es wegen des Gerangels im Eingangsbereich zu einem Sturz, die Treppen hinab kam, eilten der Bruder des Türstehers und einer seiner Kumpel zu Hilfe. Auf dem Weg zur Tiefgarage kam es dann zur Schlägerei zwischen den beiden Gruppen.

Sieben Minuten, die alles veränderten

Ein Mitarbeiter des Clubs sagte, er habe beobachtet, der angeklagte Ungar Attila* (22), ein Messer gezogen und dem Türsteher in den Bauch gestochen habe. Wenige Minuten später traf er auch dessen Bruder mit einem Stich in den Oberschenkel. Aus den Videoaufnahmen ist daraufhin eine Eskalation der Schlägerei ersichtlich: Das Kerngeschehen dauerte insgesamt zwar „nur“ sieben Minuten – doch die Brutalität, mit der Schläge und Tritte ausgeteilt wurden, war massiv. Zwei der Ungarn wurden dabei bewusstlos geschlagen, darunter der 41-jährige Peter, der nur wenige Stunden später an den Folgen der Verletzungen verstarb.

Am dritten Prozesstag soll nun die Beweisaufnahme fortgesetzt werden. Außerdem werden noch die Gutachten der Rechtsmedizin erwartet. Mit einem Urteil kann erst am 5. August gerechnet werden.

*Namen von der Redaktion geändert

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