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Drei Varianten diskutiert

Sanierung oder Neubau? So soll es mit dem Kindergarten St. Veit in Marquartstein weitergehen

Wie ist es um die Zukunft des Kindergartens St. Veit bestellt? Soll er saniert oder doch gleich neu gebaut werden?
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Wie ist es um die Zukunft des Kindergartens St. Veit bestellt? Soll er saniert oder doch gleich neu gebaut werden?

Der Gemeinderat von Marquartstein diskutiert über die Zukunft des Kindergartengebäudes St. Veit. Während einige Mitglieder eine Sanierung befürworten, plädieren andere für einen Neubau. Die Entscheidung wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst.

Marquartstein – In der aktuellen Sitzung des Gemeinderates ging es um die Entscheidung, wie mit dem Kindergartengebäude St. Veit weiter verfahren wird. In einer vorangegangenen Sitzung war der Rat über eine Analyse des Gebäudezustands durch das mit der Tragwerksplanung beauftragte Ingenieurbüro Enzwieser informiert worden. Die Kernaussage war, dass das Gebäude gut bis sehr gut für eine Sanierung geeignet wäre.

Sanierung und Erweiterung oder doch Neubau?

Im Vergabeverfahren der Architektenleistungen hatte der Vorschlag der Planungsgruppe Strasser aus Traunstein zur Sanierung und Erweiterung des Bestandes am meisten überzeugt. Jedoch war im Verfahren durch eines der teilnehmenden Büros die Sanierung inklusive der dazu notwendigen, sehr kostenintensiven Zwischenunterbringung in Containern nochmal in Frage gestellt worden. Der konkrete Vorschlag sah einen zweigeschossigen Neubau im westlichen Teil des Gartengrundstückes während des laufenden Kindergartenbetriebes vor.

Nach Fertigstellung des Neubaues würde das bestehende Kindergartengebäude abgebrochen und die gewonnene Fläche als Spielgarten genutzt. Damit wäre nur ein Umzug vom Bestand in das neue Gebäude, kein Containerbau und insgesamt weniger Grundstücksfläche notwendig.

Der Bau- und Umweltausschuss hatte daher empfohlen, dass die Verwaltung in Zusammenarbeit mit der Planungsgruppe Strasser GmbH eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung zur Sanierung mit Erweiterungsbau, sowie zu einem auf die vorgeschlagene Weise erstellten Neubau durchführt. Dieses Ergebnis stellte Simon Bauer vom Büro Planungsgruppe Strasser GmbH in der aktuellen Gemeinderatssitzung in drei unterschiedlichen vor:

Drei mögliche Varianten vorgestellt

Einen „Ersatzneubau V 1“ aus dem Vorschlag im Vergabeverfahren, der mit nur 736 Quadratmetern Fläche als zu klein bewertet wurde, einen „Ersatzneubau V 2“ nach bedarfsgerechtem Raumprogramm mit 942 Quadradmetern und die Variante 3 „Sanierung“ mit 1002 Quadratmetern Flächenumbau, die auch eine temporäre „Container-Lösung“ mit 700 000 Euro Mehrkosten erforderlich machen würde. Simon Bauer stellte die drei Varianten mit Skizzen und Plänen detailliert vor und erläuterte die Vor- und eventuellen Nachteile der einzelnen Angebote.

Mit dem Plan für die Variante 3 der Sanierung und Erweiterung zeigte er auch etliche Details, wie zum Beispiel einen neu überdachten Eingangsbereich, die Schaffung von je einem Garderobenbereich für die Kinderkrippe und den Kindergarten, wodurch eine einfachere Möglichkeit zur Nutzung der Gartenfläche besteht, sowie eine sinnvolle Raumaufteilung.

In der anschließenden Diskussion war Bürgermeister Andreas Scheck, BfM, der Meinung, dass die Größe in der Variante 1 zu knapp ist, was ihm durch ein Gespräch mit den Kindergartenmitarbeitern bestätigt wurde. Bei der Variante 3 sah er die erheblichen Zusatzkosten durch die Container-Lösung, wofür es aber eine eventuelle Lösung geben würde, durch den Kauf von gebrauchten Containern aus Übersee.

Einen gewissen Unsicherheitsfaktor sah er bei der Übernahme des Grundstückes von der Katholischen Kirchenstiftung. Durch einen Personalwechsel in der zuständigen Abteilung der Diözese habe man die Verhandlungen über den Erbbaurechts-Vertrag noch nicht komplett abschließen können. Unter diesem Aspekt hätte eine Variante mit geringerem Grundstücksbedarf möglicherweise Vorteile. Er habe aber trotzdem den Eindruck gewonnen, dass man mit der Kirche als Träger weiterhin gut und auf Dauer zusammenarbeiten könne.

Christian Dögerl, CSU, sah das als einen bedenklichen Faktor an. Manfred Hollmann, CSU, fragte, ob der Neubau der Variante 2 noch erweiterbar wäre. Simon Bauer sah hier wegen der gedrehten Anordnung des Gebäudes weniger Möglichkeiten als bei der Variante Sanierung, wo man leicht weiter in Richtung Westen anbauen könnte.

Martin Riedl, CSU, befürwortete einen Neubau und befürchtete in dem alten Gebäude mögliche Überraschungsfaktoren und fand auch die Container-Lösung als eine Belastung für die Kinder.

Ganz anderer Meinung war Claudia Kraus, Grüne/Offene Liste, sie sah es unter der Perspektive der Umwelt, der Einsparung von Ressourcen und der Vermeidung von Abfall und sprach sich klar für die Sanierung aus. Sie war froh, dass die Gemeinde in der guten Lage ist, diese Lösung zu ermöglichen. Sie forderte dazu auf, auf die Wissenschaft zu hören und die Umwelt zu berücksichtigen und sah die Sanierung als Alternativlos an.

Neubau „wie aus der Zeit gefallen“

Klaus Hell, BfM, pflichtete ihr bei und fand einen Neubau „wie aus der Zeit gefallen“ an. Andreas Scheck bestätigte, dass es ein komplexes Thema ist und eine schwierige Entscheidung gefällt werden muss, in der die monetären, ökologischen und pädagogischen Faktoren Berücksichtigung finden müssen. Auch er tendierte zu der Sanierung mit Erweiterungsbau und meinte, dass die Kirche an der Trägerschaft festhalten wird.

Christian Dögerl, CSU, fand den Plan ideal und meinte, dass die aufgeführten Möglichkeiten mit einem Neubau nicht zu erreichen wären. Roland Polleichtner, BfM, meinte, dass er von Anfang an für eine Sanierung war und glaubte, dass nach diesem Plan, der Kindergarten schöner als jetzt werden würde.

Simon Bauer bestätigte dazu, dass die Mitarbeiter des Kindergartens erleichtert waren, als sie ihre Vorstellungen in dem Plan wiederfanden. Bei einem Neubau würde auch durch die Gebäudetiefe weniger natürliche Belichtung da sein. Josef Moritz, CSU verwies auf die Anordnung eines Funktionsraumes im alten Keller des Kindergartens, die er ablehnte und für einen Neubau plädierte. Katja Kink, BfM, fand die Renovierung besser, besonders gefiel ihr, dass dabei die verschiedenen Betreuungsgruppen besser abgegrenzt werden können, auch die „Schleusen für die Garderobe“ fand sie als geniale Lösung.

Bei der Beschlussfassung stimmten zehn Gemeinderäte für eine Sanierung mit Erweiterungsbau und vier dagegen.

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