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Sicherheit das Thema

Knackpunkt Krake: Kann das Bergener Naturschwimmbad öffnen?

Das Naturschwimmbad in Bergen.
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Das Naturschwimmbad in Bergen.

Eigentlich soll das Bergener Freibad am 29. Mai öffnen. Doch das es gibt Hindernisse in Sachen Sicherheit, die jetzt Thema im Gemeinderat waren.

Bergen - Einen Badebetrieb zu ermöglichen, hat in Bergen oberste Priorität. Fraglich ist nur wie. Es mangelt an einer Badeaufsicht und ohne diese muss es ein umfangreiches Sicherheitskonzept geben, das bis zur nächsten Badesaison umgesetzt sein sollte. Anderenfalls darf das Schwimmbad nicht öffnen.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde lange diskutiert. Nun soll parallel zur Ausarbeitung eines Sicherheitskonzepts auch eine Badeaufsicht gesucht werden. Das Sicherheitskonzept legt dar, wie ohne Badeaufsicht der Betrieb des Schwimmbads ermöglicht werden kann, informierte Bürgermeister Stefan Schneider.

Konzept ohne Badeaufsicht?

In der letzten Badesaison haben viele Leute mitgeholfen und die Badeaufsicht übernommen. Doch in diesem Jahr, so teilte der Rathauschef mit, müsse es ein Konzept ohne Badeaufsicht geben, da die beiden Aufsichtspersonen, die im vergangenen Jahr die Aufgabe übernommen hatten, nicht mehr zur Verfügung stehen. Ein grober Entwurf eines Sicherheitskonzepts wurde bereits erarbeitet. Dieses müsse noch vor der Badesaison umgesetzt sein.

Wichtig sei, so Schneider, deutlich zu machen, dass es keine Badeaufsicht gebe. Eine entsprechende Beschilderung ist erforderlich. Der Besuch des Bades erfolgt dann eigenverantwortlich und Eltern müssen auf ihre Kinder achten. Auch versuchte der Rathauschef hinsichtlich Haftung von Bürgermeister und Gemeinderäten zu beruhigen. Es müsse einen Beschluss geben, eine Hausordnung und eine entsprechende Beschilderung.

Müssen Gemeinderäte haften?

Die Zeit drängt, denn die Öffnung des Bades ist für den 29. Mai geplant. Klaus Frank (Grüne Liste) begrüßte den Entwurf des Sicherheitskonzept und Erika Strätter (SPD) fragte nach einer Haftpflicht der Gemeinderatsmitglieder. Laut Geschäftsführer Andreas Schultes gebe es eine Gemeindehaftpflichtversicherung, die jedoch keine persönliche Haftung der Räte übernimmt.

Ihm, so Bürgermeister Schneider, gehe es ums strafrechtliche Grundprinzip. Solange Vorsätzlichkeit und Fahrlässigkeit ausgeschlossen werden können, sei man auf der sicheren Seite. „Wir werden nie absolut jedes Risiko ausschließen können“, so Schneider. Gefragt nach dem weiteren Prozedere, informierte Schneider, dass das Sicherheitskonzept der Versicherung vorgelegt und eine Gefährdungsanalyse erstellt werden müsse. Vor allem der luftgefüllte Krake wie auch die Rutsche müssen genau geprüft werden.

Gefährdungsanalyse nötig

Sicherheitskonzept und Gefährdungsanalyse seien unterschiedliche Untersuchungen. Wichtig ist, so der Rathauschef frühzeitig und umfassend aufzuklären, dass es keine Badeaufsicht gebe. Dies müsse auch den Gästen kommuniziert werden. Andi Auer (Grüne Liste), betonte, dass zur Beurteilung der Gefährdung auch der sicherheitstechnische Dienst hinzugezogen werden solle. Dies unterstützte Sabine Babl (SPD).

Auch externe Personen sollen das Konzept prüfen. Seine Bedenken meldete Sepp Gehmacher (CSU) an, der einen Badebetrieb ohne Aufsicht kritisch betrachtete. Die Spielgeräte zu entfernen, sei für ihn undenkbar. Schneider betonte, dass es kein Personal hierfür gebe. Einen Kümmerer vor Ort, der die Wasserqualität, Becken und Toiletten prüft, wird es schon geben, nicht aber eine Badeaufsicht rund um die Uhr.

Krake und Rutsche entscheidend

Der Knackpunkt im Sicherheitskonzept seien die Spielgeräte wie Krake und Rutsche, so Schneider. Dies sah Toni Rechenmacher (CSU) ähnlich. Für ihn ist ein sicherer Badebetrieb ohne Aufsicht nur ohne diese Spielgeräte möglich. Der Begriff Schwimmbad suggeriere für sie, Sabine Babl, dass hier eine Aufsicht und somit eine gewisse Sicherheit vorhanden ist.

Die Verantwortlichkeiten mischen, also einmal eine Badeaufsicht zu haben und dann wieder nicht, funktioniere, so der Rathauschef, nicht. Den Gästen müsse bewusst sein, dass es keine Aufsicht gebe. Personal für 90 bis 100 Öffnungstage zu erhalten, sei wenig aussichtsreich. Zudem müsste diese Aufgabe vier bis fünf Leute übernehmen, damit das Bad mehr als sechs Stunden täglich und sieben Tage die Woche geöffnet werden kann.

Suche nach Bademeister

Herbert Berger (ÜW) schlug vor, das Sicherheitskonzept auszuarbeiten und dennoch parallel nach einem Bademeister zu suchen. Moritz Beyreuther (Grüne Liste) regte zudem an einen Defibrillator am Schwimmbad zu stationieren. Er fügte hinzu, dass die Wasserwacht weiterhin an den Wochenenden da sein werde, aber keine Badeaufsicht übernehme. Einstimmig entschied nun der Rat ein Sicherheitskonzept auszuarbeiten. Mit zwei Gegenstimmen, von Bürgermeister Schneier und Lorenz Knirsch (CSU) entschied der Rat parallel auch nach einer Badeaufsicht zu suchen.

Das gesuchte Wasseraufsichtspersonal sollte das silberne Abzeichen eines Rettungsschwimmers haben. Dieser trägt die Verantwortung für die Sicherheit der Badegäste. Geeignet sind hierfür Rentner, aber auch Studenten und Schüler über 18 Jahren, die in den Sommermonaten nach einem Ferienjob suchen. Diese können sich gerne im Bergener Rathaus melden.

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