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126. Fischerjahrtag

Quagga-Muschel macht Sorgen: So viele Tonnen Fisch holten die Berufsfischer aus dem Chiemsee

Die Fischereigenossenschaft Chiemsee hat eine positive Fangbilanz gezogen.
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Die Fischereigenossenschaft Chiemsee hat eine positive Fangbilanz gezogen.

Die Fischereigenossenschaft Chiemsee hat ihren 126. Fischerjahrtag auf der Fraueninsel abgehalten und dabei eine positive Fangbilanz gezogen. Gleichzeitig bereitet das Auftreten der Quagga-Muschel den Berufsfischern Sorgen.

Chiemsee – Im Beisein zahlreicher Ehrengäste hielt die Fischereigenossenschaft Chiemsee ihren 126. Fischerjahrtag auf der Fraueninsel ab. Das offizielle Programm begann traditionell mit dem Kirchenzug, der von der Blaskapelle Prien und den Fahnenabordnungen der Fischereigenossenschaft und des Anglerbundes Chiemsee angeführt wurde.

Schwierigkeiten meistern

„Es ist schön, dass Sie Ihren Fischerjahrtag immer mit einem Gottesdienst und dem Gedenken an die verstorbenen Mitglieder beginnen“, sagte Pfarrer Andreas Przybylski zu Beginn der Messe. Im festen Glauben an Gott würden die Fischer auch in Zukunft alle Herausforderungen und Schwierigkeiten meistern. In den Fürbitten baten die Fischer unter anderem um den Segen für ihre Arbeit und dafür, dass Gott den Menschen ein gutes Gespür für die Schöpfung und die Wunder der Natur gebe. Das anschließende Totengedenken fand wetterbedingt in der Kirche statt. Vorsitzender Florian Kirchmeier verlas dabei die Namen der verstorbenen Chiemsee-Berufsfischer, die sich um die Fischerei und die Genossenschaft verdient gemacht hatten.

Zu Beginn des traditionellen Fischerjahrtages der Fischereigenossenschaft Chiemsee auf der Fraueninsel bewegte sich der Kirchenzug zum Münster.

In der anschließenden Versammlung im Gasthof und Hotel „Zur Linde“ ließ Vorsitzender Kirchmeier zunächst das vergangene Fischereijahr Revue passieren. Ihm zufolge hatten die 16 Chiemsee-Berufsfischer im vergangenen Jahr 91.281 Kilogramm Fisch gefangen, was einem Gesamtertrag von 11,41 Kilogramm pro Hektar entspricht. 71.840 Kilogramm entfielen dabei allein auf die Renke als wichtigsten Wirtschaftsfisch. „Nach dem Pfingsthochwasser ist der Renkenfang konstant angestiegen“, erinnerte Kirchmeier. Das Herbsthochwasser habe diese erfreuliche Entwicklung noch verstärkt. Am Ende verzeichnete man eine Steigerung des Renkenertrags gegenüber 2023 um 18.274 Kilogramm.

Mit 3400 Kilogramm „gut gewesen“ sei der Hechtfang. Der Hecht sei für ihn und seine Kollegen ein wichtiger Wirtschaftsfisch, der die Produktpalette erweitere, so der Vorsitzende. Die beiden Hochwässer hätten auch die Fangergebnisse beim Aal begünstigt. „Der Brachsenbestand hat sich Gott sei Dank wieder gut erholt“, freute sich Kirchmeier. Auf einem guten und stabilen Niveau befinde sich der Zanderfang. Auch Schratzen (Barsche) seien genügend im See vorhanden und die Nachfrage sehr hoch. Seeforellenbrut und Eimaterial bezog man für 10.000 Euro aus Scharfling am Mondsee und setzte es an den früheren Laichplätzen an der Tiroler Ache bis Schleching aus. „Ich hoffe, dass wir dies auch im nächsten Jahr fortsetzen können und wir bald einen Erfolg der Maßnahmen feststellen“, so Kirchmeier.

Eine Erfolgsgeschichte ist ihm zufolge die Renkenlaichfischerei: „Wir bekamen 780 Liter Renkenlaich zusammen und daraus sind circa 660 Liter oder 46 Millionen Renkenbrut geschlüpft.“ 2,5 Millionen Renken habe man dann in den eigenen Netzgehegen vorgestreckt und den Rest großflächig im See verteilt. Auch circa 1,2 Millionen Hechtbrut wurden ausgesetzt. Bei den Züchtern kaufte man 2024 für 72.000 Euro Glasaale, Zander, Maränen und Seeforellen als Besatzmaterial.

Kirchmeier sprach am Ende seines Berichts von „immer größer und vielfältiger werdenden Herausforderungen“ für den eigenen Berufstand. „Erst der Kormoran, dann der Fischotter, der besonders unseren Kollegen in der Teichwirtschaft zusetzt, und jetzt auch noch die Quagga-Muschel.“ Im Herbst 2024 erstmals am Chiemsee nachgewiesen, bereitet diese den Fischern zunehmend Sorgen.

„Mehr als eine Wirtschaftsgemeinschaft“,

„Wir sind sehr dankbar, dass es die Chiemseefischer gibt, die diesen herrlichen Lebens- und Kulturraum mit Leben erfüllen“, so der Rosenheimer Landrat Otto Lederer. Er lobte die hochwertigen Lebensmittel und die nachhaltige Fischerei.

„Kommt’s zu uns, denn nur zusammen sind wir stark und können politisch was bewegen“, appellierte der Präsident des Landesfischereiverbandes Axel Bartelt. Die Fischereigenossenschaft sei „mehr als eine Wirtschaftsgemeinschaft“, so der Bezirkstagspräsident von Oberbayern, Thomas Schwarzenberger. Die Chiemseefischer zeigten ihm zufolge vorbildlich, wie moderne Fischerei im Einklang mit der Natur funktioniere.

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