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Von Samstag auf Sonntag (30. März)

Zeitumstellung: Warum sie Leute nervt und Tiere verwirrt – Experten aus der Region klären auf

Von Samstag auf Sonntag (30. März) wird die Uhr umgestellt. Rund 70 Prozent der Deutschen halten die Zeitumstellung für überflüssig und sprechen sich für eine Abschaffung aus.
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Von Samstag auf Sonntag (30. März) wird die Uhr umgestellt. Rund 70 Prozent der Deutschen halten die Zeitumstellung für überflüssig und sprechen sich für eine Abschaffung aus.

Die Zeitumstellung ist für viele ein Graus, manch andere freuen sich über die längeren Sommerabende. Warum die Umstellung nicht nur Menschen betrifft, sondern auch Folgen für das Tierreich hat, wissen die beiden Landwirte, Sepp Baumann aus Wasserburg und Sepp Andres aus Pfaffing.

Pfaffing/Wasserburg – Man hört die Leute schon fast stöhnen: Die Zeitumstellung naht. Von Samstag auf Sonntag (30. März) werden die Uhren von 2 auf 3 Uhr umgestellt. Für viele ist es ein Graus, zahlreiche Bürger leiden im Frühjahr unter der fehlenden Stunde. Laut dem Statistik-Portal Statista halten rund 70 Prozent der Deutschen die Umstellung auf die Sommer,- beziehungsweise Winterzeit für überflüssig und sprechen sich für eine Abschaffung aus. Nicht wenige würden infolgedessen auch über Probleme wie Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten oder depressive Verstimmungen klagen. Auch Herzbeschwerden nehmen in dieser Zeit zu, wie die Krankenkasse DAK-Gesundheit in einer Analyse festgestellt hat.

Mensch und Tier von Zeitumstellung betroffen

Laut dem ADAC leiden manche sogar unter einem „Mini-Jetlag“, der bis zu sieben Tage oder länger andauern kann. Müdigkeit, eingeschränkte Aufmerksamkeit oder verlangsamte Reaktion am Steuer können die Folge sein, so der Automobil-Club. Um die innere Uhr wieder ins Gleichgewicht zu bringen, könnten Bewegung und Sport helfen, um schneller wieder fit zu werden, rät die Organisation.

Von Samstag auf Sonntag (30. März) wird die Uhr umgestellt. Rund 70 Prozent der Deutschen halten die Zeitumstellung für überflüssig und sprechen sich für eine Abschaffung aus.

Doch nicht nur die Bürger, auch das Tierreich ist von den Folgen der menschengemachten Zeitumstellung betroffen – wie auf dem Bauernhof von Sepp Baumann. An die Umstellung würde er seine Kühe aber „nicht lange“ gewöhnen. Er mache es „kurz und schmerzlos“. „An diesem Tag bin ich eben eine Stunde früher oder später dran“, erklärt der Stadtrat und Landwirt aus Wasserburg. Das sorge zwar für eine kurze Verwirrtheit bei den Tieren, seiner Erfahrung nach würden sie das aber „relativ problemlos wegstecken“, meint er. Baumann würde das ganze Jahr hindurch mal eine halbe Stunde früher, beziehungsweise später zum Melken kommen. „Wie es eben passt“, sagt er.

Er findet, dass die Debatte um die Zeitumstellung „zu hoch gepusht“ wird. Seinem Empfinden nach habe sie sogar einen positiven Effekt – und zwar auf den Landwirt selbst. „Wenn die Tage wieder länger werden, steigt auch die Bereitschaft, länger zu arbeiten“, findet er. Davon würden auch die Tiere profitieren, meint Baumann.

Für Sepp Andres, Landwirt aus Pfaffing und Rosenheims Kreisobmann beim Bayerischen Bauernverband, ist die Zeitumstellung „überhaupt kein Thema“. Da sein Betrieb seit 13 Jahren vollautomatisiert sei, würden seine Kühe selbstständig zum Melkroboter gehen, ungefähr alle 6,5 Stunden, sagt er. Für den langjährigen Landwirt sehr komfortabel. Der Roboter würde zu Beginn des Vorgangs sogar einen Milchtest durchführen, „ob alles in Ordnung ist“. Nur dann werde diese in den Tank gepumpt. Durch ein Halsband könne Andres prüfen, welche von „seinen Mädels“ schon beim Melken war, welche noch fehlt oder ob sogar eine krank sei.

Sepp Andres ist Landwirt aus Pfaffing und Rosenheims Kreisobmann beim Bayerischen Bauernverband.

Die Arbeitszeit sei durch die Automatisierung zwar nicht unbedingt weniger geworden, „aber gleitender“, erklärt er. Das sei in Zeiten von „Work-Life-Balance“ wichtig, denn somit hätten auch jüngere Generationen wieder Interesse an der Landwirtschaft. Das sei bei seinem Sohn genauso, sagt Andres. „Er kann um 16 Uhr in den Stall gehen, um 17 Uhr ist er fertig. Früher war das nicht möglich.“ Der Umbau in einen vollautomatisierten Betrieb sei aber auch mit hohen Kosten verbunden. „Je nachdem, welche Bedingungen vor Ort sind – da spielen verschiedene Komponenten mit hinein – sind es vorsichtig geschätzt rund 150.000 Euro, die der Landwirt dafür in die Hand nehmen muss“, weiß der Pfaffinger.

Bei den Landwirten scheint die Zeitumstellung also unproblematisch vonstattenzugehen, das gilt aber nicht für frei lebende Tiere. Denn durch die Verschiebung beginnt der Berufsverkehr früher und nahrungssuchendes Wild kreuzt häufiger gut befahrene Straßen, warnt der ADAC. Das bestätigt der Deutsche Jagdverband: „Im April und Mai geschehen ein Fünftel mehr Unfälle durch Wildwechsel.“ Besonders gefährlich sei die Zeit von 6 bis 8 Uhr sowie von 21 bis 23 Uhr. Der Berufsverkehr fällt nach der Umstellung morgens wieder für Wochen in die Dämmerung – die aktivste Zeit der Rehe, so der Jagdverband.

Reh belegt den traurigen Spitzenplatz

Das Reh belegt laut der Organisation im Jahresverlauf den traurigen Spitzenplatz mit insgesamt 48 Prozent aller gemeldeten Wildunfälle. Fuchs, Waschbär, Dachs und Marderhund würden auf Platz Zwei mit insgesamt 14 Prozent landen, gefolgt von Hasen und Kaninchen mit elf Prozent. Hinter ihnen folgt die Gruppe der Vögel auf Platz vier mit insgesamt fünf Prozent der erfassten Wildunfälle. Schwerpunkt seien hier die Monate März bis Mai. Rund 43 Prozent aller Meldungen fallen in diese Periode. Laut dem Jagdverband hängt dies mit der erhöhten Aktivität der Tiere zusammen: Vogelzug, Revierverteidigung, Nestbau oder Aufzucht der Jungen seien kräftezehrend.

Laut dem Deutschen Jagdverband belegt das Reh im Jahresverlauf den traurigen Spitzenplatz mit insgesamt 48 Prozent aller gemeldeten Wildunfälle.

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