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Pleiten, Pech und pure Leidenschaft

Zehn Jahre Frühlingsfest: Warum Festwirt Georg Lettl anfangs „richtige Albträume“ hatte

Festwirt Georg Lettl organisiert seit zehn Jahren das Wasserburg Frühlingsfest. Beim Anstich ist er regelmäßig der Mann hinter dem Bierfass.
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Festwirt Georg Lettl (links) – hier zu sehen mit Bürgermeister Michael Kölbl – organisiert seit zehn Jahren das Wasserburg Frühlingsfest. Beim Anstich ist er regelmäßig der Mann hinter dem Bierfass.

Seit zehn Jahren managt Georg Lettl das Wasserburger Frühlingsfest. Ein Job, der ihm anfangs „richtige Albträume“ bereitet hat und bei dem er auch mal rote Zahlen schreibt. Warum er die Wiesnzeit trotzdem nicht missen will und seine Begeisterung bis heute ungebrochen ist.

Wasserburg am Inn – Blasmusik, Bier, Autoscooter: Es gibt viele Dinge, die zum Wasserburger Frühlingsfest dazu gehören. Inzwischen gehört hier auch dazu: Georg Lettl. Seit zehn Jahren ist der Geschäftsführer der Privatbrauerei Gut Forsting Festwirt des Frühlingsfests.

Einen Job, den Lettl eigentlich kaum des Geldes wegen macht, denn: „Tatsache ist, nicht jedes Jahr machen wir Gewinn“, gibt der 58-Jährige ohne Umschweife zu. Immer wieder hätte er in den vergangenen Jahren rote Zahlen geschrieben. „Nicht schön“, sagt Lettl und doch will er das Frühlingsfest nicht missen.

Begonnen hat es dabei eigentlich schon im Jahr 1996. Damals begann Gut Forsting das Bier beim Wasserburger Frühlingsfest zu liefern, immer abwechselnd mit der Brauerei Bräu im Moos. Im Jahr 2000 übernahm Lettl dann zum ersten Mal eine Art Festwirts-Position. „Damals war das Fest aber noch anders organisiert“, erzählt er. Der Wirtschaftsförderungsverband (WFV) habe das meiste organisiert, sich beispielsweise auch um die Musik gekümmert. „Echter“ Festwirt wurde Georg Lettl dann vor zehn Jahren, als das Frühlingsfest 2015 neu organisiert wurde.

„Im ersten Jahr hatte ich vor dem Fest richtige Albträume“

Noch heute kann sich der Brauerei-Geschäftsführer gut an das Gespräch mit dem WFV erinnern. „Der ganze Vorstand hat sich bei mir hier im Büro angemeldet und meinte, sie müssten mit mir reden“, erzählt Lettl amüsiert. Er selbst habe „keine Ahnung“ gehabt, worum es gehen sollte. „Ich wusste, das Frühlingsfest ist Thema, aber sonst nichts.“ Die Frage, ob er Festwirt werden wolle, das sei schon eine Ehre gewesen, aber: „Ich musste da noch einige Nächte drüber schlafen.“ Das sei keine Entscheidung, die man leichtfertig treffen sollte. Doch Lettl und die Verantwortlichen der Brauerei Gut Forsting sagten schließlich „ja.“

Georg Lettl ist Geschäftsführer beim Gut Forsting und Festwirt beim Wasserburger Frühlingsfest.

Das Frühlingsfest sei bis heute eine gute Möglichkeit, das Forstinger Bier in der Region zu verankern und den Ruf zu verbessern. Aber auch Lettl selbst bereut die Entscheidung, das Amt zu übernehmen, nicht. Obwohl er zugibt: „Im ersten Jahr hatte ich vor dem Fest richtige Albträume“, sagt er. Die schlimmsten Katastrophen habe er sich ausgemalt.

Inzwischen, nach zehn Jahren minus den beiden Ausfällen während der Corona-Pandemie, habe sich dies gelegt. „Eine gewisse Anspannung ist immer dabei“, sagt Lettl. Auch zu Recht: Schiefgehen könne immer etwas, sagt er. Man denke nur an die Küche vor ein paar Jahren, als der neue Koch den Andrang auf dem Frühlingsfest „völlig falsch“ eingeschätzt habe. Aber diese Angst sei inzwischen weg. „Gänsehaut“ bekomme er nun nur noch, wenn zu Beginn alle Blaskapellen gemeinsam die Bayernhymne spielen würden.

Stillsitzen ist nichts für ihn

Für Lettl sei das Frühlingsfest einfach „a scheens Mitanand“ und zum Stillsitzen, so wie er es noch während Gut Forsting das Bier lieferte tun musste, sei er ohnehin nicht gemacht. „Ich muss mich bewegen“, sagt er schmunzelnd. Auch im Bierzelt sei er deshalb ständig unterwegs und gucke bei den unterschiedlichen Stellen nach dem Rechten. Angefangen beim Toilettenpersonal, über Küche und Bedienungen.

Seine Runden durch das Bierzelt und der ein oder andere Eiskaffee, den er an heißen Tagen ausgebe, hält der Festwirt für die Hauptgründe, warum er keine Probleme habe, Personal zu finden. „Sie kommen wohl gerne zu mir zum Arbeiten“, sagt er und klingt zufrieden. Meist schaue er morgens rein, mittags gönne er sich dann eine Ruhepause, bevor es ihn nachmittags „wieder reinzieht“. Der schönste Platz für ihn dabei: Draußen, hinter der Schänke. Denn dort würden sich die Bedienungen für ihre Pausen treffen.

Festwirt Georg Lettl organisiert seit zehn Jahren das Wasserburg Frühlingsfest. Beim Anstich ist er regelmäßig der Mann hinter dem Bierfass.

Alle 13 Festtage ist Lettl im Bierzelt auf dem Wasserburger Frühlingsfest anzutreffen. Meistens plant er dann schon für die nächste Wiesnzeit. Besonders gute Bands würde er beispielsweise oft schon für das darauffolgende Jahr buchen.

Es sei ein anstrengender Job, sagt Lettl. Vom Aufbau des Zelts, über die Abstimmung und Abnahme mit den Behörden, bis hin zur Organisation der Veranstaltung sei er für alles verantwortlich. Für jedes Frühlingsfest hat Lettl entsprechend einen eigenen, dicken Ordner. „Nach 13 Tagen dröhnen mir die Ohren“, sagt er. „Ich höre noch tagelang Blasmusik in meinem Kopf.“ Dann stünde auch Urlaub an, daheim im eigenen Garten bei ruhigem Vogelgezwitscher. Ans Aufhören denkt Lettl aber trotzdem noch lange nicht. „Man muss diese Arbeit aus Leidenschaft machen, sonst funktioniert es nicht“, gibt er zu. Er sei aber auch nach zehn Jahren noch begeistert mit dabei.

Die Höhepunkte auf dem Wasserburger Frühlingfest

Vom Mittwoch (28. Mai) bis zum Pfingstmontag (9. Juni) dauert dieses Jahr das Wasserburger Frühlingsfest. Zu den Höhepunkten gehört laut dem Wirtschaftsförderungsverband in diesem Jahr der Auftritt der beliebten Festzelt-Bands „D‘Moosner“ am ersten Freitag (30. Mai) und „Tetrapack“ am ersten und zweiten Samstag, 31. Mai und 7. Juni, sowie der „Bayern 1-Band“ am Sonntag (8. Juni) im Festzelt. Außerdem heißt es am Dienstag (3. Juni): Fesch und frei! Im Festzelt veranstaltet das Innkaufhaus eine Modeschau. Dazu gibt es Musik vom Loisach Marci. Für den besten Wiesn-Look gibt’s für die Festzeltbesucher an diesem Abend ein Wellness-Wochenende im Sterne-Hotel am Fuschlsee im Salzburger Land zu gewinnen. Der Festplatz ist täglich ab 14 Uhr geöffnet. In der Wiesen-Alm von SAS sorgen zudem ab 20 Uhr Wasserburgs beliebteste DJs DJ Wamsi, DJ Stocki, DJ SM jeden Tag für Stimmung.

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