Großangelegte Polizeikontrollen
Mangfall-Stadt im Fokus: Warum sich die Autoposer-Szene schon wieder in Kolbermoor traf
Wieder einmal versammelte sich die Autoposer-Szene am Karfreitag (18. April) schwerpunktmäßig in Kolbermoor. Die Polizei konnte dort zahlreiche Fahrzeugführer kontrollieren. Aber warum ist Kolbermoor in der Szene so beliebt?
Kolbermoor – Es ist nicht das erste Mal, dass sich die sogenannte Autoposer-Szene in Kolbermoor konzentriert. Auch am vergangenen Freitag, 18. April, versammelten sich zahlreiche Anhänger der Szene mit ihren Fahrzeugen im Raum München und Rosenheim, insbesondere eben in Kolbermoor im Herto-Park. Da dem Polizeipräsidium Oberbayern Süd bereits im Vorfeld Erkenntnisse über ein mögliches Treffen vorlagen, wurde ein Schwerpunkteinsatz durchgeführt.
Wie das das Polizeipräsidium Oberbayern Süd mitteilte, wurden im Rahmen großangelegter Verkehrs- und Geschwindigkeitskontrollen über 100 Verkehrsteilnehmer beanstandet. Alleine in Kolbermoor wurden 40 Fahrzeuge kontrolliert. Doch warum spielen sich solche Treffen überhaupt immer wieder in Kolbermoor ab?
Woher kamen die Autoposer?
Am frühen Freitagabend lagen der Polizei Informationen zu konkreten Treffpunkten der Szene vor. Gegen 19.30 Uhr konnten die Beamten einzelne Fahrzeuge in den Landkreisen München und Rosenheim feststellen. Kurz darauf konzentrierte sich das Geschehen in Richtung des Herto-Parks in Kolbermoor sowie in München. Die gegen 22.15 Uhr gezielt durchgeführten polizeilichen Kontrollmaßnahmen verliefen problemlos und friedlich. Wie nun eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd auf OVB-Anfrage mitteilte, handelte es sich dabei um eine „bunte Mischung“ an Fahrzeugführern.
Unter ihnen seien zwar zahlreiche mit heimischen Kfz-Kennzeichen gewesen. „Aber es waren auch einige von außerhalb, auch etwa aus Österreich, dabei“, so die Sprecherin. Warum sich ein solches Geschehen immer wieder in Kolbermoor konzentriere, könne man nicht verifiziert nachvollziehen. Laut Polizeiangaben vermutet man jedoch die örtlichen Begebenheiten als Hauptgrund für die Häufung in Kolbermoor. Im Herto-Park etwa stünden nicht nur die notwendigen Parkplätze sowie umliegende Versorgungsmöglichkeiten, etwa durch Schnellrestaurants, zur Verfügung. Auch die Nähe zu Rosenheim, zu München und die gute Autobahn-Anbindung spielten wohl eine entscheidende Rolle.
Stadt hat längst Maßnahmen ergriffen
Dass Kolbermoorer Anwohner, wie auch im jüngsten Fall, von großen und teils „sehr lauten“ Autos berichten, die sie in ihrer Stadt beobachtet haben, ist jedenfalls keine Seltenheit. Quietschende Reifen, aufheulende Motoren und rasantes Beschleunigen sorgten auch in der Vergangenheit immer wieder für Aufsehen. In der Stadt hat man längst versucht, auf diese Entwicklung zu reagieren.
Denn nicht nur der Herto-Park, auch etwa der Parkplatz an der Pauline-Thoma-Schule in Kolbermoor galt stets als beliebter Treffpunkt der Autoposer-Szene. Dort hat die Stadt zuletzt beispielsweise einen Riegel vorgeschoben. Durch eine 20.000 Euro teure Schrankenanlage wird mittlerweile verhindert, dass Autoposer außerhalb der normalen Betriebszeiten auf das Gelände gelangen können.
Der Begriff „Autoposer“ bezeichnet Kraftfahrzeugführer, die häufig mit leistungsstarken oder anderweitig getunten Fahrzeugen am Straßenverkehr teilnehmen und durch ihr prahlerisches Verhalten oder unnötigen Lärm auffallen wollen. In der Vergangenheit kam es bei derartigen Treffen zu erheblichen Überschreitungen der zulässigen Höchstgeschwindigkeiten, waghalsigen Verkehrsmanövern und weiteren Verkehrsverstößen durch die Poser. Unbeteiligte Fahrzeugführer wurden durch das verkehrsgefährdende Verhalten dieser Szene bereits in Gefahr gebracht. Aufgrund dieser Einschätzung wurde am Karfreitag zusammen mit den Polizeipräsidien München und Oberbayern Nord ein Schwerpunkteinsatz unter Leitung des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd durchgeführt. Auch im Bereich Traunstein wurden vereinzelt szenetypische Verkehrsteilnehmer festgestellt.