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Vor der Bundestagswahl 2025

Wenn die „GroKo“ enttäuscht, Jamaika platzt und die Ampel zerbricht – ein Rückblick!

Die Politiker Merkel, Scholz, Lindner: Sie waren sich selten einig. 
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Merkel, Scholz, Lindner: Sie waren sich selten einig. 

Ein buntes Durcheinander: Das waren Deutschlands Regierungen seit der Jahrtausendwende – Von Schröder über Merkel bis Scholz.

Berlin – Dreimal „GroKo“ (Große Koalition), zweimal Rot-Grün, einmal Schwarz-Gelb, zuletzt die Ampel – das waren die Regierungen Deutschlands im dritten Jahrtausend. Eine Chronik der Bundestagswahlen von 1998 bis 2021.

1998: Mit Rot-Grün in die 2000er

Mit Rot-Grün geht es unter Kanzler Gerhard Schröder (SPD) 1998 ins neue Jahrtausend. Die Sozialdemokraten, mit einem Stimmenanteil von 40,9 Prozent erstmals seit 1974 wieder stärkste Fraktion im Bundestag, regieren zusammen mit den Grünen (6,7 Prozent). CDU/CSU (35,1), FDP (6,2) und PDS (5,1) heißen die drei Fraktionen in der Opposition.

2002: Rot-grünes Kabinett Schröder II

Die Wahl im September 2002 bringt ein historisches Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der Union und der SPD. Beide kommen auf 38,5 Prozent. Am Ende trennen die Sozialdemokraten und die CDU/CSU nur 6000 Zweitstimmen. Gerhard Schröder (SPD) bleibt Kanzler, setzt mit den Grünen (8,6 Prozent) die rot-grüne Regierung fort und bildet mit ihnen das Kabinett Schröder II. Neben CDU/CSU sitzt nur noch die FDP-Fraktion (7,4) in der Opposition. Die PDS (4,0) scheitert an der Fünf-Prozent-Hürde.

2005: GroKo mit Kanzlerin Merkel

Es kommt zur ersten „GroKo“ in den 2000ern – und es ist erst die zweite „GroKo“ in der Geschichte der Bundesrepublik überhaupt: eine Große Koalition aus Union und SPD (Kabinett Merkel I). Zuvor hatten Kanzler Schröder und der SPD-Fraktionsvorsitzende Müntefering am Abend der SPD-Schlappe bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen im Mai 2005 zunächst eine vorgezogene Bundestagswahl angekündigt, danach Schröder die Vertrauensfrage an den Bundestag gerichtet und Bundespräsident Köhler das Parlament aufgelöst.

So kommt es schon 2005, ein Jahr früher als vorgesehen, zu Neuwahlen. Dabei hat die Union mit 35,2 Prozent knapp die Nase vorn. Die SPD kommt auf 34,2 Prozent, Merkel wird Kanzlerin und bildet das Kabinett Merkel I. In der Opposition sitzen drei Fraktionen: FDP (9,8 Prozent), PDS (8,7) und Grüne (8,1).

2009: Nun regiert wieder Schwarz-Gelb

In Deutschland regiert wieder einmal Schwarz-Gelb, ein Bündnis aus CDU/CSU (33,8 Prozent) und FDP (14,6), das Kabinett Merkel II. Für Unionsparteien und Liberale reicht es für die Mehrheit, weil die Sozialdemokraten ihr bis zu diesem Zeitpunkt schlechtestes Ergebnis einfahren: ernüchternde 23,0 Prozent.

Aber auch CDU und CSU haben durch die „GroKo“ an Kredit verspielt. Die 33,8 Prozent Stimmenanteil bedeuten ein historisches Tief, während die Oppositionsparteien stark zulegen – neben der FDP auch Die Linke (11,9) und Grüne (10,7), die die besten Resultate ihrer Parteigeschichte einfahren. Die Wahlbeteiligung ist mit 70,8 Prozent die niedrigste seit Bestehen der Republik.

2013: Nächste GroKo – das Kabinett Merkel III

Weil die FDP erstmals seit der Gründung der Bundesrepublik an der Fünf-Prozent-Hürde scheitert, ist 2013 die nächste „GroKo“ fällig, das Kabinett Merkel III. Mit 41,5 Prozent der Zweitstimmen liegt die CDU/CSU jetzt klar vorn. Ihr Koalitionspartner, die SPD, muss sich mit 25,7 Prozent zufriedengeben. Stimmen verlieren auch die Grünen (8,4 Prozent) und die Linke (8,6) – und vor allem die FDP (4,8). Die AfD (4,7) bleibt bei ihrer Premiere ebenfalls knapp unter der Fünf-Prozent-Marke – und damit draußen.

2017: Pfiffe für Merkel und nächste GroKo

Selten ist die Nation vor einer Wahl politisch so gespalten gewesen wie 2017, was sich auch in der Region beim gellenden Pfeifkonzert am Rande des Besuchs von Kanzlerin Angela Merkel in Rosenheim zeigt. Weil die FDP 2017 „Jamaika“ nach mehrwöchigen Gesprächen platzen lässt (ein mögliches schwarz-grün-gelbes Bündnis aus CDU/CSU, Grünen und FDP), geht es aber weiter mit der ungeliebten „GroKo“ aus Union und Sozialdemokraten.

CDU/CSU (32,9 Prozent) und SPD (20,5) kommen trotz erheblicher Verluste auf die Mehrheit – und haben es mit gleich vier Fraktionen der Opposition zu tun. Die AfD ist mit 12,6 Prozent erstmals im Bundestag, die FDP feiert mit 10,7 Prozent ihr Comeback, Linke (9,2) und Grüne (8,9) gewinnen leicht an Stimmen. Angela Merkel wird zum vierten Mal Kanzlerin.

2021: Kanzler Scholz führt die Ampel

Nach 16 Merkel-Jahren heißt bei der „Coronawahl“ 2021 der große Sieger nach langer Zeit mal wieder SPD. Die Roten sind mit 25,7 Prozent Stimmenanteil (über fünf Prozent mehr als 2017) wieder stärkste politische Kraft im Land und verweisen CDU/CSU mit historisch schlechten 24,2 Prozent auf den zweiten Platz. Die Grünen (14,7) legen fast sechs Prozent zu, holen 16 Direktmandate – und weil die FDP erstmals in der bundesdeutschen Geschichte zum zweiten Mal hintereinander über zehn Prozent kommt, ist die Zeit reif für die Ampel: Nach zähen Verhandlungen einigen sich SPD, Grüne und FDP auf ein Regierungsprogramm, auf den Zuschnitt der Ministerien und die Verteilung der Ministerposten. Im Dezember 2021 wird der Koalitionsvertrag unterschrieben, der neue Kanzler heißt Olaf Scholz (SPD).

Bei einer Wahlbeteiligung von 76,6 Prozent (2017 waren es 76,2 Prozent) ist in Corona-Zeiten die Briefwahl groß in Mode. Fast die Hälfte hat per Brief schon vorher gewählt: Die Zahl der Briefwähler steigt 2021 von 28,6 (2017) auf 47,3 Prozent. Verluste verzeichnet die AfD (10,4 Prozent), die in den neuen Bundesländern aber 16 Direktmandate holt. Die Linke bleibt unter fünf Prozent, zieht aber mit drei Direktmandaten über die Grundmandatsklausel trotzdem in den Bundestag ein.

Im November 2024 – quasi zeitgleich mit Donald Trumps Wahl zum US-Präsidenten – zerbricht die Ampel aus SPD, Grünen und FDP. Und so wird in Deutschland schon am 23. Februar 2025 ein neues Parlament gewählt, und nicht erst im Herbst 2025.

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