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Folgen der UNESCO-Auszeichnung am Chiemsee

Mehr Touris für Herrenchiemsee: Fluch oder Segen? Zwei Bürgermeister, zwei Meinungen

Die Bürgermeister Armin Krämmer (links) und Andreas Friedrich vor dem Neuen Schloss Herrenchiemsee
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Chiemsees Bürgermeister Armin Krämmer (links) und der Priener Ortschef Andreas Friedrich freuen sich darüber, dass das Neue Schloss Herrenchiemsee nun zum UNESCU-Weltkulturerbe zählt. Es gibt aber auch Bedenken.

Die Aufnahme des Neuen Schlosses Herrenchiemsee in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes freut auch die beiden Bürgermeister Armin Krämmer und Andreas Friedrich. Beide gehen davon aus, dass dadurch mehr Gäste an den Chiemsee kommen. Einer sieht darin auch Nachteile.

Prien am Chiemsee/Chiemsee – Mit einem breiten Grinsen stehen Armin Krämmer und Andreas Friedrich vor dem Neuen Schloss Herrenchiemsee, seit Samstag (12. Juli) UNESCO-Weltkulturerbe. Die beiden Bürgermeister, Krämmer von der Gemeinde Chiemsee, und Friedrich von Prien, sind stolz darauf, dass in ihrer Heimat ein solches Weltkulturerbe steht. „Das ist eine ganz tolle Sache, ich persönlich bin stolz darauf, dass ich von der Gemeinde Chiemsee Bürgermeister bin, jetzt mit einem Weltkulturerbe“, sagt Krämmer am Rande des Festakts zur Eröffnung der Herrenchiemsee Festspiele im OVB-Gespräch.

Und Friedrich sagt: „Wenn man dieses einmalige Bauwerk sieht, fragt man sich, warum es nicht schon längst Weltkulturerbe gewesen ist. Die Bedeutung für den Ort ist natürlich einerseits touristisch sehr interessant.“ Sein Kollege Krämmer sieht aber auch negative Aspekte: „Bei uns auf der Fraueninsel wird es auch kritisch gesehen, weil alle, die die Herreninsel besuchen, kommen auch auf die Fraueninsel.“ Große Teile der Insulaner würden nicht unbedingt auf noch mehr Besucher hoffen, Krämmer weiter: „Wir wohnen da und wollen auch weiterhin da lebenswert wohnen. Sowohl auf der Herren- als auch der Fraueninsel.“

Kurzfristige Veränderungen würden es durch die Aufnahme der Märchenschlösser von König Ludwig II. nicht geben, außer mehr Gäste, so Krämmer. Laut Schlösser- und Seenverwaltung gebe es immer einen kurzfristigen kleinen Aufschwung. „Und die qualitativen Touristen sollen mehr werden. Aber ich sage immer, man muss Respekt haben, die Natur schätzen, das ist uns das Wichtigste“, sagt Krämmer. Sein Amtskollege vom Festland erhofft sich einen gewissen Impuls für die Schlösser- und Seenverwaltung, „sich für digitale Angebote ein bisschen zu öffnen. Die ganze Abwicklung mit Kartenkauf etc. ist ja noch recht analog.“

Beide Gemeinden erwarten mehr Gäste

Friedrich sieht die Aufnahme von Herrenchiemsee auch als „Auszeichnung dafür, dass der Freistaat es geschafft hat, diese Bauwerke so gut erhalten hat“. Gleichzeitig sieht er es auch als „Verpflichtung für uns aktuell und für folgende Generationen, das weiterhin zu erhalten“. Friedrich sieht kurzfristig vor allem die internationale Aufmerksamkeit erhöht, außerdem erhöhe sich die Verpflichtung noch „ein Ticken“ mehr, sorgsam mit dem Erbe umzugehen.

Für Krämmer ist es ein Abwägen zwischen Vorteilen und Nachteilen: Mehr Touris auf der einen und eine Privatsphäre auf der Fraueninsel auf der anderen Seite. Betont aber auch: „In erster Linie sind wir natürlich stolz darauf, dass wir das Schloss seit Generationen in unserer Gemeinde haben. Wir schätzen das Ganze natürlich, was da so rumsteht auf der Insel.“

Nachteile für die Marktgemeinde Prien sieht Friedrich keine: „Wir haben die entsprechende Infrastruktur, Parkplätze und auch die Bahnanbindung, deshalb sehe ich bei uns die Nachteile nicht.“ Er hoffe, dass der Fußmarsch zu Ludwigs Jagdhaus am Schachen südlich von Garmisch-Partenkirchen, ebenfalls zum Weltkulturerbe ernannt, viele Leute abschrecke, „da wäre es tatsächlich irgendwo schwer vorstellbar, wenn da plötzlich Massen an Besuchern den Berg hochsteigen“.

Prien habe die Kapazität für mehr Touris im Jahr: „2007, 2008 hatten wir 500.000 Besucher im Schloss pro Jahr, jetzt sind es 300.000. Wir sind gut aufgestellt.“ Die halbe Millionen pro Jahr kann sich Friedrich durchaus wieder vorstellen.

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