Besondere Verköstigung
„Total in meiner Welt“: Warum das Café TerNion in Prien einen Stargast in der Küche hatte
Obwohl Kumrije Lokaj als Inhaberin des TerNions in Prien und Werner Koslowski schon viel früher zusammenarbeiten wollten, dauerte es etwas bis zum ersten gemeinsamen Kochabend. Dieser war schnell ausgebucht und begeisterte die Gäste. Auch weil Lokaj in ihre frühere Rolle schlüpfte.
Prien – „Bis es losging, waren wir alle sehr angespannt, da wir bis 15 Uhr noch ganz normalen Betrieb bei uns hatten“, beschreibt Kumrije Lokaj einen besonderen Abend im Café TerNion in Prien. Es blieben nur drei Stunden, bis die Gäste kamen. Aber Lokaj hatte prominente Unterstützung: Werner Koslowsi, bekannt aus TV-Sendungen, stand in der offenen Küche des Restaurants am Priener Wendelsteinpark, direkt am Bahnhof der Chiemsee-Gemeinde. Am Herd und Ofen war er nicht allein, auch Lokajs Sohn Hime Mushkolaj stand als Juniorchef in der Küche.
So konnte sich Kumrije Lokaj, die sonst die Gäste in ihrem Lokal verköstigt, um den Service kümmern. Zusammen mit ihrem zweiten Sohn Altin Mushkolaj. „Ich war zwölf Jahre im Service der Residenz in Aschau tätig, deshalb war es toll für mich, weil ich mich total in meiner Welt gefühlt habe. Ich konnte viel Zeit mit den Leuten verbringen, mich mit ihnen unterhalten, damit es für die Gäste auch ein Erlebnis ist und sie sich willkommen fühlen“, beschreibt Lokaj.
Die Idee für einen gemeinsamen Abend mit Koslowski kam von ihm selbst. „Er war schon öfter bei uns zu Besuch und ihm gefiel unsere Küche. Er machte dann den Vorschlag, was zu veranstalten“, blickt Lokaj zurück. Durch einen vollen Terminkalender und viel Stress, da sie ein zweites Standbein hat, vergaß sie irgendwann Koslowskis Vorschlag. Dieser dachte zunächst, sein Vorschlag sei nicht gewünscht gewesen, fragte dann nochmals nach und die TerNion-Inhaberin fackelte nicht mehr lange und die beiden vereinbarten einen Termin.
„Wir waren innerhalb von zehn Tagen ausgebucht, obwohl das Menü eine Überraschung war“, freut sich Lokaj. Nach Koslowskis Tapas gab es ein Taboulé mit Antipasti und Vogerlsalat. Als Hauptgang stand ein rosa Kalbstafelspitz mit Kräutersaitling und Gnocchi auf der Karte, Crêpe nach „Francoise Gatti“ und Vanilleeis bildete die Nachspeise. Kosten pro Person: 63 Euro. „Es war alles wirklich sehr gut. Mit Werner Koslowski zusammenzuarbeiten ist eine großartige Sache“, fasst Lokaj den Abend zusammen und sagt über den Sternekoch:
„Er ist sehr angenehm, sehr einfach und auch sehr professionell. Wir sind sehr happy, dass wir jetzt mit ihm zusammen arbeiten.“
Besonders froh war sie auch über die Unterstützung ihrer beiden Söhne: „Beide haben das ganz toll gemacht, sie waren sehr engagiert den ganzen Abend.“ Hime Mushkolaj, der mit Koslowski in der Küche stand, ist in seinem letzten Lehrjahr als Koch im Nesselwanger Hof im Allgäu. Altin Mushkolaj ist als Ausbildung-Landessieger in der Gebäudereinigung Leiter eines Reinigungsunternehmens mit 18 Angestellten. Dazu ist er fest angestellt im TerNion, Bruder Hime hilft in seiner freien Zeit als Juniorchef.
Das TerNion übernahm Kumrije Lokaj im Mai 2023. Ihr ist wichtig, dass die Gäste sich nicht nur Gäste, sondern „wirklich als Könige bei uns fühlen“. Das vermisse sie in der Gastro-Szene. So baue sie auch Vertrauen bei den Menschen auf, die das beispielsweise mit dem ausgebuchten Abend mit Überraschungsmenü zurückzahlen. Der persönliche Kontakt der Gäste mit Koslowski und ihren Söhnen durch die offene Küche war für sie deshalb auch selbstverständlich und so gab es viele Gespräche.
Die gehobene Küche mit mediterranem Einfluss gibt es im TerNion von Montag bis Samstag mit wechselnden Speisekarten. Die gehobene Küche mag Kumrije Lokaj. „Hier fühle ich mich wohl, hier sehe ich mich auch. Und die Gäste bestätigen mir das auch immer wieder und finden meine Gerichte außergewöhnlich“, erzählt Lokaj. Der Abend mit Werner Koslowski soll nicht der einzige gewesen sein. „Wir planen das jetzt jeden Monat, wenn die Nachfrage größer ist, vielleicht sogar häufiger“, verrät sie.
