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Vhs muss weichen

„Probleme seit Jahren bekannt“: Platzmangel an Schulen in Feldkirchen-Westerham behoben?

Für die Zukunft der Grund- und Mittelschule in Feldkirchen-Westerham gibt es verschiedene Zukunftsgedanken.
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Für die Zukunft der Grund- und Mittelschule in Feldkirchen-Westerham gibt es verschiedene Gedankenspiele. Doch die Planung dauert an. Jetzt ist aber eine Zwischenlösung gefunden worden. (Symbolbild)

In Feldkirchen-Westerham fehlt es an Räumen für die Schulen und die Mittagsbetreuung. Jetzt gibt es eine Lösung, die Abhilfe schaffen soll. Doch in diesem Fall muss die Volkshochschule zurückstecken. Was sich ab September ändern wird.

Feldkirchen-Westerham – Es ist ein Thema, das die Gemeinde immer wieder beschäftigt: die Schulsituation in Feldkirchen-Westerham. Auch in der jüngsten Gemeinderatssitzung kam das Thema erneut auf. Doch jetzt scheint es eine Lösung zu geben, um den Platzmangel an den Schulen und in der Mittagsbetreuung zumindest vorübergehend zu beheben.

Der steigende Platzbedarf ist laut der Gemeinde auf die steigende Schülerzahl, die Umsetzung neuer Lehrmethoden und die immer mehr in Anspruch genommene Nachmittagsbetreuung zurückzuführen. Für die Grundschule und den im Keller sitzenden Schülerverein ist es jetzt genug. „Der Platz ist nicht mehr ausreichend“, erklärt Kämmerin Jennifer Ziegelmann den Gemeinderäten. „Die aktuelle Situation kann nicht mehr bis zu einem möglichen Neubau bestehen bleiben.“ Eine Lösung musste also her.

Folgende Konstellation wäre möglich

Und die scheint nun gefunden zu sein. Die Verwaltung präsentierte dem Gemeinderat folgenden Vorschlag: Der Schulverein soll aus dem Keller der Grundschule ausziehen, wodurch die Schule zwei neue Klassenzimmer erhält. „Der Schulverein zieht ins Erdgeschoss der Mittelschule zu den bereits bestehenden Räumen der offenen Ganztagsschule (OGTS) und erhält hier drei Räume für die Mittagsbetreuung“, so Ziegelmann. Dadurch würde im Erdgeschoss der Mittelschule das Zentrum der Nachmittagsbetreuung entstehen.

Die Mittelschule zieht mit drei Klassen, der höheren Jahrgangsstufen, in das Kultur- und Sportzentrum (KuS), wodurch ein sogenanntes „Lernhaus der Großen“ entsteht. Das bedeutet allerdings, dass die Volkshochschule (Vhs) ihre Bewegungsräume aufgeben und auf andere Räume ausweichen müsste. Und zwar so lange, bis der Dorfplatz fertiggestellt ist. Also schätzungsweise ein Jahr lang. Das würde einen erheblichen Planungsaufwand mit sich bringen, sagt Ziegelmann.

Was diese Lösung kosten soll, erklärt die Kämmerin direkt im Anschluss. „Die geschätzten Gesamtkosten liegen bei etwa 134.250 Euro.“ Denn für die zwei neuen Klassenzimmer im Keller der Grundschule rechnet die Verwaltung mit 46.850 Euro. So bräuchte es hier eine neue digitale Tafel, neue Möbelstücke wie zum Beispiel Stühle, Tische, Schränke, Regale und Pulte. Für die drei neuen Klassenzimmer der Mittelschule in den KuS-Räumen nennt Ziegelmann eine Summe von 35.800 Euro. Diese setzt sich aus einer neuen „Daten- und Elektroinstallation für die Laptopklasse“ und neuen Schülertischen und Stühlen für zwei Klassen zusammen.

51.600 Euro sind derzeit für den Schulverein und seine drei neuen Räume eingeplant. Zum einen brauche es neue Türen mit Türausschnitt in die Betonwand und zum Treppenhaus hin. Und zum anderen fehle es noch an einigen Möbeln. Bereits vorhandene Ausstattungen seien kaputt und müssten dringend ersetzt werden. Außerdem sind laut der Kämmerin noch bauliche Maßnahmen in der Mittelschule notwendig. Hier wolle man das Zentrum der Mittagsbetreuung von den Schulklassen abgrenzen. „Da sich beides zeitlich überschneidet, könnte der Lärmpegel durch die Schüler auch mal hoch werden. Hier wollen wir etwas gegen wirken“, sagt Ziegelmann.

„Puffer“ und „Sankt-Nimmerleins-Tag“

In den Gesamtkosten fehlen derzeit noch die möglichen Kosten, die für die Vhs anfallen könnten. „Hier werden sehr wahrscheinlich auch noch ein paar Standard-Umbau-Maßnahmen notwendig sein“, so Jennifer Ziegelmann. Für die Verwaltung der Gemeinde Feldkirchen-Westerham sei diese Lösung optimal, um die Platzsituation der Schulen erst einmal zu entspannen. Außerdem entstehe dadurch ein „Puffer für die weitere Umsetzung der Maßnahme ,Neuplanung Schulzentrum‘“.

Und auch bei den Gemeinderäten fand das Konzept positiven Zuspruch. „Das Problem in den Schulen ist seit Jahren klar“, sagt Carolin Günzl von den Grünen. Dass es nun endlich eine Lösung gibt, freut sie daher sehr. „Mit dem, was wir da machen, können wir alle Probleme erst einmal lösen und deswegen finde ich es super gut“, sagt sie.

Dass jetzt allerdings die Vhs dabei das Nachsehen hat, ist „unschön“. Auf der anderen Seite aber auch richtig. „Die Schule ist Pflichtaufgabe, während die Vhs freiwillige Arbeit ist“, sagt Günzl. Es sei daher klar, dass die Schule Vorrang habe. Dennoch betont Günzl: „Ich hoffe aber, dass wir auch hier eine Lösung finden. Das wäre für mich ein wichtiges Anliegen.“

Nicht anders sieht es Heinz Oesterle. Der Fraktionsvorsitzende der SPD äußert einige Bedenken. „Ich war derjenige, der bei der Haushaltsberatung gesagt hat, dass ich froh wäre, wenn wir die Schulplanung jetzt schon mit drinnen haben würden“, sagt er. Dennoch habe er sich damit abgefunden, dass diese erst für nächstes Jahr angedacht ist. Aber „ausruhen“ sollte man sich jetzt nicht, nur weil es einen „Puffer“ gibt. „Ich sage es jetzt extra bösartig, aber ich hoffe, dass sich durch den Puffer die Planung des Neubaus nicht auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschiebt“, so Oesterle.

Baumaßnahmen noch dieses Jahr

Für Bürgermeister Johannes Zistl (OLV) sind diese Bedenken verständlich. Dennoch müsse eins klar sein: „Die Weiterplanung der Schule hat Priorität eins. Aber wir haben mit dieser Lösung einfach mehr Zeit zum Planen gewonnen.“ Denn Fakt sei, bislang ist nicht klar, wie groß und welche Funktion die Räume haben sollen oder wie viel die Schule kosten und wo genau das Ganze umgesetzt werden soll. „Im allerbesten Fall fangen wir in zwei, drei Jahren überhaupt mit der konkreten Planung an“, sagt Zistl. „Bis die Schule fertig ist, reden wir wahrscheinlich über einen Zeitraum von bis zu zehn Jahren.“

Deshalb sei es umso wichtiger, eine Zwischenlösung zu haben. „Aus meiner Sicht ist diese mehr als passend, um voranzukommen“, sagt der Rathauschef. Für Thomas Henties (Grüne) ist in diesem Zusammenhang wichtig, wann die Lösung kommen soll. Die Antwort verblüfft ihn, denn sie soll so schnell wie möglich kommen. „Die Baumaßnahmen sollen noch in den großen Ferien passieren. So dass ab dem neuen Schuljahr im September 2025 die neuen Räume genutzt werden können“, sagt Kämmerin Jennifer Ziegelmann. Einstimmig wurde der Umsetzung zugestimmt.

Und wie sieht die Vhs die Situation?

Anfang Juni sei die Leiterin der Vhs, Sonja Harig, darüber informiert worden, dass die Schulen zusätzliche Räume brauchen. Sie gab an den Gemeinderat eine Stellungnahme ab, wie sich die Situation für die Vhs gestaltet. Allerdings sei ihr klar, dass die schulische Nutzung eine „kommunale Pflichtaufgabe“ ist und die Kinder „natürlich Vorrang“ haben. „Dafür habe ich volles Verständnis“, sagt sie. Dennoch ist auch die Erwachsenenbildung ein bedeutender Teil des Gemeindelebens.

Und die Situation stellt Harig und ihr Team nun mal derzeit vor großen Herausforderungen. Vor allem, weil man gerade mitten in der Programmplanung für das kommende Semester ist. „Unsere Bewegungsangebote sind ein besonders wertvoller Bestandteil unseres Programms und benötigen spezielle Raumvoraussetzungen“, so die Leiterin. Deshalb ist Harig jetzt dabei, Alternativen zu prüfen.

„Momentan führen wir Gespräche mit den Nutzern der gemeindlichen Liegenschaften – also Vereinen, Feuerwehren und Kindergärten – die uns eventuell Nutzungszeiten in „ihren“ Räumen zur Verfügung stellen können“, sagt Harig. Und bislang ist sie zuversichtlich, dass alle Kursangebote an anderen Standorten untergebracht werden können. Vor allem auch, weil sie von der Verwaltung der Gemeinde und dem Bürgermeister, Johannes Zistl, viel Unterstützung erhält.

Bislang ist Sonja Harig optimistisch. „Es handelt sich lediglich um eine Übergangslösung für rund ein Jahr – denn unser neues Vhs-Gebäude am Dorfplatz soll bereits im Sommer 2026 bezugsfertig sein“, sagt sie. Harig hofft, dass sie das Semester Herbst/Winter 2026/27 also schon in den neuen Räumlichkeiten anbieten können. „Natürlich hätten wir gerne weiterhin die Räume im Kultur- und Sportzentrum genutzt – doch wir bei der Vhs sind es gewohnt, Veränderungen als Chance zu sehen und auch kurzfristig flexibel und lösungsorientiert zu handeln. Genau das macht unsere Stärke aus.“

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