Haushalt vorgelegt
Pro-Kopf-Verschuldung viermal so hoch wie Landes-Durchschnitt: So steht es um Rotts Finanzlage
Der Gemeinderat Rott hat den Haushalt für 2025 beschlossen. Es bleibt festzuhalten: die finanzielle Lage ist angespannt. Warum das so ist und welche Ausgaben in den kommenden Jahren anstehen.
Rott – Der wichtigste Tagesordnungspunkt in der jüngsten Gemeinderatssitzung war der Haushalt 2025 und die Finanzplanung bis 2028. Der Haushalt wurde von Kämmerer Helmut Helfer und der neuen Mitarbeiterin Veronika Helfert erstellt. Nun wurde er dem Gemeinderat vorgelegt.
Bürgermeister Daniel Wendrock (parteifrei) gab zu bedenken, dass die Haushaltslage weiter angespannt sei, bevor er das Wort an Kämmerer Helmut Helfer weitergab.
Der Verwaltungshaushalt betrifft Einnahmen und Ausgaben, die sich aus dem öffentlichen Auftrag der Daseinsvorsorge ergeben. Im Vergleich zum Vorjahr steigt der Verwaltungshaushalt um rund 883.200 Euro und beträgt rund 10,8 Millionen Euro. Zu den größten Ausgaben gehören die Personalkosten mit insgesamt 2.384.100 Euro. Sie steigen um 256.570 Euro. Das liegt überwiegend an den Tarifabschlüssen, erklärte Helfer.
Betriebskosten für Kindergarten steigen
Das Verwaltungspersonal wird über die Verwaltungsgemeinschaft finanziert. Aber auch die Betriebskostenförderung für den Pfarrkindergarten sowie für Gastkinder verteuert sich um 115.000 Euro auf nunmehr 775.000 Euro.
Die Verwaltungsumlagen an den Schulverband steigen um 60.420 Euro. Die Verwaltungsumlage an die Verwaltungsgemeinschaft steigt um 47.590 Euro. Hierzu merkte der Bürgermeister an, dass die Gemeinde wenig Möglichkeiten habe, einzugreifen. Der Betreuungsschlüssel sei vorgegeben, die Tarifabschlüsse würden die kommunalen Vertragspartner abgeschlossen. Die Kinderbetreuung sei eine der wichtigsten Aufgaben der Kommune und das Elterngeld könne nicht einfach erhöht werden. Es müsse bezahlbar bleiben, so Wendrock.
Weiter reduziert sich aufgrund der geringeren Umlagekraft die zu leistende Kreisumlage um 161.380 Euro auf 2.671.900 Euro, teilte Helfer mit. Die größten Einnahmen einer Gemeinde sind Steuern, so die Einkommenssteuerbeteiligung mit 3.240.000 Euro, die Gewerbesteuer mit 2.200.000 Euro. Durch die Reform der Grundsteuer wird die Grundsteuer A für land- und forstwirtschaftliche Flächen auf 20.300,00 Euro sinken. Die Grundsteuer B für Gebäude hat nun erstmals auch die Gebäude auf land- und forstwirtschaftlichen Flächen dabei und wird auf 610.000 Euro steigen. Allerdings sind etliche Widersprüche zu erwarten. Verbunden mit den in 2024 zu erwartenden Mehreinnahmen bei der Grundsteuer B mit 172.000 Euro, der Gewerbesteuer mit 1.035.000 Euro, bei der Einkommenssteuerbeteiligung mit 184.000 Euro und den Schlüsselzuweisungen mit 283.000 Euro ist eine Zuführung vom Verwaltungs- an den Vermögenshaushalt in Höhe von 319.200 Euro möglich.
Der Vermögenshaushalt erfasst alle durch das Gemeindevermögen ausgelösten Einnahmen und Ausgaben und soll bis Jahresende bei 4.597.800 Euro liegen. Das sind 25,4 Prozent weniger als im Vorjahr, so der Kämmerer.
Der Gesamthaushalt mit 15,4 Millionen Euro ist gegenüber dem Vorjahr um 4,2 Prozent geringer. Im Vermögenshaushalt sind 150.000 Euro für die provisorische Erweiterung des Kindergartens eingestellt. Die Gesamtkosten werden rund 605.000 Euro betragen. Für die Erschließung inklusive Wasser und Abwasser des Baugebietes Rotter Feld wurden im Jahr 2025 240.000 Euro eingestellt. Die Gesamtkosten betragen rund 1,2 Millionen Euro. Diese Ausgaben werden durch die voraussichtlich in 2025 und 2026 zu erwartenden Grundstückserlöse refinanziert.
Für die notwendige Erweiterung der Kläranlage werden in 2025 Ausgaben von 400.000 Euro kalkuliert. Mit den Bauarbeiten soll in 2026 begonnen werden, die geschätzten Gesamtkosten betragen ca. 7,5 Millionen. Euro. Hierfür sollen Vorauszahlungen erhoben werden, bei einem Verbesserungsbeitragssatz von 50 Prozent ist mit Einnahmen von rund 3,75 Mio. Euro zu rechnen. Die Schulden sollen von 14,3 Millionen in 2024 auf 12,2 Millionen Euro bis Ende 2025 kräftig sinken.
Die Verschuldung pro Einwohner der Gemeinde Rott beläuft sich zum Ende des Haushaltsjahres 2025 auf voraussichtlich 2.950,70 Euro pro Einwohner. Das ist viermal so hoch wie der Landesdurchschnitt zum 31. Dezember 2023 in der entsprechenden Gemeindegrößenklasse mit 733 Euro je Einwohner. Die Rücklagen schmelzen im Jahr 2025 kräftig um 45 Prozent auf 2.390.532 Euro ab.
Vorhaben im kommenden Jahr
Im Jahr 2025 sind Vorhaben in Höhe von rund 1,4 Millionen Euro geplant. Das sind unter anderem: der Abschluss der Sanierung des Bahnbergs mit 230.000, die Erneuerung der Wasserleitung in der Pfarrer-Gruber-Straße und Krokusstraße mit 375.000, die Sanierung des Kioskes am Rotter Ausee mit 200.000 Euro oder die Sanierung des Bauhofdaches mit 300.000 Euro. In der Finanzplanung bis 2028 sind neben der Sanierung und Erweiterung der Kläranlage von 7,5 Millionen Euro die in 2027 geplante Sanierung und Ausbau der Straße zwischen Meiling und Eich mit 500.000 Euro und die Sanierung der Rottbrücke in 2026 mit 250.000 Euro.
Der Kämmerer betonte, dass nicht alle Vorhaben bereits vom Gemeinderat beschlossen wurden. Abschließend stimmte der Gemeinderat unisono der Haushaltssatzung zu. Diese tritt nun mit Wirkung vom 1. Januar 2025 in Kraft. Ebenso genehmigte der Gemeinderat einstimmig das Investitionsprogramm bis 2028.