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Belastung der Anrainer-Gemeinden

Jetzt reicht‘s: Rosenheimer Verkehrsgipfel soll Autobahn-Ausweichverkehr reduzieren

Staus auf der Autobahn, den Landstraßen, vor der Haustür. Die Region stöhnt unter dem Ausweichverkehr.
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Staus auf der Autobahn, den Landstraßen, vor der Haustür. Die Region stöhnt unter dem Ausweichverkehr.

Irgendwann ist es zu viel: Nun wollen Landrat, Bürgermeister und Verkehrspolizei in konzertierter Aktion gegen den Autobahn-Ausweichverkehr und die Endlos-Staus in den angrenzenden Ortschaften vorgehen. Was jetzt bei einem „Verkehrsgipfel“ beschlossen wurde.

Region – Die Gemeinden entlang der Autobahn A8 und A93 stöhnen unter dem Ausweichverkehr. Erst am Donnerstagabend (5. Juni) verstopften die Staus wieder die angrenzenden Ortschaften. In Raubling war kein Durchkommen mehr. Dabei konnte der Grund dafür diesmal eigentlich optimistisch stimmen: Die Baustellenverkehrsführung an der Bahnbrücke bei Rohrdorf wurde zurückgebaut. Seit Freitag (6. Juni) ist wieder freie Fahrt auf der A8. Während der Pfingstferien soll der Verkehr rollen.

Die nächsten Baustellen sind geplant

Doch auch wenn die Autobahnbaustelle bei Rohrdorf inzwischen abgebaut ist: Die nächsten Bauarbeiten sind schon geplant. Mit Staus und enormen Verkehrsbelastungen in den Gemeinden entlang der Autobahnen muss also weiterhin gerechnet werden. Wie diese deutlich reduziert werden können, war jetzt Thema eines „Verkehrsgipfels“ im Rosenheimer Landratsamt. Landrat Otto Lederer hatte die Bürgermeister der Autobahn-Anrainergemeinden eingeladen. Als kompetente Berater nahmen Vertreter der Verkehrspolizeiinspektion Rosenheim und der Verkehrsbehörde im Rosenheimer Landratsamt an der Beratung teil.

„Verkehrsgipfel“ im Rosenheimer Landratsamt: Landrat, Bürgermeister der Autobahn-Anrainergemeinden, Verkehrspolizei und Verkehrsbehörde beraten, wie sie ein Abfahrtsverbot von den Autobahnen erreichen könnten.

Abfahrtsverbote sind das Ziel

Die Runde verständigte sich darauf, Abfahrtsverbote erreichen zu wollen“, informiert ein Sprecher des Landratsamtes. Vorbild soll die in Tirol geltende Regelung sein. Ein gemeinsamer Hilferuf soll noch in den Pfingstferien an die Rosenheimer CSU-Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig und an die Autobahn GmbH gesandt werden. Weil auch die Stadt Rosenheim vom Ausweichverkehr betroffen ist, unterstützt Rosenheims Oberbürgermeister Andreas März das Vorhaben ebenfalls.

Welche konkreten Pläne im Verkehrsgipfel beraten wurden, drang allerdings noch nicht an die Öffentlichkeit. Nur so viel: Es habe viele kreative Ideen gegeben. Nun müsse geprüft werden, ob diese auch umsetzbar seien.

Offener Brief eines Frasdorfer Kreisrates

Eine kreative Idee hatte der Frasdorfer Kreisrat Helmut Freund (Bayernpartei) schon am 27. Mai. In einem offenen Brief wandte er sich an Landrat Otto Lederer. Sein Anliegen: Lösungen gegen den „unkontrollierten Ausweichverkehr und die ernsthaften Belastungen der Gemeinden“ zu finden. „Die Auswirkungen sind für die betroffenen Ortschaften gravierend: Überfüllte Straßen, hohe Lärm- und Abgasbelastung sowie ein deutlich erhöhtes Sicherheitsrisiko für die Anwohner prägen das tägliche Bild. Rettungswege werden blockiert, und die innerörtliche Infrastruktur stößt an ihre Grenzen“, umriss er die belastende Situation.

Kreisrat regt temporäre Sperrungen der Ausfahrten an

Seine Idee: Auf Grundlage des Paragraf 45 der Straßenverkehrsordnung zu prüfen, ob „temporäre Sperrungen der Autobahnausfahrten zu definierten Stoßzeiten“ möglich wären. „Diese Vorschrift erlaubt ausdrücklich verkehrsbeschränkende Maßnahmen, wenn dies aus Gründen der Sicherheit oder Ordnung des Verkehrs notwendig ist“, erklärt Helmut Freund. Aufgrund der Verkehrsüberlastung in den betroffenen Orten und der damit verbundenen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung – einschließlich der Einschränkung von Rettungswegen – sei die rechtliche Schwelle für eine solche Maßnahme aus seiner Sicht erfüllt.

Freund regte zudem an, das „überregionalen Verkehrsaufkommens“ durch „Einschränkungen des Durchgangsverkehrs in den besonders betroffenen Ortslagen“ zu reduzieren und durch eine „verstärkte Polizeipräsenz“ die „Verkehrsordnung in den Ortschaften“ zu sichern. Ob dieser Vorschlag umsetzbar ist, kann das Landratsamt noch nicht beantworten. Die „interne Bearbeitung“ dauere an, hieß es auf OVB-Anfrage. Eine öffentliche Stellungnahme gebe es erst, wenn der „Vorgang abgeschlossen“ sei.

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