Vorfall am Sonntagmorgen (2. März)
Knapp am Feuer-Inferno vorbei: Rosenheimer (21) flippt an Tankstelle aus – Tankwart wird zum Held
Für die Mitarbeiter einer Tankstelle an der Äußeren Münchener Straße war es ein ungewöhnlicher Start in den Sonntag: Kurz nach 8 Uhr mussten sie den Notruf wählen, weil ein 21-Jähriger mit Benzin herumspritzte – während er ein Feuerzeug in der Hand hielt. Jetzt sprechen die Mitarbeiter.
Rosenheim – Dass etwas nicht stimmte, erkannte der Mitarbeiter einer Tankstelle an der Äußeren Münchener Straße gleich nach wenigen Sekunden. Um kurz nach 8 Uhr sei es gewesen, als ein 21-jähriger Rosenheimer die Tür zum Verkaufsraum öffnete. „Er sah sehr verwirrt aus und ist ziellos durch das Geschäft gelaufen“, erinnert sich der Mitarbeiter, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will.
Ware aus Geschäft geklaut
Er habe den 21-Jährigen daraufhin nicht mehr aus den Augen gelassen. „Er hat einige Kunden dumm angemacht“, sagt der Tankwart. Anschließend habe er eine E-Zigarette aus dem Regal genommen und – ohne die Ware zu bezahlen – den Laden verlassen. Der Mitarbeiter sei ihm gefolgt, um den Mann zur Rede zu stellen.
Doch dafür blieb keine Zeit. Denn der 21-Jährige nahm plötzlich eine der Zapfpistolen in die Hand, spritzte mit Benzin herum und hielt dabei ein Feuerzeug griffbereit in der Hand. Der Tankwart sei daraufhin zurück ins Geschäft geilt und habe die Pumpen ausgeschaltet. „Wir wollten auf Nummer sicher gehen und dafür sorgen, dass niemandem etwas passiert“, sagt der Mitarbeiter.
Lob für „geistesgegenwärtiges Handeln“
Später wird ihn sein Chef für sein „geistesgegenwärtiges Handeln“ loben. Auch, weil er dadurch möglicherweise Schlimmeres verhindert hat. Nachdem die Pumpen ausgeschaltet waren, wählte der Mitarbeiter die Nummer der Polizei. Das bestätigte Hauptkommissar Robert Maurer. Innerhalb weniger Minuten seien seine Kollegen vor Ort gewesen. Sofort sei ihnen der 21-Jährige ins Auge gefallen.
„Wir sprachen ihn an und er konnte von uns fixiert werden“, sagt Maurer. Der 21-Jährige habe keinen Widerstand geleistet und sich nicht gegen die polizeilichen Anordnungen gewehrt. Nach der Festnahme wurde er zur Dienststelle gebracht und dort auf richterliche Weisung in Gewahrsam genommen. „Mittlerweile konnte er wieder entlassen werden“, sagt der Hauptkommissar. Im Rahmen der Ermittlungen wurde ihm zufolge festgestellt, dass der 21-Jährige unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln stand.
Tankstelle schult Mitarbeiter
Das unterstreicht auch der Mitarbeiter der Tankstelle. „Man hat sofort gemerkt, dass er Drogen konsumiert hat. Wahrscheinlich kann er sich überhaupt nicht mehr an seine Tat erinnern“, sagt der Tankwart. Er und seine Kollegen hätten die Situation gut weggesteckt. „Wir sind auf so etwas vorbereitet“, sagt er. So würde die Tankstelle verschiedene Schulungen für ihre Mitarbeiter anbieten. Im Rahmen dieser würden sie unter anderem lernen, wie man sich bei einem Raubüberfall zu verhalten hat – oder eben, was man tut, wenn jemand mit einem Feuerzeug in der Nähe der Zapfsäulen steht.
Da ging das Adrenalin schon nach oben.
Doch auch das habe nichts an der Tatsache geändert, dass er nervös gewesen sei. „Da ging das Adrenalin schon nach oben“, sagt er am Telefon. Auch, weil es sich dabei um keine Alltagslappalie gehandelt hat. Die Beamten der Rosenheimer Polizei prüfen jetzt, ob Verstöße nach den Brandverhütungsvorschriften vorliegen.