Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Im Rosenheimer Aicherpark

Grünes Licht für Bridge 15: Warum ein „Projekt unter der Brücke“ für Begeisterung sorgt

Freuen sich über das neue Projekt „Bridge 15“, das im Aicherpark entstehen soll: Oberbürgermeister Andreas März und Vertreter der Verwaltung, des Staatlichen Bauamts sowie Harald Bühler von der IG Aicherpark (rote Jacke).
+
Freuen sich über das neue Projekt „Bridge 15“, das im Aicherpark entstehen soll: Oberbürgermeister Andreas März und Vertreter der Verwaltung, des Staatlichen Bauamts sowie Harald Bühler von der IG Aicherpark (rote Jacke).

Ein Fußballplatz, ein Basketballfeld und eine Skating-Anlage: Unter der Brücke der Westtangente B15 im Aicherpark soll in den kommenden Monaten ein integratives Freizeitgelände entstehen. Jetzt wurde ein erster Vertrag unterschrieben. Doch eine kleine Hürde gibt es noch.

Rosenheim - Am Ende fehlten sogar Özgür Yildirim die Worte. „Ich bin sehr fasziniert und habe schon jetzt etliche Ideen, was man auf dem Gelände alles machen könnte“, sagte der Fußballtrainer während der Pressekonferenz im kleinen Sitzungssaal des Rosenheimer Rathauses. In großer Runde wurde an diesem Vormittag noch einmal das Projekt „Bridge 15“ vorgestellt - ein integratives Freizeitgelände, das unter der neuen Westtangente entstehen soll.

Spannendes Projekt

„Es ist ein wirklich spannendes Projekt“, sagte Oberbürgermeister Andreas März. Er ließ es sich nicht nehmen, das ein oder andere Wortspiel zum Besten zu geben. So baue das Projekt nicht nur eine Brücke zwischen einzelnen Behörden und der Bürgerstiftung, sondern auch zwischen Menschen und zwei benachbarten Gemeinden.

Idee entstand während Pandemie

„Das Projekt hat mich von Anfang an begeistert, weil es so etwas in der ganzen Gegend noch nicht gibt“, sagte März. Die Idee, ein integratives Freizeitgelände im Aicherpark anzusiedeln, entstand während der Corona-Pandemie. Damals habe das Staatliche Bauamt, dem die Flächen gehören, Kontakt mit Harald Bühler aufgenommen. „Wir wurden gefragt, ob wir Verwendung für das Gelände haben“, erinnert sich der Sprecher der Interessensgemeinschaft IG Aicherpark.

Ziel sei von Anfang an gewesen, an dieser Fläche etwas „Besonderes zu machen“. Gemeinsam mit Christian Hlatky, Geschäftsführer der Rosenheimer Bürgerstiftung, wurde an verschiedenen Ideen getüftelt. Zwei Jahre später steht das Konzept. Neben einem Skaterpark, einem Fußballfeld, mehreren Fitnessgeräten und einer Boulderanlage soll auch ein Streetballplatz entstehen.

Bespielt von „Startklar“

Bespielt wird die Anlage von der Organisation „Startklar“, die bereits das Projekt „Bewegung im Westen“ ins Leben gerufen hat - das 2022 den Integrationspreis erhalten hat. Das Ziel: Rosenheimer Bürgern ein kostenloses und offenes Sport- und Freizeitangebot anbieten. Neben Kickboxen und Fitnesstraining gibt es unter anderem auch Fußball.

Zahlreiche Interessenten, zukünftige Nutzer und Vertreter der Rosenheimer Vereine nahmen an dem Beteiligungsworkshop zur „Bridge15“ teil.

Hier hat Özgür Yildirim das Sagen, der von seinen Schützlingen nur „Özi“ genannt wird. Er steht von Früh bis Abends auf den Bolzplätzen in der Endorfer Au und an der Finsterwalderstraße und trainiert Kinder und Jugendliche. Sobald das integrative Freizeitgelände im Aicherpark fertig ist, will er auch dort Einheiten anbieten. „Dadurch haben wir dort auch gleich eine gewisse soziale Kontrolle“, sagt Hlatky.

Zahlreiche Bauvorhaben

Wichtig sei das Projekt „Bridge 15“ unter anderem aufgrund der Bauvorhaben in der näheren Umgebung. So wird nicht nur in Oberwöhr fleißig gebaut, auch in der Endorfer Au soll nachverdichtet werden. „Wir brauchen Plätze für junge Familien, wo sie sich bewegen können“, sagte Hlatky. Gerade nach der Pandemie habe sich viel verändert. Statt Vereinen setzen viele auf Sport in der Freizeit. Hierfür brauche es zusätzliche Plätze - wie eben „Bridge 15“.

Der Vorteil: Die Anlage sei - aufgrund der Tatsache, dass sie sich unter einer Brücke befindet - überdacht. „Sie kann also wetterunabhängig genutzt werden“, sagt Hlatky. Hinzu kommt, dass sich die Anlage in einem Gewerbegebiet befindet. Heißt: Selbst wenn Jugendliche noch um 23 Uhr noch Fußball spielen, wird es keine Beschwerden aufgrund des Lärms geben.

Anders als es derzeit gelegentlich der Fall ist. Das machte Lena Bichlmair deutlich. Sie ist Leiterin des Projekts „Bewegung im Westen“. „In der Vergangenheit hat es immer wieder Probleme mit einigen Anwohnern gegeben“, sagte sie. Das liege unter anderem daran, dass die Bolzplätze in der Endorfer Au und an der Finsterwalderstraße mitten im Wohngebiet liegen. „Die neue Anlage ist für Kinder und Jugendliche eine riesengroße Chance, ihre Freizeit dort zu gestalten“, sagte sie.

Gemeinschaftsunterkunft in der Nähe

Zudem befinde sich in der Nähe eine Gemeinschaftsunterkunft für geflüchtete Menschen. Auch sie würden von der neuen Anlage profitieren. Dass es nicht selbstverständlich ist, ein solches Projekt auf die Beine zu stellen, machte Hlatky an diesem Vormittag gleich mehrmals deutlich. „Gerade in Zeiten, wo jeder Euro umgedreht werden muss, ist es uns gelungen, die komplette Summe über Spenden und Sponsoring zu finanzieren“, sagte er.

Und doch gibt es noch eine kleine Hürde. Denn ein Teil der Gesamtkosten in Höhe von 830.000 Euro ist noch offen. Dass die Kosten höher ausfallen, als ursprünglich gedacht, liege unter anderem daran, dass das komplette Areal inklusiv gestaltet wird - von der Toilettenanlage bis zur Beschaffenheit der Böden. Optimistisch, dass die fehlenden Gelder noch zusammenkommen, ist Sebastian Fink, Leiter des Schul- und Sportamts.

Nutzungsvereinbarung für 25 Jahre

„Man investiert in die Zukunft“, sagte er. Denn die Nutzungsvereinbarung gelte für die kommenden 25 Jahre. „Sponsoren werden über viele Jahre an dieser Anlage präsent sein“, sagte Fink. Christian Hlatky pflichtete ihm bei, bat die Rosenheimer darum, dieses „tolle Projekt zu unterstützen“.

Unterschrieben die Nutzungsvereinbarung: Oberbürgermeister Andreas März (links) und Hermann Streicher vom Staatlichen Bauamt. Im Hintergrund (von links): Fußballtrainer Özgür Yildirim, Lena Bichlmair von Startklar, Harald Bühler von der IG Aicherpark, Christian Hlatky von der Rosenheimer Bürgerstiftung, Sozialdezernent Christian Salberg, Sebastian Fink, Leiter des Schul- und Sportamts und Bernhard Gehrmann vom Staatlichen Bauamt.

Bereits im Herbst soll mit den ersten Bodenarbeiten begonnen werden. Läuft alles nach Plan, könnte das Projekt bereits Mitte 2026 fertiggestellt sein. „Auch für uns ist es ein außergewöhnliches Projekt“, sagte Hermann Streicher vom Staatlichen Bauamt. Ihm und seinen Kollegen sei es vor allem wichtig gewesen, dass es trotz der geplanten Anlage weiterhin möglich ist, diverse Arbeiten durchzuführen - beispielsweise die Prüfung der Brücke. „Wir stellen die Flächen sehr gerne zur Verfügung“, fügte er hinzu.

Und auch im Haupt- und Finanzausschuss erntete das Projekt nur Zustimmung. Neben viel Lob gaben die Stadträte auch grünes Licht für die weiteren Planungen. Groß darüber ist die Freude nicht nur bei Özgür Yildirim.

Kommentare