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„Hat weh getan“

Rausgeworfen von der Bahn und jetzt „Glück Hoch Drei“: Das planen die Ganters im Priener Bahnhof

Michael (li) und Peter Ganter (rechts) - Noch wird renoviert und umgebaut, aber bald wird die Buchhandlung Ganter wieder in den gewohnten Räumlichkeiten im Priener Bahnhof zu finden sein.
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Michael (li) und Peter Ganter (rechts) - Noch wird renoviert und umgebaut, aber bald wird die Buchhandlung Ganter wieder in den gewohnten Räumlichkeiten im Priener Bahnhof zu finden sein.

Die Buchhandlung Ganter Presse & Buch GmbH war seit 1971 die Institution am Priener Bahnhof, ehe sie kurz vor ihrem 50. Geburtstag von einer Bahn-Tochter rausgeworfen wurde. Jetzt kehren sie zurück - mit einem zusätzlichen, wichtigen Angebot. Wie es dazu kam und wann wiedereröffnet wird.

Prien - Das Aussitzen hat sich gelohnt: Kurz vor dem 50. wurden sie rausgeworfen, jetzt dürfen sie doch wieder rein. Die Buchhandlung Ganter Presse & Buch GmbH, seit 1971 die Institution am Priener Bahnhof, wurden von der DB InfraGo kurz vor ihrem 50. Jubiläum hinauskomplementiert. Doch jetzt dürfen sie wieder in die alte Räumlichkeiten. Und eine Post-Niederlassung gibt es noch obendrein. Voraussichtlich Ende Mai soll Eröffnung sein.

Acht Bahnhofsbuchhandlungen in Oberbayern

Kurz vor dem 50. Jubiläum kam damals die Schocknachricht: „Ihr müsst raus,“ erinnert sich Peter Ganter. „Das hat weh getan.“ Zusammen mit seinem Bruder Michael leitet er acht Bahnhofsbuchhandlungen quer durch Oberbayern: Neben dem Stammhaus in Prien gibt es Niederlassungen in Bernau, Freilassing, Berchtesgaden, Weilheim i. OB., Murnau, Garmisch-Partenkirchen und Freising. Zeitgleich mit der Kündigung für Prien kam damals das Aus für die Filialen in Bad Endorf und Freilassing.

Für Bad Endorf fand sich ein neues Standbein im Bernauer Bahnhof, auch in Freilassing fand sich schnell ein Laden in Bahnhofsnähe. Und in Prien? Der DB ServiceShop zog erst nach Monaten des Leerstands ein. Die Ganters wollten aber auch unbedingt in Bahnhofsnähe bleiben. Gemeinde und Kunden halfen mit. Immer wieder habe es geheißen: „Ihr müsst bleiben.“ Schließlich fand sich ein Lagerraum am Bahnhofsplatz, zwischen Bahnhof und Busbahnhof gelegen. Von der Lage her optimal, aber komplett renovierungsbedürftig.

Ganter-Brüder besschwerten sich in Berlin

„Wir haben sogar einen barrierefreien Zugang geschaffen,“ erwähnt Peter. Mit dem neuen ServiceStoreDB im Priener Bahnhof hatte der DB-Chefvermarkter wohl sein eigenes Süppchen kochen wollen. Aber kann man gleichzeitig Betreiber und Vermieter sein? Die beiden Ganter-Brüder waren dafür sogar in Berlin. „Wir haben denen vorgerechnet, dass das nicht funktioniert.“ Doch erst nachdem der Chefvermarkter in Rente gegangen war, kam wieder Bewegung in die Sache.

Die DB hat ihre Sparten neu aufgeteilt, Cargo und Zug-Geschäft rentieren sich wohl doch mehr als der Handel. Die Umfrage der Bundesnetzagentur kam da wie gerufen: Die Kunden wünschen verlässlichere Verbindungen, mehr Sauberkeit und Sicherheit. „Das hat der Wissing ernst genommen,“ gesteht Peter Ganter dem ehemaligen Bundesverkehrsminister zu. DB-intern wurde die DB-Service-Sparte aufs Abstellgleis geschoben, der ServiceStoreDB im Priener Bahnhof geschlossen.

Neuer Mietvertrag im Priener Bahnhof

Die Bahn hat den Ganter-Brüdern einen neuen Mietvertrag im Priener Bahnhof angeboten, den sie kürzlich unterzeichnet haben. Jetzt heisst es also wieder: Renovieren und ausbauen. Denn die Buchhandlung wird sich um eine Post-Annahmestelle vergrößern. Die Post-Filiale in der Avia-Tankstelle schließt. Da fackelten die Ganters nicht lange. Was aber noch mehr Arbeit und Betrieb bedeutet: „Macht nichts,“ freuen sich die beiden. „Unsere Mitarbeiter sind unser höchstes Gut. Wir konnten sie trotz des Umzugs in die kleineren Räumlichkeiten behalten und brauchen sie jetzt natürlich mehr denn je.“

Ein, zwei helfende Hände täten gut, wirbt Michael. Denn neben der Post werden die Ganters wie gewohnt weit über 4000 Pressetitel, regionale, nationale und internationale Zeitungen, Zeitschriften und Magazine anbieten. Dazu eine reichliche Auswahl an Spiegel-Bestsellern, Krimis, Thriller und Belletristik, Kinder- und Jugendbücher sowie an Reiseliteratur. Und natürlich - wie in allen anderen Filialen - Snacks, Tabakwaren, Getränke, Schreibwaren und Postkarten.

Kunden dürften begeistert sein

Das man in Bahnhofsnähe bleiben konnte, sei schon ein Glücksfall gewesen, sagt Peter. Nun wieder der Umzug in den Bahnhof plus Post-Annahmestelle. Glück Hoch Drei. Die Kunden wird der Umzug sicher freuen, sind sich die Brüder sicher: „Selbst in unserem kleinen Laden haben sie uns die Treue gehalten. Dafür ein herzliches Vergelt’s Gott.“

Sei es das Zeitschriftensortiment oder noch ein Buch, ehe man auf Reisen geht. Es gibt aber auch Stammkunden in der Früh, die sich hier schnell ihren Kaffee oder Tabak holen, ehe sie in den Zug steigen. Eine echte Bahnhofsbuchhandlung eben. Nun auch mit Postannahmestelle.

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