Krippengruppe in Gefahr?
Kita-Probleme in Ramerberg? Was die Gemeinde zu den Gerüchten zur „unnötigen Krippe“ sagt
Braucht Ramerberg eine Krippe? Und kann sich die Gemeinde die Einrichtung überhaupt noch leisten? Angeblich nein, wenn man hartnäckigen Gerüchten im Ort Glauben schenkt. Was die Gemeinde dazu sagt und wie es um den ursprünglich geplanten Kindergarten-Bau steht.
Ramerberg – Braucht es die Krippe in Ramerberg? Und kann sich die Gemeinde die Einrichtung überhaupt noch leisten? Zwei Fragen, die sich offensichtlich die Ramerberger stellen und die auch im Gemeinderat schon mehrmals thematisiert wurden. Immer wieder heißt es, dass die Kinderkrippe – eröffnet im Dezember 2022 – nicht ausgelastet sei. Hinzu kommt die prekäre Finanzlage, die einigen Bürgern Kopfzerbrechen bereitet und dann wäre da noch das Kindergarten-Gebäude, das als sanierungsbedürftig gilt und ursprünglich sogar einmal abgerissen werden sollte.
Grund genug, einmal nachzufragen: Wie steht es denn eigentlich um die Kinderbetreuung in Ramerberg? Die Antwort: Gar nicht so schlecht.
Zumindest an der Behauptung, dass die Ramerberger Krippe nicht ausgelastet sei, beziehungsweise dort nur Kinder aus umliegenden Gemeinden betreut werden, ist laut Maximilian Brockhoff, Geschäftsleiter der Verwaltungsgemeinschaft Rott-Ramerberg nichts dran. „Woher ein solches Gerücht kommen könnte, kann unsererseits nicht beantwortet werden“, erklärt er auf Anfrage.
Aktuell sei die Krippe gut besucht. „Zum jetzigen Stand sind zehn der zwölf Plätze belegt“, so Brockhoff. Alle Kinder würden aus der Gemeinde Ramerberg stammen. Noch im Mai seien sogar alle zwölf Plätze belegt gewesen. Aufgrund des Erreichens der „Altersgrenze“ von drei Jahren seien vor kurzem zwei Kinder in den Kindergartenbereich gewechselt.
Auch für das kommende Kindergartenjahr wird die Krippe wohl benötigt. Derzeit gebe es zwei Neuanmeldungen. Aufgrund des Wechsels einiger Kinder von der Krippe in den Kindergarten würden somit im Kindergartenjahr 2025/26 voraussichtlich acht Kinder betreut, so Brockhoff.
Aktuell kein Neubau nötig
Finanziell steht der Kindergarten und die Krippe dabei wie folgt da: Im Jahr 2024 hat die Gemeinde Ramerberg eine Abschlagszahlung in Höhe von 366.000 Euro geleistet. Hier sind sowohl Gebühren für Kindergarten und Krippe eingerechnet, da die jährliche Abrechnung des Trägers, des AWO-Kreisverbandes Rosenheim nicht auf einzelne Kindergarten- oder Krippengruppen aufgeschlüsselt wird. Die Kosten werden teilweise aber auch vom Freistaat gedeckt, der Zuschuss für 2024 beläuft sich laut Brockhoff auf rund 226.000 Euro, wobei eine Endabrechnung für dieses Jahr noch nicht erfolgt ist. Im Jahr 2023 beliefen sich die Abschlagszahlungen auf rund 294.000 Euro bei einem staatlichen Zuschuss in Höhe von 186.000 Euro.
Und was ist mit dem Kindergarten-Gebäude? Dadurch, dass die Krippengruppe im Untergeschoss des Gemeindehauses untergekommen ist und dort auch auf unbestimmte Zeit bleiben darf, hat sich auch dieses Problem zumindest größtenteils gelöst. „Das Gebäude befindet sich grundsätzlich in einem guten Zustand mit mittlerem Sanierungsbedarf“, so Brockhoff. Insbesondere im energetischen Bereich würden in den nächsten Jahren vermutlich Investitionen anfallen, dazu werde derzeit eine Prioritätenliste erarbeitet.
Die Machbarkeitsstudie, die zum Schluss kam: Ein Neubau des Kindergartens ist nötig, habe aber auf der Annahme basiert, dass dauerhaft vier Gruppen, also drei Kindergarten- und eine Krippengruppe, im Gebäude untergebracht werden müssen. „Aufgrund der Unterbringung der Krippengruppe im Gemeindehaus sowie der aktuellen Anmeldezahlen ist diese Erweiterung auf insgesamt vier Gruppen derzeit nicht notwendig“, so Brockhoff. Sofern die Anmeldezahlen nicht zu stark ansteigen, stehe damit auch einer auch längerfristigen Nutzung des Gebäudes nichts entgegen.