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Einigung mit Denkmalschutz

Priener Bahnhof bekommt neues Dach – Bahn überrascht beim Zeitplan

Ein Zug fährt im Regen in den Priener Bahnhof ein. Dächer gibt es dort aktuell keine.
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An Regentagen stehen Bahn-Reisende buchstäblich im Regen, den am Priener Bahnhof gibt es nach wie vor keine Dächer. Jetzt kommt aber Bewegung ins Thema.

Stehen Bahnreisende bald nicht mehr im Regen? Es war eine Randnotiz von Bürgermeister Andreas Friedrich im Rat von Prien. Für Bahnreisende könnte sie aber eine große Erleichterung bringen. Denn es gibt wohl einen Kompromiss zwischen der Bahn und dem Denkmalschutz für die Dächer an den Bahnsteigen des Priener Bahnhofs.

Prien am Chiemsee – An Regentagen sieht der Priener Bahnhof verlassen aus, da die wartenden Bahnreisenden lieber in der Unterführung warten, als am Gleis. Denn dort fehlen nach wie vor die Dächer auf den Skeletten der denkmalgeschützten Säulen. Jetzt kommt aber Bewegung in die Sache, wie Bürgermeister Andreas Friedrich dem Priener Gemeinderat in der Sitzung Ende Juni mitteilte. Denn die Bahn und der bayerische Denkmalschutz haben sich über eine gemeinsame Lösung verständigt.

„Die finale Freigabe vom Denkmalschutz und der finale Plan der Bahn fehlt meines Wissens nach noch, aber eine gemeinsame Lösung wurde skizziert“, berichtet Friedrich dem OVB aus einem Abstimmungsgespräch. Die Pressesprecherin des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege bestätigt auf OVB-Anfrage die „Kompromissidee“ und nennt Details: Es ist vorgesehen, „den Bereich der Unterführung und von dort ausgehend in Gleisrichtung München durch eine in der Silhouette angepasste Neukonstruktion zu überdachen.“ Dies sei durch eine künftig höhere Durchfahrtsgeschwindigkeiten der Züge nötig, da sonst keine „ausreichend sichere Lösung für die Passagiere hergestellt werden kann“.

„Sollte der Schadensumfang der im historischen Baukastensystem errichteten Bahnhofsüberdachung größer sein als erwartet“, erklärt die Denkmalpflege-Sprecherin, „werden so viele Teile nachgegossen, dass auf beiden Bahnsteigen das alte Dach im Anschluss an den Neubauteil bis mindestens auf Höhe Königspavillon wieder aufgestellt werden kann.“ Für den Fall, dass der Schadensumfang der Gussteile kleiner ist als erwartet, „wird das historische Dach in Richtung Salzburg verlängert und alle intakten bzw. gut reparierbaren Teile werden wieder aufgestellt“.

Alte Säulen werden aufwendig überprüft

Friedrich fasst es so zusammen: „Alle Pfosten, die erhalten werden können, werden genutzt.“ Für die Prüfung werden aber zunächst alle Säulen abgebaut. Das Landesamt für Denkmalpflege bestätigt auch: „An diesem Konzept will die DB weiterarbeiten und dieses dem Planfeststellungsverfahren unter Federführung des Eisenbahnbundesamtes zugrunde legen.“ Eine offizielle Beteiligung der Träger öffentlicher Belange und damit auch des Denkmalschutzes erfolge im Rahmen dieses Verfahrens.

Priens Bürgermeister Friedrich hat aber auch schlechte Nachrichten: Die Umsetzung der neuen Dächer würde erst im Laufe der Generalsanierung im Jahr 2027 durchgeführt werden. Auf OVB-Anfrage teilt eine Sprecherin der Bahn nochmal den Hintergrund der aktuell fehlenden Überdachung mit: „Aus statischen Gründen können auf den vorhandenen Stützen keine temporären Dächer installiert werden.“

Und dann die gute Nachricht der Bahn: Am Bahnsteig zwischen den Gleisen zwei und drei werden „zwei weitere Wetterschutzanlagen errichtet. Der Wetterschutz soll nach aktuellem Stand noch im laufenden Quartal aufgebaut werden.“ Diese „Wetterschutzanlagen können dabei ohne Sperrpausen errichtet werden, die Anlagen können darüber hinaus später zusätzlich zu den neuen Bahnsteigdächern wiederverwendet werden“, so die Bahnsprecherin.

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