Mehr Platz für Mensch und Feuerwehr
Prügeleien und Verkehrschaos am Wertstoffhof: Das will Prien dagegen tun
Verkehrschaos am Wertstoffhof: Freitagnachmittags und samstags ein häufiges Bild. In Prien soll das bald ein Ende haben. Dank Einbahnstraße statt Begegnungsverkehr. Was die Feuerwehr damit zu tun hat?
Prien – Am Wertstoffhof im Hohertinger Weg spielen sich jedes Wochenende die gleichen Dramen ab: Die einen wollen die kaputte PC-Tastatur und anderen Elektroschrott entsorgen, die anderen haben den Kleiderschrank ausgemistet und die dritten stapelweise Styropor im Kofferraum. Da sind Staus und Durcheinander programmiert. Und nicht nur das: „Neulich gab es sogar eine Prügelei unter Kunden, die sich vorher schon wütend angehupt hatten“, berichtete Bürgermeister Andreas Friedrich.
Das soll ein Ende haben, sind sich die Marktgemeinderäte einig. Geplant ist der Neubau eines kombinierten Gebäudes für Feuerwehr und Wertstoffhof, um die Verkehrssituation zu verbessern und die Einsatzmöglichkeiten der Feuerwehr zu erweitern. „Zwei Fliegen mit einer Klappe“, kommentierte Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG).
Denn neben der Containerhalle für den Wertstoffhof – inklusive WC – ist in dem 13,10 Meter breiten, 8,71 Meter hohen und 23 Meter langen Gebäude auch eine Halle für die Feuerwehr. In der finden drei Abrollcontainer für unterschiedliche Einsatzzwecke Platz. Die Container und das dazugehörige Fahrzeug werden der Feuerwehr des Marktes Prien vom Bund zur Verfügung gestellt.
Sonja Werner (Grüne) meinte, dass sich der Stau am Wochenende doch meist schnell wieder auflöse. „Müssen wir da wirklich 170.000 Euro investieren?“ Ja, fand Michael Anner (CSU), denn am Wochenende sei oft ein zusätzlicher Mitarbeiter abgestellt, der den Verkehr im Wertstoffhof regele. Und das komme auf Dauer teurer. Gerhard Fischer fand die Halle „sinnvoll, aber graislig mit dem vielen Beton“. Prompt kamen Vorschläge zu Holzverschalung oder Grafitti.
Von den Gesamtkosten – rund eine halbe Million inklusive Außenanlagen – entfallen 250.000 Euro auf den Feuerwehrbereich. Dieser Anteil wird durch eine Bundesförderung in Höhe von knapp 200.000 Euro unterstützt. Der Förderbescheid kam, wie Friedrich bekannt gab, just am Tag der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderates. Somit verbleiben für den Markt Prien Kosten von rund 300.000 Euro. Die erforderlichen Haushaltsmittel sind vorhanden.
Der Marktgemeinderat beauftragte die Verwaltung, einen Bauantrag in der vorgestellten Variante bei der zuständigen Genehmigungsbehörde einzureichen und in einer Sitzung des Bau- und Umweltausschusses das gemeindliche Einvernehmen zu erteilen.