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Nachvollziehbar oder völlig daneben?

„Todesanzeige“ wegen Pfarrer-Versetzung? Priener Gläubige greifen zu drastischen Mitteln

Versetzung Priener Pfarrer Grengel
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Pfarradministrator Gottfried Grengel wird ab Mai nicht mehr in der Priener Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt predigen - das entschied das Ordinariat München und Freising. Einige Christen innerhalb der Pfarrverbände Westliches Chiemseeufer wehren sich gegen die Versetzung - unter anderem mit einer „Todesanzeige“.

Die Versetzung des Priener Pfarrers Gottfried Grengel ist besiegelt, doch in der Chiemseegemeinde regt sich nach wie vor Widerstand. Die Unterstützer Grengels greifen zu ungewöhnlichen Methoden - in Form einer „Todesanzeige“.

Prien am Chiemsee - Obgleich die Versetzung von Pfarradministrator Grengel beschlossene Sache ist, wollen Gläubige und Verbundene aus den Pfarrverbänden Westliches Chiemseeufer/Stephanskirchen bei Hemhof weiter um den Erhalt ihres Pfarrers kämpfen.

Versetzung gleicht einer Beerdigung?

Dafür scheinen sie weder Kosten noch Mühen zu scheuen. Das erlebte die OVB-Redaktion in Prien hautnah mit, als Jutta Schmitt zusammen mit ihrem Lebensgefährten Klaus Kühbandner plötzlich in der Geschäftsstelle des OVB stand und eine ganz spezielle „Todesanzeige“ im Namen der Christen in der Zeitung schalten wollte – mit Kosten in Höhe von 1200 Euro.

„Die Kosten hätten mein Freund und ich gemeinsam getragen. Eine Kostenbeteiligung hätten wir abgelehnt“, betont Schmitt, als wir natürlich wissen wollten, was sie dazu bewegt, zu einer solch kostspieligen und außergewöhnlichen Maßnahme zu greifen.

Die Idee mit der „Todesanzeige“ sei eine Nachahmung. In Baden-Baden gab es nämlich im März einen ganz ähnlichen Fall: Nach der Abberufung des Pfarrers Matthias Koffler zeigten sich Mitglieder des Pfarrgemeinderats tief bestürzt - und setzten sich mit der Aufgabe einer „Todesanzeige“ zur Wehr. Der Text wurde zwar veröffentlicht, kurze Zeit später jedoch wieder offline genommen, wie der SWR berichtet.

Schmitt wollte also eine Brücke schlagen zu der Situation in der Chiemseegemeinde in Hinblick auf Grengels bevorstehende Versetzung: „Die Anzeige sollte ganz plakativ die Stimmung aufzeigen, die auch nicht gläubige Katholiken über die vom Erzbischöflichen Ordinariat München forcierte Abschiebung des Ausnahmepriesters und Menschen Gottfried Grengel empfinden.“

Schriftverkehr mit der katholischen Kirche verläuft ins Leere

Dem voraus ging ein beachtlicher Schriftverkehr, den Schmitt auf sich nahm – an verschiedene Zeitungen wie die Bild, die SZ oder den Münchner Merkur – ohne Rückmeldung – sowie an diverse Stellen der katholischen Kirche, darunter Generalvikar Christoph Klingan. Auf Antworten wartet Schmitt bis heute vergeblich.

Lediglich Diakon Wolfgang Schwarz habe ihr auf einen an Kardinal Reinhard Marx adressierten Brief hinsichtlich der Inkardienierung und des Verbleibs von Pfarradminstrator Grengel geantwortet - allerdings nur mit, wie sie sagt, „lapidaren Floskeln“.

Der Inhalt der „Todesanzeige“ im Wortlaut:

Abschiebung/Vertreibung von Pfarrer Gottfried Grengel

In tiefer Trauer geben viele Christen und Verbundene aus dem blühenden PV Westliches Chiemseeufer und Bad Endorf/Stephanskirchen bekannt, dass die herausragende Leitung und der unermüdliche Einsatz von Pfarrer Gottfried Grengel für die Sache Gottes auf Anordnung des Erzbischofs von München und Freising, Dr. Reinhard Kardinal Marx, in dieser Konstellation mit Datum 30. April 2025 zu Grabe getragen wird.

Unser aufrichtiger Dank gilt daher dem Erzbischof Dr. Reinhard Kardinal Marx und seinem treuen Vasallen GV Christoph Klingan sowie Dekan Thomas Schlichting. Beide Herren haben gegen den erklärten und schriftlich bekundeten Willen von mehr als 5.500 Personen und vielen hunderten E-Mails und Briefen sowie mehrfach erfolglosen Versuchen telefonischer Kontaktaufnahme eine mögliche Inkardinierung verhindert, obwohl das Erzbistum Salzburg durch den emeritierten Herrn GV Roland Rasser, wie auch seinen Nachfolger Herrn GV Harald Mattel bereit war, Zustimmung zu erteilen, jedoch das EB Ordinariat München keine Anfrage an das EB Salzburg gerichtet hat und daher für diese Grablege allein verantwortlich zeichnet.

Ruhe sanft - Christen und Verbundene des Pfarrverbands

Pressesprecher Dr. Christoph Kappes vom Erzbischöflichen Ordinariat München erklärt, das Ordinariat werde zu dieser „Todesanzeige“ keine Stellung beziehen und verweist zum wiederholten Male auf die seit Beginn geltende Befristung der Stelle von Grengel in der Pfarrgemeinde Prien.

Man könne nachvollziehen, dass ein Wechsel eine Herausforderung darstelle, bitte aber um Verständnis: „Uns ist an einem guten Übergang sehr gelegen und wir möchten vor allen Dingen ein gutes seelsorgerisches Angebot für die Menschen vor Ort anbieten“, unterstreicht Dr. Kappes und hofft sehr, dass die Priener dem neuen Pfarrer eine Chance geben.

Neuer Leiter der Pfarrverbände Bad Endorf und Westliches Chiemseeufer

Pfarrer Philipp Werner übernimmt zum 1. Mai die Leitung der Pfarrverbände Bad Endorf und Westliches Chiemseeufer mit Sitz in Prien. Der 48-Jährige tritt damit die Nachfolge von Pfarradministrator Grengel an, der nach Ablauf einer befristeten Vereinbarung zwischen den beiden Erzdiözesen Salzburg und München und Freising als Priester der Erzdiözese Salzburg wieder in sein Heimatbistum zurückkehren wird.

In der Seelsorge der Pfarrverbände Bad Endorf und Westliches Chiemseeufer wird Pfarrer Werner auch künftig von einem Team aus Priestern und pastoralen Mitarbeitenden begleitet. Die genaue Zusammensetzung des Teams wird zu gegebener Zeit in den beiden Pfarrverbänden bekanntgegeben werden.

Derzeit leitet Pfarrer Werner die Pfarrei Poing-St. Michael im Dekanat Ebersberg. Sein Nachfolger dort wird am 1. Juni 2025 Pfarrvikar Jasper Gülden (34), der derzeit in den Pfarrverbänden Dachau-St. Jakob sowie Dachau-Hl. Kreuz und St. Peter eingesetzt ist. (mb)

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