Klerikaler Umbruch in Prien am Chiemsee
Widerstand zwecklos: Was steckt hinter der Versetzung von Pfarrer Grengel?
Die geplante Versetzung des Priener Pfarrers schlug die vergangenen Wochen hohe Wellen in der Chiemseegemeinde. Nun scheint eine Entscheidung gefallen und die Wogen haben sich geglättet - oder etwa nicht?
Prien am Chiemsee - Mehr als 5000 Unterschriften gegen die Versetzung von Pfarradministrator Gottfried Grengel kamen in den letzten Wochen zusammen - am Ende half aller Einsatz nichts: Die Versetzung nach Ebbs scheint endgültig.
Die letzten Monate brodelte es gewaltig - nicht nur in der Pfarrgemeinde „Mariä Himmelfahrt“ in Prien, sondern innerhalb der Pfarrverbände Westliches Chiemseeufer, Rimsting, Bernau, Frasdorf und Bad Endorf. Die Entscheidung der Erzdiözese München-Freising zur Versetzung Grengels hinterließ zahlreiche Fragezeichen.
Stelle sei „von Anfang an befristet“ gewesen
„Der Weggang, der Ende April 2025 vollzogen werden soll und das Gerücht, das Erzbistum München-Freising müsste lediglich bei der Erzdiözese Salzburg um dauerhafte Versetzung von Gottfried Grengel ersuchen, hat für große Unruhe und Unmut in der Kirchengemeinde gesorgt“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Bürgermeister der betroffenen Gemeinden.
„Zwischenzeitlich hat uns die glaubhafte Versicherung des Ordinariats München erreicht, dass der Einsatz von Grengel in den Pfarrverbänden Bad Endorf und Westliches Chiemseeufer beziehungsweise im Erzbistum München-Freising von Anfang an befristet gewesen sei“, heißt es weiter.
Die Bürgermeister bedauern, dass dieser Umstand vom Ordinariat München-Freising nicht von Anfang an offen kommuniziert worden sei, als man Grengel im November 2022 als Pfarradministrator eingesetzt habe: „Hier sehen wir ein Kommunikationsverschulden von Seiten des Ordinariats München, was letztlich auch zu der Unruhe in den Kirchengemeinden beigetragen hat.“
Die Erklärung des Ordinariats Salzburg, das den Bürgermeistern vorliegt, im Wortlaut:
- „Pfarrprovisor Gottfried Grengel ist in der Erzdiözese Salzburg inkardiniert und damit ein fester Bestandteil unseres Klerus. Wie in den meisten mitteleuropäischen Diözesen ist jedoch auch bei uns der Priestermangel stark zu spüren und wir sind auf jeden engagierten und motivierten Priester angewiesen. Auf eigenen Wunsch wollte er im Herbst 2021 in der Nähe seiner Heimat aktiv werden – diesem Wunsch haben wir entsprochen, sodass er nun einige Jahre außerhalb seines eigentlichen Zuständigkeitsbereiches tätig sein konnte. Ein Wechsel der Inkardinierung war dabei seitens der Erzdiözese Salzburg nicht ins Auge gefasst worden und wir haben uns auf eine Befristung vereinbart. Die Erzdiözese Salzburg und München haben nun im Einvernehmen festgelegt, dass er in Zukunft wieder in seiner ‚kirchlichen Heimat‘ aktiv sein wird.“
- „Da wir den Schmerz des Abschiedes gut verstehen können und die Ermöglichung eines guten Übergangs in den beiden derzeit von Gottfried Grengel geleiteten Pfarrverbände durch entsprechende Nachfolgeregelung seitens der Erzdiözese München und Freising unterstützen wollten, sind wir als Erzdiözese Salzburg dem Wunsch des Pfarrverbandes und der Erzdiözese München nach einer Verlängerung der Tätigkeit im Chiemgau bis Ende April auch nachgekommen. Wir haben mit Pfarrprovisor Grengel vereinbart, dass er sich im Frühjahr im Rahmen unserer Pfarrbesetzungen auf eine der zahlreichen ausgeschriebenen offenen Stellen bewerben wird. Nach einer Sabbat-Zeit über den Sommer wird er mit 1. September 2025 seinen Dienst bei uns antreten.“
Natürlich bedaure man, wie die Bürgermeister in ihrer Stellungnahme fortführen, den bevorstehenden Weggang Grengels. Sie seien ihm „dankbar für sein Wirken“ und freuen sich auf die noch verbleibende Zeit.
„Wir haben ihn als sehr engagiert und tatkräftig erlebt. Trotz der für einen Priester sicherlich nicht einfachen, sehr vielseitigen Strömungen in den Pfarrverbänden Bad Endorf und Westliches Chiemseeufer spürt man, dass er seinen Dienst bei uns gerne und mit viel Herzblut und Engagement verrichtet.“
Neuer Pfarrer ab Mai 2025
Pressesprecher Dr. Christoph Kappes vom Erzbischöflichen Ordinariat München bestätigt, dass ein Priester der Erzdiözese München-Freising zum 1. Mai 2025 die Leitung der Pfarrverbände Westliches Chiemseeufer und Bad Endorf übernehmen wird.
Pfarradministrator Grengel bleibe der Chiemseegemeinde für die Übergangszeit bis zum Dienstantritt des Nachfolgers erhalten. Der Name des künftigen Leiters wird zu gegebener Zeit bekanntgegeben. Zu weiteren personellen Veränderungen werden derzeit Gespräche geführt. (mb)