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Erlebnisbad in Prien am Chiemsee

Kritik an Textil-Sauna – Besucher enttäuscht: Das sagen Priens Bürgermeister und der Prienavera-Chef

Nach der rein technischen Renovierung des Prienavera zeigten sich einige Badegäste vom Ergebnis enttäuscht. Bürgermeister und Geschäftsführer nahmen im Wirtschafts- und Tourismusausschuss nun Stellung.
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Nach der rein technischen Renovierung des Prienavera zeigten sich einige Badegäste vom Ergebnis enttäuscht. Bürgermeister und Geschäftsführer nahmen im Wirtschafts- und Tourismusausschuss nun Stellung.

Im Wirtschafts- und Tourismusausschuss ging es um das Prienavera: Nach Neu-Eröffnung des Erlebnisbads gab es Kritik am Saunabereich und wegen des Wegfalls des Dampfbads. Zwei Monate später ziehen die Verantwortlichen nun eine Zwischenbilanz.

Prien – In der jüngsten Sitzung des Wirtschafts- und Tourismusausschusses kam der Sachstandsbericht zur Wiedereröffnung des Prienavera Erlebnisbads zur Sprache. Wie Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG) ausführte, habe man das Bad nach 23 Jahren Dauerbetrieb einer technischen Generalsanierung unterzogen. Die Gerätschaften seien fehleranfällig geworden, teils habe es Ausfälle gegeben. Zwei Tage vor der eigentlichen Schließung habe man den Betrieb nur noch über eine manuelle Handhabung der Technik offenhalten können, da die Steuerung ausgefallen sei. Nun seien etwa die Wärmepumpen, die Steuerung und die Heizungstechnik erneuert sowie die Energieversorgung für den Einsatz von erneuerbaren Alternativen vorbereitet worden. All diese Neuerungen seien allerdings für den Gast nicht sichtbar.

Höhere Steuer für Gesamtangebot

In jüngster Zeit gab es Beschwerden vor allem hinsichtlich der Umbauten im Saunabereich und aufgrund des weggefallenen Dampfbads im Areal des Schwimmbads. Letzteres sei aber defekt und nicht zu reparieren gewesen. Anstelle der früheren Sauna habe man nun einen textilen Wellnessbereich eingerichtet. Man habe dem Gast alle Bereiche zu einem Preis zur Verfügung stellen wollen. Dem habe aber das Finanzamt einen Strich durch die Rechnung gemacht. Denn bei diesem Angebot hätte man statt einer Umsatzsteuer von sieben eine von 19 Prozent abführen müssen, erklärte das Gemeindeoberhaupt. Um dieser zwölfprozentigen Steuererhöhung zu entgehen, habe man ein Drehkreuz zwischen dem Bad und der ehemaligen Sauna angebracht. Der Ruhebereich für den Wellnessbereich, der nun nach der Sanierung auch den Badegästen zur Verfügung stehe, könne ebenso von den Wellness-Gästen genützt werden.

Auch hinsichtlich der Parkgebühren hört man Kritik. Letztlich kostet das Parken einen Euro, da man das Ticket an der Kasse abstempeln lassen kann, so Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG). Insgesamt konstatiere er, dass die Erhöhung der Eintrittspreise nicht aus der Sanierung resultiere, sondern aus den gestiegenen Energiekosten. Zudem solle man bedenken, dass der Markt Prien das Bad jährlich mit rund einer Million Euro bezuschusse. „Das geschieht aus sozialer Verantwortung – jeder soll sich einen Badeintritt leisten können“, so das Gemeindeoberhaupt. Im Übrigen könne so auch das wichtige Schulschwimmen günstiger angeboten werden.

Technische Sanierung zur Energieeinsparung

Danach ging der Geschäftsführer der Chiemsee Marina GmbH, Dirk Schröder, auf Details ein. Die Sanierung des Bads sei eine rein technische gewesen, was bei der Bevölkerung nicht wirklich angekommen sei. Diese hätten eine Attraktivitätssteigerung erwartet, die nicht stattgefunden haben. Man habe damit vor allem eine Energieeinsparung bewirken wollen. Im Vergleich zu ähnlichen Maßnahmen anderer Bäder, die dafür zwei bis vier Jahre brauchen würden, habe man dies in zwölf Monaten geschafft. Ein großes Kompliment gehe daher an seine Haustechnik. Es brauche noch rund ein Jahr, bis alle Komponenten perfekt aufeinander eingespielt seien.

Bei der Rutsche habe man ein Problem gehabt, das gelöst worden sei. Für die bisherigen Spinde habe es keine Ersatzteile mehr gegeben. Die neuen seien rein elektronisch, was zu Startschwierigkeiten geführt habe, die mittlerweile aber behoben worden seien. Insgesamt erhoffe man sich, bis zu 20 Prozent der bisherigen Energiekosten einzusparen. Man suche weiter nach alternativen Energiequellen und denke an eine Seewasser-Wasserwärmepumpe. Dazu müsse allerdings eine Energiehalle gebaut werden, denn der Keller sei voll ausgelastet. Das irreparabel defekte Blockheizkraftwerk werde noch mit Gas betrieben. Ein neues sei geplant.

Die beliebte Kugel auf dem Wasserstrahl im Eingang sei aufgrund eines Unfalls aus Sicherheitsgründen entfernt worden, so Schröder. Zur umstrittenen Textilsauna sagte er, dass auch andere Bäder diese im Angebot hätten. Die Besucherzahlen sprächen nicht dagegen, seit der Wiedereröffnung von März bis April gebe es keine bemerkenswerten Unterschiede zu vorher. Allerdings würden die bisherigen Saunaanhänger unter Umständen wegbleiben.

Rabatt für Parkplatz an bestimmten Tagen?

Zum entfallenen Seniorentarif erklärte er, man habe den Schwimmer-Sondertarif um eineinhalb Stunden verlängert, was sehr gut angenommen werde. Zum Parken erklärte er, dass der Platz gepachtet sei und somit Betreiberkosten entstünden. Zur Preisgestaltung ergänzte Friedrich, dass man über spezielle Angebote nachdenke, beispielsweise an Rabatte an bestimmten Tagen. Dazu benötige man aber erst Auswertungen, die aufzeigten, wann schwächere Besuchszeiten sind. Aktuell seien hier noch keine Regelmäßigkeiten zu erkennen gewesen.

Neugier der Besucher wurde enttäuscht

Sonja Werner (Die Grünen) erklärte, sie glaube, viele Besucher wären zunächst aus Neugier gekommen und dann enttäuscht gewesen und würden nun nicht kommen. Andere Bäder seien attraktiver. Geschäftsführer Schröder erklärte, zur Attraktivitätssteigerung müsse man über eine Sauna am See nachdenken.

Michael Anner (CSU) meinte, das Prienavera punkte mit seiner Lage am Chiemsee-Ufer. Im Vergleich zur Chiemgau-Therme in Bad Endorf sei es günstig.

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