100 Beamte waren im Einsatz
Mord-Ermittlungen im Fall Eman E. – Polizei beendet Suchaktion im Thanner Wald
Im November 2024 war sie vermisst gemeldet worden, im Juni 2025 wurde Eman E.s Leiche in einem Waldstück bei Ellmosen gefunden. Seitdem ermittelt die Gruppe „Pyramide“ fieberhaft. Und dreht jeden Stein um.
Update Dienstag (15. Juli) 17 Uhr: Polizei beendet Suchaktion
Am Dienstag, 15. Juli, startete die Polizei nochmals eine Suchaktion. Bis kurz vor 15 Uhr war die Kreisstraße RO 29 gesperrt, dann wurde die Aktion für beendet erklärt. Es seien Gegenstände sichergestellt worden, teilte Polizeisprecher Daniel Katz auf Anfrage des OVB mit. Ob diese Gegenstände in Verbindung mit der Gewalttat in Verbindung stehen, und wann ja, in welcher Verbindung, werde derzeit kriminaltechnisch untersucht. Gute Nachricht für Anwohner: Die Straße muss vorerst nicht mehr gesperrt werden.
Erstmeldung vom Montag (14. Juli)
Bad Aibling – Über ein halbes Jahr Bangen, dann die schreckliche Gewissheit: Die seit November 2024 vermisste Eman E. (34) aus Bad Aibling ist tot. Die Polizei entdeckte ihre sterblichen Überreste in einem Waldstück bei Ellmosen. Festgenommen wurde ihr Ehemann (43). Der ägyptische Staatsbürger gilt als dringend tatverdächtig, seine Frau getötet zu haben. Seitdem sitzt er in U-Haft. Dass die Frau Opfer eines Gewaltverbrechens geworden war, hatte die Obduktion der Leiche ergeben.
Bad Aibling: Polizei dreht jeden Stein um
Seitdem ermittelt die Polizei auf Hochtouren. Zehn Mann aus verschiedensten Fachbereichen der Kriminalpolizei seien an den Ermittlungen beteiligt, sagt Sprecher Daniel Katz. In dieser Ermittlungsgruppe „Pyramide“ arbeitet auch eine Polizeibeamtin der Polizeiinspektion Bad Aibling mit.
Noch mehr Kräfte kommen zum Einsatz, wenn eine Suchaktion ansteht. So wie am Dienstag (15. Juli) und möglicherweise nochmals am Mittwoch (16. Juli). Dafür wird dafür auch erneut die Kreisstraße RO29 gesperrt, und zwar im Bereich der Abzweigung RO19 / RO29 bei Ellmosen bis zum Ortsteil Thann. Von 8 Uhr bis 16 Uhr wird die Verbindung am Dienstag gesperrt. Auch für Neugierige soll es kein Durchkommen geben – aus ermittlungstaktischen Gründen.
Gegenstände gefunden
Die Polizei sucht nahe dem Gelände, auf dem sie bereits bei einer vorangegangenen Suche fündig geworden war. Verschiedene Gegenstände seien dabei gefunden worden, berichtete Daniel Katz, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Sie würden nunmehr kriminaltechnisch untersucht und bewertet – stehen sie mit der Tat in Verbindung? Und worauf lassen sie schließen? Um welche Gegenstände es sich handelt, kann Katz nicht mitteilen. Er verweist auf die Wichtigkeit von Täterwissen, von Details also, die nur der Urheber einer Tat wissen kann. Ein solches Detail, beispielsweise während einer Vernehmung geäußert, kann zum schlagenden Beweis in einem Strafprozess werden.
Knapp hundert Polizisten auf der Suche
Eine Hundertschaft der Polizei wird sich nach den Worten des Präsidiumssprechers am Dienstag auf die Suche machen. Sie sollen die Puzzleteile finden, aus denen sich das Bild zusammensetzen lässt, zu dem der dringend tatverdächtige Ehemann bislang nichts beiträgt. Der 43-Jährige mache bislang von seinem Recht auf Verweigerung der Aussage Gebrauch, sagte Katz, er habe sich zur Sache bislang nicht geäußert.
Ein Kinderfahrrad führt zur Leiche
Die 34-Jährige Eman E. war bereits am 11. November 2024 von Angehörigen als vermisst gemeldet worden. Trotz intensiver Nachforschungen und der öffentlichen Fahndung im Mai 2025 blieb die Mutter von drei Kindern verschwunden.
Bis Sonntag, 15. Juni. An diesem Tag meldete jemand ein Kinderfahrrad, das er verlassen in einem Waldstück bei Ellmosen, einem Ortsteil von Bad Aibling, aufgefunden habe. Daneben lag ein grüner Helm. Die Polizei sperrte das Gelände ab, und ein Polizeihund entdeckte schließlich die Tote im Unterholz. Die sterblichen Überreste wurden geborgen und nach München gebracht. Die Rechtsmediziner dort konnten schließlich bestätigen, dass es sich um die vermisste Frau aus Bad Aibling handelt. Und dass sie wohl getötet worden war.
Leiche dank eines Zufalls entdeckt?
Es war wohl ein Zufallsfund. Denn das Rad, das den Polizeieinsatz ausgelöst hatte, steht vermutlich in keinem direkten Zusammenhang mit der Tat. Der Eigentümer oder Nutzer des Fahrzeuges habe noch nicht ermittelt werden können, sagte Katz. „Anhaltspunkte, welche auf einen Zusammenhang mit dem Fund der Leiche, beziehungsweise mit dem Verdacht eines Tötungsdelikts schließen lassen, ergaben sich bislang nicht.“
Wie gelangten Fahrrad und Helm in den Wald? Auch das möchten die Ermittler klären. Daher bittet die Polizei weiterhin um Hinweise aus der Bevölkerung: Zeugen können sich bei der Polizeiinspektion Bad Aibling unter der Telefonnummer 0 80 61/9 07 30 melden.