MVV im Landkreis Rosenheim
Wir fahren mit dem Bus: So kommt die neue Linie 444 bei den Griesstättern an
Knapp ein Jahr ist es her, dass in Griesstätt die Bus-Linie 444 eingeführt wurde. Wie kommt das neue Angebot bei den Leuten an? Der Gemeinderat hat nachgehakt.
Griesstätt – Am 10. Dezember 2023 fuhr um 6:52 Uhr der erste Bus der neu eingerichteten Linie 444 von Griesstätt aus in Richtung Grafing ab. Grund genug für die Kommune, knapp ein Jahr später einmal beim MVV betreffs Auslastung der Linie nachzuhaken. Das Ergebnis der Nachfrage konnte Zweiter Bürgermeister Anton Strahlhuber als Sitzungsleiter nun im Rahmen der jüngsten Griesstätter Gemeinderatssitzung bekanntgeben. Bedauert wurde, dass nur zwei Monate Nutzung in die Auskunft einbezogen worden waren.
13 Zustiege an Werktagen in Griesstätt
13 Mal kann seit einem knappen Jahr jeweils an Werktagen an den Haltestellen „Raiffeisenbank“ und „Griesstätt Nord“ in den Bus eingestiegen werden, der im Regelbetrieb ab 5:01 Uhr morgens und bis in den Abend hinein sogar zumeist im Stundentakt, bis zur Abfahrtszeit 20:58 Uhr über Rott und Aßling nach Grafing fährt. Im Rahmen des MVV-Beitritts der Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen, Miesbach sowie der Stadt und des Landkreises Rosenheim zum 10. Dezember 2023 wurde damit ein oft gehörter Griesstätter Wunsch nach einer direkten Ost-West-Verbindung über den Inn hinweg erfüllt. Der Vorteil, weitgehend auf sein Auto verzichten zu können, wird seither auch gerne angenommen.
Da die Busse auf der Linie mit technischen Zählgeräten ausgerüstet sind, wird auch die Verkehrsmenge von Beginn an erfasst, gab der MVV nun bekannt. Für die Monate September und Oktober 2024 ergab die übermittelte Auswertung folgende Erkenntnisse: An einem durchschnittlichen Wochen- und Schultag nutzten zehn Fahrgäste die Haltestellen im Gemeindegebiet, zwölf Aussteiger wurden gezählt. An Samstagen stiegen im Schnitt 17 Fahrgäste ein, 16 Aussteiger wurden registriert. An den Sonntagen entsprach die Zahl der Fahrgäste beim Ein- und Ausstieg der an den Wochentagen. Die am meisten genutzte Haltestelle war dabei die im Ortszentrum an der Raiffeisenbank.
Bus vor der Nase weggefahren
Jürgen Gartner (GfuG) bemängelte in dem Zusammenhang die unzureichende Verzahnung von Bahn und Bus. Zweimal sei ihm letzterer schon vor der Nase weggefahren, obwohl der einfahrende Zug wohl gesehen worden sei. Dass die mangelnde Abstimmung vor allem im Bereich Bahnpünktlichkeit kein Einzelfall sei, wurde im Gremium bestätigt und veranlasste Strahlhuber (GfuG) zur Bemerkung, die Qualitätsprobleme müssten bei den Verantwortlichen angesprochen werden. Verständnis bestand beim Problem der Busfahrer, den Fahrplan in Stoßzeiten einzuhalten. 42 Haltestellen anzufahren dauere um 7 Uhr morgens eben länger als zu ruhigeren Zeiten, wo einige Halte gar nicht nötig seien.
Helmut Schuster (BfG) bemängelte seinerseits den kurzen Zeitraum, für den die Fahrgastzahlen übermittelt worden seien, ein Überblick über einen längeren wäre zur Beurteilung der Auslastung besser gewesen. Einig war man sich, dass man die Entwicklung der Nutzung der Linie 444 weiter aufmerksam beobachten wolle.