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Böse Überraschung

Alarm auf der Fraueninsel: 600 Jahre alter Traditions-Gasthof „Linde“ schließt - was passiert jetzt?

Die Mitte der Fraueninsel im Chiemsee mit Kloster, frühmittelalterlicher Torhalle, tausendjähriger Linde und Gasthaus
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Zwischen tausendjährigem Baum und Kloster, neben der Torhalle aus dem 8. Jahrhundert, am höchsten Punkt der Insel – das 600 Jahre alte Gasthaus „Zur Linde“ ist nicht nur wegen seiner Lage eines der wichtigsten Gebäude auf der Fraueninsel.

Zwei Linden dominieren die Fraueninsel: Der viele hundert Jahre alte mächtige Baum – und der kaum jüngere Gasthof mit der bezeichnenden Hausnummer 1. Dort, am höchsten Punkt der Insel, gehen jetzt die Lichter aus.

Fraueninsel – „Nein, Herrn Ebner ist nicht zu sprechen“, erklärt eine hörbar verschnupfte Rezeptionistin am Telefon auf Nachfrage der Chiemgau-Zeitung ob die „Linde“ zum Jahresende schließe. Auf weitere Fragen hat die Dame offensichtlich keine Lust und legt auf.

Dabei geht es ja nicht nur um die Zukunft einer Institution auf der Fraueninsel und im Chiemgau, hinter einem solchen Traditionsbetrieb mit Restaurant, Hotel und schönem Gastgarten stehen letztendlich Menschen. Mitarbeiter, die mit Engagement und oft Leidenschaft sich um das Wohl der Gäste sorgen. In der Küche, im Service, in der Hauswirtschaft und natürlich auch in der Verwaltung und Geschäftsführung. Mitarbeiter mit und ohne Familie, die auf ihr Gehalt angewiesen sind. 

Seit 2019 führte Florian Ebner das Traditionshaus mit der wechselvollen Geschichte. Die Historie führt dabei weit in die Geschichte der Insel zurück, war durch die Einheirat des Chiemsee-Malers Max Haushofer in die Wirtsfamilie Dumbser prägend für die Entwicklung der Insel als malerischer Inspirationsort der sich entwickelnden Künstlerkolonie am Chiemsee. Hier wurde „Künstlergeschichte“ geschrieben, gemalt, gezeichnet und gelebt. Max Haushofer hatte 1838 im Inselmünster die Wirtstochter Anna Dumbser geheiratet. 

Im März 2019 hatte sich Ebner auf der Bürgerversammlung der Fraueninsel den Insulanern vorgestellt. Der Bernauer, der die „Bernauer Stub´n“ in der Nähe des Bahnhofs als Besitzer betrieb, trat die Nachfolge von Sebastian Obermeier an, der den Gasthof rund 30 Jahre mit großem Erfolg geführt hatte. Er wolle ein guter Nachfolger sein und wie bisher eine gute bürgerliche Küche anbieten, zitierte die Chiemgau-Zeitung 2019 den neuen Pächter.

„Linde“ vor sechs Jahren umfangreich saniert

Zuvor hatte der Freistaat die „Linde“ umfangreich saniert und damals konnte auch niemand mit der Corona-Pandemie und deren Auswirkungen rechnen. Diese führte ab Frühjahr 2020 zu massiven Einschränkungen des gesamten öffentlichen Lebens und bedeutete für viele Gasthäuser im Nachklang das wirtschaftliche Aus.  Im Dezember 2025 augenscheinlich auch für die „Linde“ auf der Fraueninsel.

Gasthaus gehört dem Freistaat

Konstantin Buchner, der Chef der Schloss- und Gartenverwaltung auf der Herreninsel und daher für die im Eigentum des Freistaates Bayern befindliche Immobilie verantwortlich, verweist auf Nachfrage des OVB auf die Pressestelle der Bayerischen Schlösserverwaltung in München. „Das ‚Gasthaus zur Linde‘ soll voraussichtlich zum Jahresende 2025 an die Schloss- und Gartenverwaltung Herrenchiemsee zurückgegeben werden. Sobald die Rückgabe erfolgt ist, wird die Bayerische Schlösserverwaltung ein Interessebekundungsverfahren zur Pächtergewinnung durchführen. Die Vorbereitungen laufen derzeit“, schreibt Florian Schröter von der Pressestelle der Bayerischen Schlösserverwaltung.

Wie es nun mit der „Linde“ auf der Fraueninsel weitergehen wird? Mit dem Interessebekundungsverfahren werden wohl die Karten bei der Pächtervergabe neu gemischt. Das OVB wird berichten…. 

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