Sporthalle eingeweiht
Führt die Klinik in „ruhige Gewässer“: Ursula Zimmer als neue Forensik-Chefin in Wasserburg begrüßt
Nach einem Jahr voller Herausforderungen übernimmt Ursula Zimmer die Leitung der forensischen Psychiatrie am kbo-Inn-Salzach-Klinikum in Wasserburg. Warum sie ein schweres Amt antritt und im Fachkrankenhaus die Erleicherung angesichts dieser Personalie groß ist.
Wasserburg – Es kommt nicht alle Tage vor, dass ein Krankenhaus eine neue Chefärztin in seinen Reihen begrüßen kann. Genauso selten kommt es vor, dass eine neue, teure, hoch gesicherte Sport- und Ergotherapie-Halle eingeweiht werden kann. Beides ist am Donnerstag (20. März) am kbo-Inn-Salzach-Klinikum Wasserburg geschehen. Ursula Zimmer (62) übernahm ganz offiziell als neue Chefärztin die forensische Psychiatrie des Klinikums. Genau diese Abteilung, in der psychisch oder sucht-erkrankte Straftäter therapeutisch behandelt werden, hatte mit Zuschüssen des Freistaats Bayern auch eine neue Sport- und Ergotherapie-Halle erhalten. Über 14 Millionen Euro hat der Bau gekostet.
Grund zum Feiern also und doch waren die Redebeiträge der Ehrengäste teils von nachdenklichen Worte geprägt, die Stimmungslage sogar gedrückt. Denn der Anlass, warum die forensische Psychiatrie überhaupt eine neue Leitung brauchte, ist ein tragischer. Dr. Karsten Jens Adamski, Geschäftsführer des kbo-Inn-Salzach-Klinikums, sprach von „schweren Schicksalsschlägen“ der Klinik und insbesondere der Forensik. Er erinnerte an den beliebten Oberarzt der Forensik, Rainer Gerth, der vor knapp einem Jahr auf dem Gelände des Inn-Salzach-Klinikums niedergestochen und ermordet wurde. Nur wenige Monate später erlag Chefarzt Dr. Stefan Gerl den Folgen einer schweren Krankheit. Ärztlicher Direktor Professor Dr. Peter Zwanzger sprach von einer „Zäsur“ für die forensische Psychiatrie. Dr. Dorothea Gaudernack, leitende Ministerialrätin des Bayerisches Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales, bezeichnete das vergangene Jahr der Klinik als „beispiellos“.
Umso bewundernswerter fanden die Redner, wie die Klinik und speziell die forensische Psychiatrie das vergangene Jahr gemeistert hätten. „Es ist eine besondere Leistung“, betonte Adamski und bedankte sich ausdrücklich bei den Mitarbeitern, die es trotz der schweren Zeiten geschafft hätten, „die Patientenversorgung ununterbrochen aufrechtzuerhalten“ und darüber hinaus sogar noch durch das ausgeprägte „Wir-Gefühl“ Hoffnung zu schöpfen. Auch Bezirkstagspräsident Thomas Schwarzenberg bezeichnete die vergangene Leistung als „bemerkenswert“ und lobte den „Teamgeist“ am Klinikum und in der Forensik.
Personell und infrastrukturell „bestens aufgestellt“
Mit der bestehenden Belegschaft und der neuen Chefärztin Zimmer sei die forensische Psychiatrie also gut aufgestellt, wurde mehrfach betont. „Wir haben ein fachlich exzellentes und hoch motiviertes Team hier“, betonte Adamski und mit der neuen Sporthalle sei die Forensik nun auch „infrastrukturell bestens aufgestellt.“ Zwanzger bescheinigte Ursula Zimmer als neuer Chefärztin „Leitungs-, Lebens- und Herzerfahrung“. Sie besitze einen humanistischen Hintergrund „im besten Sinne“, sei eine „Netzwerkerin vor dem Herrn“, habe eine „sehr gute psychotherapeutische Ausbildung“ und sei von Anfang an in der Medizin breit aufgestellt gewesen. „Es geht ihr nicht um die Verwahrung von Patienten, sondern es ist ihr ein Anliegen, Therapien weiterzuentwickeln“, betonte Zwangzer. Auch Schwarzenberger sprach von einer „hoch qualifizierten Frau“, die der „unerhört wichtigen gesellschaftlichen Aufgabe“, eine forensische Psychiatrie zu leiten, gerecht werde.
„Die forensische Psychiatrie ist ein wesentlicher Schutz für die Gesellschaft“, betonte Schwarzenberger. Viel wichtiger sei allerdings, dass hier Menschen mit schweren Erkrankungen behandeln werden könnten und müssten. „Diesen Menschen wird hier eine Perspektive gegeben“, betonte der Bezirkstagspräsident. Ein Auftrag, den das kbo-Inn-Salzach-Klinikum seit Beginn an „hochprofessionell“ umsetze. „Nun hoffe ich, dass die Klinik mit Ursula Zimmer wieder in ruhige Gewässer kommt“, so Schwarzenberger.
Ursula Zimmer selbst betonte, dass sie in ihrer Zeit als Chefärztin mehr Struktur in die forensische Psychiatrie bringen wolle, gerade nach diesen schwierigen Zeiten sei ihr dies ein großes Anliegen. Außerdem wolle sie die Forensik intensiver vernetzen und versuchen, sie mehr in das umliegende psychiatrische Versorgungssystem zu integrieren.

