Kein Konzept in Prien
Hitzeschutz-Konzept in Prien: Bürgermeister Friedrich lehnt ab – aber warum?
Priens Bürgermeister Andreas Friedrich teilte dem Gemeinderat mit, sich um eine Förderung für zwei neue Trinkbrunnen in der Marktgemeinde zu bemühen. Ein Hitzeschutzkonzept lehnt er ab - und nennt seine Gründe.
Prien am Chiemsee – Es ist heiß, sehr heiß, auch in Prien. Vier Trinkbrunnen gibt es in der Marktgemeinde am Chiemsee: Einen am Wendelstein Park, den anderen am Marktplatz vor dem Heimatmuseum. Auch am Sportplatz gebe es laut Bürgermeister Andreas Friedrich einen und am Gymnasium. Dieser sei seines Wissens außer Betrieb, so Friedrich. In der jüngsten Gemeinderatssitzung merkte Kersten Lahl an, dass ein weiterer Trinkbrunnen an den Schären eine sehr wichtige Sache im Rahmen eines Hitzeschutzkonzepts sei – gerade durch die vielen Patienten in den Reha-Kliniken.
Bürgermeister Friedrich teilte daraufhin mit, dass der Fördertopf für solche Trinkbrunnen wieder offen sei und die Gemeinde sich um zwei bemühen werde. Einen wie von Lahl vorgeschlagen an den Schären, ein weiterer am Friedhof. „Das Förderprogramm ist offen, wir stellen den Antrag. Wir hoffen, dass es die Fördermittel gibt und dann können wir das zügig umsetzen“, sagt Friedrich im OVB-Gespräch. Bewerben könne sich die Gemeinde auf maximal zwei solcher Brunnen. Ob ohne Fördermittel Bewegung in die Sache komme, ließ der Rathauschef offen.
Treffen mit Feuerwehr und Trinkbrunnen
Ein allgemeines Hitzeschutzkonzept, wie es Karl Lauterbach während seiner Zeit als Gesundheitsminister allen Kommunen empfahl, gibt es in Prien nicht – und das wird auch vorerst so bleiben. „Wir haben uns mal mit der Feuerwehr und anderen zusammengesetzt. Aber ein direktes Schutzkonzept haben wir tatsächlich nicht“, so Friedrich. Stattdessen setze er auf die „Eigenverantwortung der Leute“. Damit meint er: Unterwegs was zu trinken mitzunehmen, Sonnencreme benutzten, Hut aufsetzen. Als Hutträger an heißen Tagen taugt Friedrich als Vorbild.
„Also den Leuten komplett die Verantwortung abnehmen, können wir nicht“, meint Friedrich. Auch die aktuelle Hitzewelle ändert nichts an seiner Einstellung. Der Maßnahmen-Katalog des Hitzeservice des Gesundheitsministeriums sieht neben Trinkwasserbrunnen auch sommerlicher Wärmeschutz an Gebäuden, Monitoring und Evaluation, langfristige Planung im Bauwesen, Fassaden- und Dachbegrünung vor. Also auch Dinge, die die Menschen in Prien nicht alleine umsetzen können.
RoMed-Klinik mit eigenem Konzept
Die neue Gesundheitsministerin Nina Warken empfiehlt in einer Ergänzung zu Lauterbachs Hitzeschutzplan, an heißen Tagen bei Sportveranstaltungen auf Alkohol, Koffein und Gegrilltes zu verzichten. Die bloße Empfehlung sorgte für aufgebrachte Kommentarspalten unter Social-Media-Posts. Der Grat zwischen Eigenverantwortung und Sturheit ist manchmal schmal.
Sieben RoMed-Tipps mit denen Sie besser durch die heißen Sommertage kommen
1. Wetterbericht prüfen.
2. Hitze draußen halten.
3. Medikamente kühl aufbewahren.
4. Hitzesymptome erkennen.
5. Viel trinken, leicht essen.
6. Mehr Schutz für den Körper.
7. Achtsames Miteinander.
Ausführliche Beschreibung in der Hitzeschutzkompetenz der RoMed-Kliniken.
Friedrich betont im OVB-Gespräch, Krankenhaus und Altenheim hätten Konzepte. „Dort können wirklich vulnerable Gruppen entsprechend betreut und hingebracht werden“. Eine RoMed-Sprecherin bestätigt dem OVB ein hauseigenes Hitzekonzept. Dies bestehe aber schon mindestens ein Jahr, daran habe sich auch wenig geändert. Bewerten wollte die RoMed-Sprecherin Friedrichs ablehnende Haltung zu einem Hitzeschutzkonzept nicht. „Unsere Hauptaufgabe ist die Versorgung der Bevölkerung. Wenn Leute zu uns kommen, wollen wir auch bei Hitzethemen uns bestmöglich darum kümmern.“
Die Leitung des Caritas Altenheims in Prien konnte dem OVB keine Stellungnahme geben, da der aktuelle Umzug zu viel Zeit koste.