Bauernproteste gehen weiter
„Es hapert hinten und vorne“: 150 Demonstranten bei Mahnfeuer in Wasserburg
Die Bauernproteste gehen weiter – auch im Wasserburger Land. Rund 150 Demonstranten waren beim Mahnfeuer in Kornberg zusammengekommen. Warum die Landwirte nicht locker lassen.
Wasserburg – Meterhoch brannte am Freitagabend (19. Januar) das Mahnfeuer auf einem Acker an der B 15 zwischen Kornberg und Attel – ein weithin sichtbarer Ausdruck des Bauernprotests und eine Einladung zum Bürgerdialog. Rund 150 Demonstranten, hauptsächlich Landwirte aus der Umgebung, waren hier zusammengekommen, an einem Stand am Rand des schneebedeckten Ackers wurden für sie Bier, Würstel und Debrecziner gereicht. Brennende Holzhaufen spendeten an diesem kalten Januarabend angenehme Wärme.
Landwirt Wast Oberhauser sagte: „Für mich ist das eine gute Aktion, weil wir uns bemerkbar machen und darauf hinweisen, dass bei der Politik etwas nicht richtig läuft.“
Ähnlich äußerten sich Landwirt und Stadtrat Lorenz Huber und sein Kollege Sepp Baumann. Die Organisatoren Stefan Zenz aus Reisach und Johannes Hiebl aus Edling sprachen von einer gelungenen Demo: Ja, es gehe in erster Linie um den Bauernprotest und darum, Missstände in der Landwirtschaft aufzuzeigen, so die beiden Initiatoren. Es gehe aber auch ganz allgemein um die Bürger: „Dass sie die Augen aufmachen und sehen, was in Deutschland im Argen liegt.“ Im Endeffekt werde das Geld ans Ausland verschenkt, und im eigenen Land hapere es „hinten und vorne“, in der Pflege, in den Kindergärten und Schulen, beim Straßen- und Brückenbau. Und die Bauen würden seit Jahrzehnten nicht angemessen bezahlt, dabei seien sie doch die Ernährer, so die beiden Landwirte.
Zenz sagte, er sei schon bei vielen Protestaktionen dabeigewesen: „Rosenheim, München, Schechen, Vogtareuth, Griesstätt und Soyen“, zählte er auf. Er wolle auf die Missstände hinweisen, die die Bauern seit Jahren hinnehmen müssten und habe bei den Demos enormen Zuspruch erfahren. „Es waren viele Menschen da, die unser Handeln bestätigt haben und meinten, wir sollen weitermachen.“ Blockaden lehnen Hiebl und Zenz eher ab, aber Flagge zeigen: Das auf jeden Fall.
