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Soll heuer wieder aufgestellt werden

Nach Sturmdrama – So wollen die Eggstätter ihren Maibaum retten

Bildhauerei verbindet Kunst mit Handwerk. Benedikt Hundhammer, schnitzt zwei bis drei Tage an einer Zunfttafel
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Bildhauerei verbindet Kunst mit Handwerk. Benedikt Hundhammer, schnitzt die neuen Zunfttafeln für den Maibaum.

Beim Sturm im August sind in Eggstätt Unterführungen und Keller vollgelaufen, Bäume umgestürzt, Dächer wurden abgedeckt. Auch der Maibaum konnte dem Unwetter nicht standhalten. Viele der Jahrzehnte alten Zunfttafeln wurden zerstört. Nun ist die Hilfe der gesamten Gemeinde gefragt.

EggstättBeim Sturm im Sommer wurden zwei Autos vom tonnenschweren Maibaum zerdrückt. Der Fall konnte damals nur von einem Balkon beim Unterwirt abgefangen werden. Menschen kamen nicht zu Schaden. Aber viele Zunfttafeln, die den Baum schmückten, haben den Sturz nicht überstanden. Seitdem hat Eggstätt keinen Maibaum mehr. Das soll sich am 1. Mai ändern. Dann wird auf dem Dorfplatz ein Neuer aufgestellt. Er ist sogar schon gestohlen, sagt Bürgermeister Christoph Kraus. Was aber noch fehlt, sind die Zunfttafeln.

Der Eggstätter Maibaum stürzte während des Unwetters am Parkplatz des Unterwirts auf Autos, verursachte zudem Schäden am Gebäude. Menschen kamen nicht zu Schaden.

Eggstätter Bildhauer schnitzt die neuen Tafeln

Diese wurden beim Bildhauer Benedikt Hundhammer in Auftrag gegeben. Der Eggstätter hat bereits vor einigen Jahren die Zunfttafel vom Kaminkehrer und vom Bergsteiger neu geschnitzt. „Die beiden werden im Winter nicht abmontiert und deshalb gehen sie schneller kaputt“, erklärt Hundhammer: „Die anderen hätten eigentlich in den nächsten Jahren nach und nach erneuert werden sollen, so machen wir es halt jetzt schon.“ Insgesamt 19 Tafeln sind dem Sturm zum Opfer gefallen und müssen neu geschnitzt werden. „Für eine brauche ich zwischen zwei und drei Tage“, sagt der Bildhauer: „Das hängt ganz von der Größe ab.“

Ehrenamtliche Helfer bemalen die Figuren

Besonders anspruchsvoll zu schnitzen, sind die Menschen. „Beim Menschen müssen die Proportionen perfekt stimmen“, sagt er: „Es fällt sofort auf, wenn da was nicht passt.“ Hundhammer hat nach seiner Lehre zum Schreiner zusätzlich in München eine Ausbildung zum Bildhauer gemacht. An der Bildhauerei gefällt ihm ganz besonders, dass sie Kunst und Handwerk verbindet.

Die neuen Tafeln für die Jäger und die Schreiner sind bereits fertig. Darunter die zersplitterten Vorgänger.

Nach dem Schnitzen muss er die Tafeln aber nicht alleine bemalen. Dabei bekommt er Hilfe aus dem Dorf. Hundhammer erinnert sich, dass schon seit vielen Jahren Eggstätter zusammenkommen, um die Figuren im Winter neu zu bemalen. In der Werkstatt seines Vaters sitzen dann ungefähr zehn Helfer mit Pinseln und Farbe. „Da wird dann zusammen geholfen, die Leute freuen sich immer sehr darauf“, sagt der Bildhauer: „Mitmachen darf eigentlich jeder, aber eine gewisse Begabung sollte natürlich schon vorhanden sein.“ Für die Helfer spendiert die Gemeinde dann oft Würschtl und Getränke.

„Maibaum ist einfach ein Gemeinschaftsprojekt“

„So ein Maibaum ist einfach ein Gemeinschaftsprojekt“, sagt Bürgermeister Krause. Auch die Finanzierung der Tafeln ist Gemeinschaftssache. Die kleinen Tafeln kosten laut ihm bis zu 600, die großen Tafeln bis zu 1200 Euro. Finanziert werden sie über verschiedene Wege. Beispielsweise wurde ein Spendenkonto eingerichtet. Auf dem Konto kamen laut Kraus bis jetzt etwa 6000 Euro an. „Die Spendenaktion steht aber noch am Anfang“, betont er.

Die Gemeinde steuert ebenfalls Geld für die Tafeln bei. Auch werden die einzelnen abgebildeten Gewerbe gefragt, ob sie ihre Zunfttafel mitfinanzieren wollen. Kraus ist sich sicher, dass auf diesen Weg genug Geld zusammenkommt, damit den Eggstätter Maibaum schon bald wieder prächtige Zunfttafeln schmücken.

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