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Unwetter bei Festival in Bad Aibling

Echelon-Abbruch: Was Veranstalter und Verbraucherschützer zur Ticket-Erstattung sagen

Am Freitag, 15. August, wurde von den Echelon-Besuchern noch ausgelassen gefeiert. In der Nacht auf 16. August setzte eine Unwetterfront dem Festival dann ein Ende.
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Am Freitag, 15. August, wurde von den Echelon-Besuchern noch ausgelassen gefeiert. In der Nacht auf 16. August setzte eine Unwetterfront dem Festival dann ein Ende.

Nach dem Abbruch des Echelon-Festivals aufgrund eines schweren Unwetters in der Nacht auf den 16. August steht noch die Frage nach einer möglichen Ticketerstattung im Raum. Was Veranstalter und Verbraucherschützer dazu sagen – und wie es um die Zukunft des Echelons bestellt ist.

Bad AiblingDie Enttäuschung der Electromusik-Fans war groß, als Veranstalter Patrick Gallenmüller am Samstag, 16. August, den frühzeitigen Abbruch des Echelon-Festivals bei Bad Aibling verkünden musste. Eine Unwetterfront hatte in der Nacht auf 16. August so gewütet, dass an eine Fortführung der Veranstaltung nicht zu denken war.

Seitdem steht die Frage im Raum, wie der Veranstalter, die Permanent Entertainment GmbH mit Sitz in München, mit dem Thema Erstattung umgeht. „Wir sind dran, das technisch umzusetzen“, verspricht Gallenmüller gegenüber dem OVB, bat aber noch um Geduld: „Nachdem es ja unterschiedliche Arten von Tickets gab, ist das alles etwas komplizierter.“ Nähere Angaben dazu machte er zunächst nicht.

Dass der Veranstalter trotz derartiger unbeeinflussbarer Rahmenbedingungen wie einem heftigen Unwetter Erstattungen leisten muss, bestätigte die Verbraucherzentrale Bayern gegenüber dem OVB. „Nach unserer Auffassung steht den Festival-Besuchern bei Abbruch ein teilweiser Erstattungsanspruch des Ticketpreises zu“, teilt Julia Zeller, Referentin Verbraucherrecht, mit.

Ticketkäufer schließt Vertrag mit dem Veranstalter

Denn mit dem Kauf des Tickets habe der Käufer einen Vertrag mit dem Veranstalter geschlossen, wobei der Veranstalter nun die „Leistungspflicht zur Erbringung der Veranstaltung“ habe. „Findet das Festival nicht vollständig statt, muss auch nicht voll gezahlt werden“, so Zeller weiter. Was grundsätzlich auch bei Unwetter gelte. „Der Veranstalter kann sich daher nicht auf höhere Gewalt berufen und die Rückerstattung verweigern“, erklärt Zeller. „Der Veranstalter kann dies auch nicht in seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen ausschließen. Solche Regelungen wären unwirksam.“

Und wie hoch muss die Rückerstattung für die Tickets ausfallen? Diese richtet sich „nach dem Einzelfall“, wie Zeller erklärt. Hierbei spiele insbesondere die Rolle der ausgefallenen Bands und deren Anteil am Festival eine Rolle, so die Verbraucherschützerin. Zeller: „Der Ausfall des angekündigten weltbekannten Headliners ist demnach stärker zu gewichten als eine eher unbekannte Lokalband.“

Stichwort „höhere Gewalt“

In Zusammenhang mit Ticketkäufen fällt auch immer wieder der Begriff „höhere Gewalt“. So sind Fluggesellschaften bei „höherer Gewalt“, also Ereignissen, die nicht kontrollierbar und unvorhersehbar sind, nicht verpflichtet, bei Flugausfällen oder Verzögerungen Entschädigungen zu zahlen. Auch einen Flugpreis müssen sie laut Experten nicht erstatten, wenn sie den Schaden durch eine Umbuchung abwenden können.

Nach Angaben der Verbraucherzentrale Bayern ist dagegen beim Erstattungsanspruch in Hinblick auf Ticketkäufe fürs Echelon-Festival der Aspekt „höhere Gewalt“ nicht anwendbar. Anders sieht es nach Angaben von Verbraucherschützerin Julia Zeller aus, „wenn beispielsweise noch weitere Kosten entstanden sind, wie die Anreise und ein Hotel für die Übernachtung“. Dann müsse ein Veranstalter, wenn er Schuld am Ausfall der Veranstaltung trage, „gegebenenfalls auch diese Schäden“ ersetzen. Was aber in puncto Echelon wohl nicht zutreffen wird, wie Zeller deutlich macht: „Bei einem Unwetter wird das in aller Regel nicht der Fall sein.“

Wobei einige Echelon-Fans nicht nur die Sorge nach der Ticketrückgabe umtreibt, sondern auch die Angst vor einem endgültigen Aus des Festivals. Zumal die Region ein derartiges Ende schon einmal erlebt hatte: Stichwort „Chiemsee Summer“-Festival. 2017 hatte ein heftiges Unwetter für den Abbruch des Festivals in Übersee am Chiemsee gesorgt.

Nur wenige Monate später kündigte der Veranstalter dann an, das Festival im Folgejahr nicht stattfinden zu lassen, was unter anderem auch mit einer „nicht zu unterschätzenden finanziellen Belastung“ durch Rückerstattungen zu tun gehabt habe. Seitdem hatte dieses Festival nicht mehr stattgefunden. Im kommenden Jahr soll es allerdings eine Neuauflage erfahren.

Termin fürs Echelon-Festival 2026 steht bereits fest

Doch hier kann Gallenmüller die Echelon-Fans beruhigen. „Es wird das Echelon-Festival auch in Zukunft geben“, sagt der Veranstalter, der 2009 mit seinem 2022 verstorbenen Vater Horst Gallenmüller das Festival auf dem Gelände der ehemaligen US-Kaserne in Mietraching bei Bad Aibling ins Leben gerufen hatte. Denn mittlerweile steht nicht nur bereits der Termin für das Festival 2026 fest (14./15. August 2026). Auch die ersten Künstler, die dort für die Musik sorgen werden, will der Veranstalter demnächst bekannt geben.

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