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Polizei, Feuerwehr, Wasserwacht erzählen

Böse Böller-Attacken an Silvester: Werden auch Retter im Chiemgau angegriffen?

Der Signalbalken eines Notarztautos und ein Helikopter bei einem Unfall
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Immer wieder werden Rettungskräfte und Polizei im Einsatz angegriffen. Bundesweit. Auch im Chiemgau?

Aggression gegenüber Polizisten und Rettungskräften. Alltag in vielen Städten. Und was erleben die Freunde, Helfer und Retter im Chiemgau? Wir haben uns umgehört.

Prien/Bernau – Silvester war es mal wieder so weit: Polizei, Feuerwehr, Sanitäter wurde in Berlin, München und anderen Städten angegriffen, teils mit Feuerwerkskörpern unter Beschuss genommen. Sicherlich ein Tiefpunkt im Verhalten gegenüber den Rettungskräften. Aber beileibe keine Ausnahme. Wie sieht es hier, im Chiemgau, aus?

In der Silvesternacht sei „a bissl was“ an Einsätzen geboten gewesen, sagt Jürgen Thalmeier, der Chef der Polizeiinspektion Prien, aber seine Kollegen seien nicht angegriffen und auch nicht großartig angepöbelt worden. Das gelte, so seine Erfahrung, nicht nur für die Silvesternacht. Generell gehe es hier deutlich friedlicher zu, als an seinem vorherigen Einsatzort in Rosenheim. „Beleidigungen gibt es eher mal, wenn das Gegenüber betrunken oder anderweitig berauscht ist. Körperliche Übergriffe sind extrem selten.“

Stefan Huber, der Kommandant der Bernauer Feuerwehrwehr lacht: „Die Leute sind meist eher froh, uns zu sehen.“ Auch bei Einsätzen auf der Autobahn gehe es in aller Regel ruhig zu, Grund zu Beschwerden hätten er und seine Truppen nicht. Sein Priener Kollege hat da zum Teil schon andere Erfahrungen gemacht. Weniger bei Bränden oder Unfällen, eher wenn es um Absperrungen für Einsätze oder bei Veranstaltungen geht. „Da kommt es bei Straßensperrungen in und um Prien immer mal wieder vor, dass die Kameraden schier überfahren werden, weil Autofahrer uneinsichtig sind.“ Und dann wird auch mal gepöbelt.

Sehr gutes Miteinander von Polizei und Feuerwehr

Direkte Angriffe seien glücklicherweise sehr, sehr selten, sagen beiden Kommandanten. Und fügen fast wortgleich an, dass im Falle eines Falles ein Funkspruch zur Polizei reicht und die sei dann ganz schnell am Ort des Geschehens. Da sei das Miteinander sehr gut.

Schlechte Erfahrungen habe auch die Wasserwacht Prien-Rimsting bisher nicht gemacht, sagt deren technischer Leiter Otto Dauer. Er ist oft als Einsatzleiter am und auf dem westlichen Chiemsee unterwegs und erfährt manchmal brüske Ablehnung von Hilfsangeboten bei aufziehenden misslichen Wetterlagen. Von Beleidigungen sei das aber weit entfernt. Allerdings sei es ja auch so, dass die Wassersportler ihre Freizeit auf dem Chiemsee genießen und deswegen seien sie ohnehin ziemlich entspannt. „Außerdem sind wir auf dem Land und nicht in der Großstadt.“

Ein Punkt, den auch Thalmeier anspricht. Neben einem deutlichen Nord-Süd-Gefälle in Deutschland sei es eben auch ein Unterschied, ob Stadt oder Land. „Städte haben ihre eigene Dynamik. Selbst mittelgroße Städte wie Rosenheim. Auf dem Land ist es ruhiger, da ist der Respekt größer und Polizei und Rettungskräfte werden positiver wahrgenommen.“

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