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„War wirklich ein langer Weg“

Raubling hat die Kiff-Erlaubnis: Erste Cannabis-Clubs in Bayern erhalten Genehmigung

„Es war ein langer Weg“, sagt Florian Degenhart, als er die Genehmigung für seinen Cannabis-Club erhalten hat. Doch nun darf in Raubling angebaut werden.
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„Es war ein langer Weg“, sagt Florian Degenhart, als er die Genehmigung für seinen Cannabis-Club erhalten hat. Doch nun darf in Raubling angebaut werden.

Es war ein langer Weg, den Florian Degenhart seit der Gründung seines Raublinger Cannabis-Clubs auf sich genommen hat. Doch nun wurde sein Durchhaltevermögen belohnt: Als einer der ersten Vereine in Bayern hat er eine Anbau-Genehmigung erhalten. Wie es nun weitergeht.

Raubling Über ein Jahr ist es nun her, dass das Cannabis-Gesetz (CanG) in Deutschland in Kraft getreten ist. Doch das hieß noch lange nicht, dass auch die im Gesetz vorgesehenen Cannabis-Social-Clubs Gras anbauen und an Mitglieder verkaufen dürfen. Denn dafür war – wie so oft im deutschen Bürokratie-Dschungel – noch eine Menge Papierkram nötig. Entsprechende Konzepte mussten vorgelegt werden. Das hat man beim CSC Inntal-Raubling auch schnellstmöglich getan. Im Juli 2024 wurden die Unterlagen beim Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit eingereicht. Dieses entscheidet über das Schicksal der Clubs im Freistaat.

Cannabis-Clubs: Bisher keine Genehmigungen in Bayern

Doch dann mussten sich die rund 300 Raublinger Mitglieder und Vereinsgründer Florian Degenhart gedulden. „Mir war eigentlich klar, dass Bayern das letzte Einhorn sein möchte, aber dass es sich so verzögert, damit habe ich nicht gerechnet“, sagte er im Dezember, als noch immer keine Rückmeldung vorlag. Andere bayerische Clubs hatten in der Zwischenzeit schon Ablehnungen erhalten. Genehmigungen gab es keine.

Jetzt gibt es allerdings Grund zum Feiern. Am Mittwochabend (23. April) trudelten per Mail die guten Nachrichten bei den ersten Clubs in Bayern ein, erzählt der Raublinger CSC-Vorsitzende. So auch bei seinem Verein: Die Genehmigung ist da. „Unglaublich“, sagt er am Telefon. „Wir machen erstmal eine Party. Das war wirklich ein langer Weg.“ Seit eineinhalb Jahren arbeitete der Vereinsgründer daran, einen CSC in der Region auf die Beine zu stellen.

Cannabis-Clubs in Bayern: Wartezeit kostete viel Geld

Und der Weg war voller Hindernisse. Denn jeder Monat ohne Anbau kostete den Verein viel Geld. „Finanziell bin ich am Ende“, sagte Degenhart kurz bevor die Genehmigung bei ihm eintraf. Die Vereinsverwaltung, aber auch der Vor-Mietvertrag für den Anbauort verursachten laufende Kosten, wie Degenhart bereits im Dezember anmerkte. Den Mietvertrag braucht es, da man im Antrag den entsprechenden Ort bereits verbindlich angeben musste. Glücklicherweise kam der Vermieter dem Club finanziell entgegen, ist Degenhart dankbar. Dennoch: Zwischen 2000 und 3000 Euro gingen seit Juli monatlich drauf – und die Mitglieder bezahlen ihre Beiträge erst, wenn auch Cannabis ausgegeben wird.

„Es war anstrengend, aber es hat sich gelohnt“, freut sich Degenhart. Theoretisch dürfte der Verein damit auch nun mit dem Anbau starten. „Praktisch allerdings nicht, da wir erst die Sicherheitsvorrichtungen, also Sicherheitstüren, Alarmanlagen und Gitter anbringen müssen“, erklärt er. Bis es also im Raublinger CSC Gras zu kaufen gibt, wird es noch dauern. Doch immerhin ist die behördliche – und damit wohl die größte Hürde nun überwunden.

Was sind Cannabis-Social-Clubs?

Cannabis-Social-Clubs (CSCs) sind in der Regel nicht-kommerzielle Vereine oder Genossenschaften. In diesen schließen sich erwachsene Mitglieder zusammen, um gemeinschaftlich und nach strengen Regeln Cannabis für den Eigenbedarf anzubauen. Das angebaute Cannabis ist ausschließlich für die Mitglieder bestimmt und darf nicht an Außenstehende verkauft oder weitergegeben werden.

Das Hauptziel dieser Clubs ist es, eine legale, transparente und kontrollierte Alternative zum Schwarzmarkt zu schaffen. Dabei stehen der Jugend- und Gesundheitsschutz, die Qualitätssicherung des Cannabis und die Aufklärung über verantwortungsvollen Konsum im Vordergrund, nicht der Profit. Sie operieren innerhalb eines klar definierten rechtlichen Rahmens, der den Anbau und die Abgabe regelt.

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