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Unternehmer Michael Dorrer: Neuanfang statt Niedergang

Totgesagte leben länger: Panorama Park in Bischofswiesen mit neuem Konzept

Der Reichenhaller Unternehmer Michael Dorrer investiert kräftig in den Panorama Park in Bischofswiesen.
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Der Reichenhaller Unternehmer Michael Dorrer investiert kräftig in den Panorama Park in Bischofswiesen.

Trotz besorgniserregendem Leerstand im Panorama Park in Bischofswiesen gibt es gute Nachrichten. Unternehmer Michael Dorrer plant eine umfassende Neukonzeptionierung zur Belebung der einstigen Shopping-Institution.

Bischofswiesen – Das größte Einkaufszentrum, der Panorama Park, kurz vor der Schließung? „Das, was im Internet steht, ist falsch. Das Gegenteil ist der Fall“, sagt der Reichenhaller Unternehmer Michael Dorrer. Er hat nun alle noch leerstehenden Flächen im Erdgeschoss angemietet und arbeitet seit längerem an einer umfassenden Neukonzeptionierung zur Belebung der einstigen Shopping-Institution, inklusive Heimwerkermarkt und weiteren neuen Läden. Wenn die Behörden mitspielen, könnte der notwendige Umbau schon bald starten.

Totgesagte leben länger – und selbst wenn der Leerstand im größten Einkaufszentrum des südlichen und mittleren Landkreises besorgniserregend ist, gibt es gute Nachrichten. Ein Reichenhaller Unternehmer möchte nochmal anpacken und die Ladenpassage auf Vordermann bringen: „Ich bin jetzt seit 40 Jahren mit dem Panorama Park verbandelt. Die Leute haben unseren Pano schon mehrfach zum Sterben verurteilt“, sagt Dorrer. „Aber die Kunden haben uns auch immer die Stange gehalten.“ In diesen Jahrzehnten sei der Panorama Park durch alle Krisen durchgekommen.

Michael Dorrer präsentiert Rettungsplan

Dorrer ist jetzt 63 Jahre alt. Er führt fünf Edeka-Märkte in zwei Landkreisen: In Bayerisch Gmain, Bad Reichenhall und in Waging am See. Den Markt in Bischofswiesen, im „Pano“, wie die Einheimischen das Shopping-Center liebevoll nennen, führt er seit vielen Jahren. Mit 3500 Quadratmetern ist der Lebensmittelladen einer der größten weit und breit. 

Eigentlich wäre Michael Dorrer ja in einem guten Rentenalter. Sein Sohn Michael junior wird in seine Fußstapfen treten. Dieser ist jetzt 27 Jahre alt und hat denselben Beruf wie der Vater ergriffen. Auch, wenn der Sohn mal nachrückt, denkt der Vater noch lange nicht ans Aufhören. Im Gegenteil: Der Senior hat es sich auf die Fahne geschrieben, „den Pano“ wiederzubeleben und zu besseren Zeiten zu verhelfen. 

Eines der größten Einkaufszentren im Berchtesgadener Land: der “Pano”.

Im Pano waren in den vergangenen Jahren viele Geschäfte geschlossen worden – aus unterschiedlichem Grund. Erst machte die Apotheke dicht, später der Friseur und dann ein großer Baumarkt, der einzige im Umkreis. Immer waren es die Mietpreise, an denen es am Ende scheiterte. Selbst der Bürgermeister der Gemeinde bedauerte schließlich den Verlust und ging auf Immobiliensuche, um wenigstens die Zukunft des Heimwerkermarkts sicherzustellen. 

Seitdem im Shopping-Center für einige Läden die Lichter ausgingen, wirkt der Leerstand auf Besucher bedrohlich: Keine guten Zukunftsaussichten attestieren einige dem Shopping-Center, in dem es neben Kleidung, Lebensmitteln und Drogerieartikeln auch eine Bäckerei und ein Blumenfachgeschäft gibt. In den vergangenen Wochen brodelte in sozialen Netzwerken die Gerüchteküche. Dort ging man so weit und erzählte die Geschichte, der Panorama Park könnte gar komplett schließen, weil so viel Leerstand herrscht.

Neue Geschäfte und Umbaumaßnahmen geplant

Tatsächlich hatte sich Michael Dorrer da schon lange Gedanken darüber gemacht, wie es für „unseren Pano“ weitergeht. Vor allem dann, wenn er es selbst in die Hand nimmt und alle freien und frei gewordenen Flächen im Erdgeschoss der riesigen Gewerbeimmobilie eigenständig anmietet. Das Konzept steht also. Dorrer wird seinen Edeka-Markt etwas verkleinern, ein bisschen am Sortiment feilen – „Produkte, die nicht gut gehen, kommen raus“ – und den Getränkemarkt auf die neuen Flächen auslagern. In die einstige Apotheke kommt etwa das Getränkelager. „Es wird der zweitgrößte Getränkemarkt im Berchtesgadener Land“, weiß Michael Dorrer. Die gewonnene Fläche nutzt der Unternehmer, um einen kleinen Baumarkt auf 400 Quadratmetern zu verwirklichen. Damit will er der Schließung des einstigen Hagebaumarkts – und dem damit verbundenen Wegfall des Angebots Ende vergangenen Jahres – entgegenwirken. Ob Dübel, Schrauben, Hammer oder Elektrogeräte: All das sollen Kunden künftig auch bei Michael Dorrer im abgespeckten Baumarkt vorrätig finden. „Heimwerker, die etwas zu erledigen haben, werden den Großteil an Dingen bekommen, die sie für ihre Arbeit brauchen“, sagt Dorrer. 

Hier war mal ein Heimwerkermarkt. Künftig wird der Non-Food-Discounter Action hier einziehen.

Ebenfalls neu: Ein von Grund auf neu gestalteter und vergrößerter Kiosk inklusive Paketversand. Der Blumenladen wird ebenfalls neu gestaltet und an anderer Stelle im Center wiedereröffnet. Zudem bestätigt Dorrer einen neuen Friseursalon. Dorrer mietet die Flächen im Pano auf seine Kappe an und vermietet diese teilweise unter – „zu fairen Konditionen“, wie er sagt. Ein neuer, „wunderschöner“ Imbiss-Bereich mit erweitertem Angebot soll viele zusätzliche Sitzgelegenheiten bieten. Die Fläche wird vollständig neu gestaltet. Für die Planungen sind größere Investitionen nötig. 

Leerstand ade: Heimwerkermarkt, Action und weitere Geschäfte sollen kommen

„Wir haben ein gutes, zukunftsorientiertes Konzept für die nächsten Jahre geschaffen“, sagt Dorrer und freut sich auf die nächste Zeit. Was bereits klar ist: Dieses Frühjahr soll im Pano ein Action-Markt eröffnen. Einen Geschäftsführer für Bischofswiesen hat das Unternehmen bereits gefunden. Action gilt nach eigener Aussage als „der am schnellsten wachsende Non-Food-Discounter in Europa“. Im Portfolio sind 6000 Produkte in europaweit mehr als 2900 Filialen. 

Nicht erreichbar für eine Stellungnahme war der Eigentümer des Panorama Parks, die CEFI II Retail GmbH & Co., Geschlossene Investment KG, mit Sitz in Hamburg. Greifbar für ein Statement zur aktuellen Situation ist dort niemand. Mehrere schriftliche und telefonische Nachfragen blieben unbeantwortet. Michael Dorrer sagt, dass er den Vertrag für seinen 3500-Quadratmeter-Edeka-Center erst vor wenigen Monaten verlängert hat. „Für zwölf weitere Jahre.“ Dann ist Dorrer zwar 75, aber sein Sohn wird den Laden schon bald weiterführen. Auch das große Sportgeschäft will bleiben und hat für zehn weitere Jahre unterschrieben. Wenn nun „alle Ämter mitspielen und die notwendigen Nutzungsänderungen durchgehen“, sagt Michael Dorrer, könne schon in Kürze mit Bauarbeiten im Panorama Park und dessen Umgestaltung begonnen werden. (kp)    

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