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„Ein Stück Heimat“ in Berchtesgaden

Nach 10 Jahren Warten und Baustellen-Chaos: Familie Hölzlwimmer eröffnet Edeka-Markt

Große Freude bei Familie Hölzlwimmer über die Eröffnung ihres neuen Lebensmittelmarktes (von links): Helmut Hölzlwimmer, Sohnt Thomas, Tochter Katharina und Ehefrau Maria.
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Große Freude bei Familie Hölzlwimmer über die Eröffnung ihres neuen Lebensmittelmarktes (von links): Helmut Hölzlwimmer, Sohnt Thomas, Tochter Katharina und Ehefrau Maria.

Dreimal wurde die Eröffnung verschoben, doch jetzt ist es geschafft: Kaufmann Helmut Hölzlwimmer hat den neuen Edeka-Markt an der Bergwerkstraße eröffnet. Was der Supermarkt alles kann und warum der Bürgermeister trotzdem einen kleinen Seitenhieb austeilte.

Berchtesgaden. Wer Helmut Hölzlwimmer an diesem Tag in die Augen blickt, sieht vor allem Erleichterung. Hinter ihm liegen Monate, geprägt von Verzögerungen und einer Baustelle, die nicht enden wollte. Nun aber ist es geschafft: Am Donnerstag hat der neue Edeka-Markt an der Bergwerkstraße in Berchtesgaden eröffnet. Rund 150 Gäste, darunter Weggefährten, Partner, Handwerker und zahlreiche Gratulanten, konnten bereits am Abend zuvor den herausgeputzten neuen Laden bestaunen und mit der Kaufmannsfamilie auf das Zukunftsprojekt anstoßen.

Und der neue Markt hat es in sich: Auf 1.411 Quadratmetern bietet er nicht nur ein deutlich ausgeweitetes Sortiment und moderne Technik, sondern auch ein erweitertes inhaltliches Konzept. Neben einem separaten Getränkemarkt gibt es einen großzügigen Frischebereich, einen Backshop, eine Bedientheke und ein Café mit rund 25 Sitzplätzen. Später sollen auch warme Mittagsgerichte angeboten werden. Selbstbedienungskassen und kostenloses WLAN gehören ebenso zur neuen Ausstattung wie eine spezielle Beleuchtung des Lebensmittelmarktes, die zum Verweilen einladen soll.

An der Frischetheke wird geschnitten, gewogen und beraten: Der neue Edeka-Markt setzt auf persönliche Bedienung und hochwertiges Sortiment.

Man sieht einen Supermarkt vermutlich nie perfekter als am Tag der Eröffnung: Jedes Regal ist bis zum Anschlag gefüllt, jedes Produkt exakt ausgerichtet. Es ist die optische Ordnung der Ware als Verkaufsprinzip. Auch Bürgermeister Franz Rasp zeigt sich bei seinem Besuch durchaus angetan vom neuen Markt, wenngleich er in seiner Ansprache einen Seitenhieb nicht unterließ: „Eigentlich hätten wir uns einen Lebensmittelmarkt mitten im Markt gewünscht, in der Fußgängerzone“, sagt er. Nachdem Edeka den bisherigen Standort dort jedoch aufgegeben hat, wünscht sich Rasp die Aufnahme weiterer Gespräche, fügte der Gemeindechef mit einem Augenzwinkern an. Dass im Zentrum des Ortes erneut ein Lebensmittelladen zurückkehrt, scheint trotzdem eher unwahrscheinlich. Umso mehr freue er sich, dass Berchtesgaden mit Helmut Hölzlwimmer einen selbstständigen Kaufmann habe, nun sogar mit zwei Standorten: dem neuen Markt an der Bergwerkstraße und dem bestehenden an der Königsseer Straße.

Für Helmut Hölzlwimmer ist die Eröffnung ein Meilenstein. Bereits vor zehn Jahren kursierten erste Gerüchte über eine mögliche Übernahme des früheren Tengelmann-Marktes durch Edeka. „Damals war das für mich ein Hirngespinst“, sagt Hölzlwimmer. Doch 2017 wurde die Übernahme offiziell, 2019 kam der Vorschlag von Edeka, dass der Berchtesgadener den zweiten Standort doch künftig führen könnte. Der Rest ist eine lange Geschichte bis heute. Wasserschäden, technische Probleme und ein marodes Parkdeck über dem Gebäude machten den Umbau zum Kraftakt. „Dreimal mussten wir die Eröffnung verschieben, dreimal haben wir schon bestellte Ware wieder abbestellt“, sagt Hölzlwimmer.

Sohn Thomas Hölzlwimmer, ausgebildeter Einzelhandelskaufmann und Metzger, wird mittelfristig die Leitung übernehmen. Schon jetzt ist er in viele Entscheidungen eingebunden. Insgesamt beschäftigt die Kaufmannsfamilie nun rund 70 Mitarbeiter.
Die Bedeutung des Projekts unterstrich auch Bernhard Himmelsstoß, Verkaufsleiter bei Edeka Südbayern. Er sprach von einem „Traum, der mit einer Mission begann und jetzt verwirklicht wurde“ und würdigte den Mut und das Durchhaltevermögen der Familie. „Dieser Markt soll ein Stück Heimat werden für die Berchtesgadener, aber auch für die Kundschaft aus Österreich.“ Denn die Grenznähe spielt für Hölzlwimmer eine zentrale Rolle. Viele seiner Kunden kommen regelmäßig aus dem benachbarten Salzburg, um in Deutschland einzukaufen. Der Preisunterschied macht’s. „Diese grenzüberschreitende Nahversorgung ist für uns ein echtes Potenzial“, sagt der Unternehmer. Und gerade weil in der Region immer mehr kleine Lebensmittelläden verschwinden, sieht er sich umso mehr in der Pflicht: „Wir wollen mit beiden Standorten eine verlässliche Versorgung bieten“, sagt er.

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