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Ungewöhnlich ehrlich

„Wir waren schon mal besser“ – Audi räumt Qualitätsmängel ein

Audi wird immer noch als Premiummarke betrachtet. Doch die Qualität der Verarbeitung lässt zunehmend zu wünschen übrig. Dies wird auch in Ingolstadt bemerkt und es wird angestrebt, sich zu verbessern.

Der Slogan „Made in Germany“ galt lange Zeit als Inbegriff für Qualität. Auch wenn das Image inzwischen leichte Kratzer hat. In der Automobilbranche ist diese Entwicklung besonders spürbar. Selbst renommierte deutsche Hersteller wie Mercedes-Benz, BMW und Audi mussten Einbußen hinnehmen. Eine US-Studie bescheinigte diesen Marken unterdurchschnittliche Qualitätswerte – ein Ergebnis, das noch vor kurzer Zeit undenkbar gewesen wäre.

Die Situation hat sich jedoch drastisch verändert, und die drei Automobilgiganten befinden sich nun in einer ernsthaften Krise. Der schleppende Absatz von Elektrofahrzeugen und der kontinuierliche Einbruch des bedeutenden chinesischen Marktes tragen maßgeblich zu dieser Misere bei. Besonders Audi kämpft mit Schwierigkeiten und versucht nun, mit einer offensiven Strategie gegenzusteuern.

Ingolstadt übt Selbstkritik: Audi räumt Qualitätsmängel ein

Nach einer längeren Phase ohne Neueinführungen präsentiert der Autobauer nun eine umfangreiche Palette neuer Modelle, darunter den A6 e-tron, Q6 e-tron, die A5 Limousine und den A5 Avant sowie den Q5 SUV und Q5 Sportback. Zusätzlich steht die Markteinführung des A6 Avant mit konventionellem Verbrennungsmotor unmittelbar bevor. In Bezug auf die Nomenklatur hat sich der Hersteller kürzlich für eine Rückkehr zu früheren Bezeichnungen entschieden.

Auch beim Q5 setzt Audi nicht überall auf hochwertige Materialien.

Die Offensive beschränkt sich jedoch nicht nur auf neue Modelle: In Ingolstadt übt man sich auch in Selbstreflexion. Bei einem Fahrevent für den Q5 äußerte sich Oscar da Silva Martins, der Leiter für Kommunikation, Produkt und Technologie bei Audi, mit ungewohnter Offenheit, wie Motor1 berichtet. Er gab zu: „Wir waren qualitativ sicher schon mal besser, aber wir kommen da wieder hin“.

Kaum zu sehen: Diese 10 Automarken sind echte Exoten in Deutschland

Lucid Air auf Kies
Platz 10 – Lucid (USA): Schick sieht er ja schon aus der Air. Und mit rund 800 Kilometern Reichweite ist das Elektroauto auch absolut langstreckentauglich. In Deutschland ist das Luxusmobil aber noch ein absoluter Geheimtipp © Lucid Motors
Luicid Air
Grade einmal 392 Neuzulassungen gab es 2024 in Deutschland. Das dürfte auch an dem Preis liegen. Der Lucid Air kostet in der Basisversion Pure bereits stolze 85.000 Euro. Wer den Luxus-Strom voll ausgestattet haben will, muss für den Air Sapphire sogar 250.000 Euro auf den Tisch legen. © Lucid Motors
Lotus Emeya
Platz 9 – Lotus (China): Hier trifft Tradition auf Moderne. Oder britisches Understatement auf chinesische Technologie. Denn wie MG gehört auch diese britische Ikone längst zu einem chinesischen Konzern. © Lotus Cars
Lotus Eltere
Doch anders als MG tut sich Lotus auf dem deutschen Markt noch schwer. Lediglich 365 Autos wurden 2024 verkauft. Das dürfte auch dem Wandel zur Elektromobilität geschuldet sein. © Lotus
Rolls-Royce Cullinan
Platz 8 – Rolls-Royce (Großbritannien): Wenn es um Luxusautos geht, führ kein Weg an Rolls-Royce vorbei. Die Briten stehen für Handarbeit, opulente Materialien und absolute Exklusivität. Ein echtes Statussymbol eben. © Rolls-Royce
Rolls-Royce Cullinan
Das hat natürlich seinen Preis und den können nur wenige zahlen. Wer Rolls-Royce fährt, gehört zu einem sehr exklusiven Kreis. Das zeigt sich auch bei den Neuzulassungen: Grade einmal 360 Fahrzeuge gingen 2024 an die gutbetuchte Kundschaft. © Rolls-Royce
Leapmotor T03
Platz 7 -Leapmotor (China): Ein weiterer Geheimtipp, der sich aber vermutlich nicht mehr lange auf dieser Liste finden dürfte. Denn Leapmotor gehört zum Stellantis-Konzern und greift mit dem günstigen T03 in Europa an. © Leapmotor
Leapmotor C10
Bisher sind die Zulassungszahlen aber noch sehr übersichtlich. 2024 wurde grade einmal 178 Autos bestellt. © Leapmotor
Cadillac Lyriq
Platz 5 – Cadillac (USA): Normal sind es die USA eher gewohnt, die Welt anzuführen. Oder wie Donald Trump sagen würde: America first! Im Falle von Cadillac klappt das jedoch nicht so wirklich gut. © Weigl/Cadillac
Cadillac Lyriq
2024 setzten die Amerikaner lediglich 175 Einheiten des Elektroautos Lyriq ab. Der E-SUV ist derzeit das einzige Modell das Cadillac hierzulande anbietet. © Simon Rainer/Cadillac
VinFast VF 6
Platz 5 – Vinfast (Vietnam): Geteiltes Leid ist bekanntlich halbes Leid. Das gilt auch für das Ranking der seltensten Automarken. Und so teilen sich Vinfast und Cadillac den fünften Rang. © Pond5 Images/Imago
Vinfast VF8
Denn auch Vinfast setzte im Jahr 2024 lediglich 175 Elektroautos in Deutschland ab. Das erste Auto wurde im Mai 2024 übergeben und das, obwohl man eigentlich schon 2022 auf den hiesigen Markt expandieren wollte. © Pond5 Images/Imago
Fisker Ocean
Platz 4 – Fisker (USA): Ein saubere Zukunft für alle. Das versprach Fisker. Möglich machen sollten das nachhaltige Materialien. Doch da Projekt scheiterte krachend. © Pond5 Images/Imago
Fisker Ocean
Statt sauberen Meeren gab es finanzielle Probleme. Die 134 Autos, die in Deutschland verkauft wurden, waren da nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Im Sommer 2024 meldete Fisker schließlich Insolvenz an. © Pond5 Images/Imago
Maxus EUNIQ 6
Platz 3 - Maxus (China): Die Strategie mit der Maxus nach Europa kam, unterscheidet sich von den zahlreichen anderen Marken aus Fernost. Neben Elektroautos hat Maxus auch Transporter im Angebot. © Maxus
Maxus e-Delivery
Trotzdem spielt die Marke in Deutschland keine wirkliche Rolle. Lediglich 70 Fahrzeuge wurden 2024 neuzugelassen. © Maxus
Lynk & Co. 02
Platz 2 – Lynk & Co. (China): Auch Lynk & Co. geht in Deutschland mit einem ungewöhnlichen Konzept an den Start. Die Autos gibt es lediglich im Abo, aber nicht zu kaufen. © Lynk & Co.
Lynk & Co. 01
Wirklich erfolgreich ist das Konzept in Deutschland aber nicht. Grade einmal 68 Abos wurde 2024 abgeschlossen. © Lynk & Co.
Zwei Autos von Aiways
Platz 1 – Aiways (China): Noch seltener erblickt man in Deutschland nur die Autos von Aiways. Und das obwohl der Hersteller bereits seit 2020 in Deutschland aktiv ist. © Aiways
Aiways U6 SUV-Coupé
Wirklich erfolgreich war man seitdem jedoch nicht. 2024 lief für den chinesischen Hersteller aber besonders schlecht. Nur 27 Autos wurden verkauft – das sind nicht einmal zwei pro Monat.  © Aiways

Qualitätsmängel offenkundig: Audi verspricht Verbesserungen

Die Aussage von da Silva Martins lässt keinen Zweifel: Bei den jüngsten Audi-Modellen ist ein Rückgang in der Material- und Verarbeitungsqualität zu verzeichnen. Die Defizite treten vor allem im Interieur deutlich zutage. Beanstandet werden insbesondere die Verwendung minderwertiger Materialien an weniger exponierten Stellen, beispielsweise Hartplastik an Türverkleidungen und im Handschuhfach. Ebenso wird die mangelnde Verarbeitungsqualität von Kunststoffkomponenten im Bereich der Türgriffe und der Mittelkonsole kritisiert. Als Antwort auf diese Beanstandungen hat Audi prompte Verbesserungsmaßnahmen in Aussicht gestellt. Der Automobilhersteller beabsichtigt, spätestens im Rahmen der Modellpflege der aktuellsten Fahrzeuge die Materialqualität anzuheben.

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Die beschriebenen Probleme betreffen nicht ausschließlich Audi. Auch weitere deutsche Premiummarken, darunter Mercedes-Benz, sehen sich mit vergleichbaren Schwierigkeiten konfrontiert. Als Ursachen werden die zunehmenden Entwicklungsaufwendungen angeführt, die sich aus den verschärften Anforderungen in den Bereichen Emissionen, Unfallsicherheit und Cybersicherheit ergeben.

Rubriklistenbild: © Audi

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