Tipps und Vorschriften für eine sichere Fahrt
„Gepäck verstauen ist wie Tetris” - So beladet Ihr Euer Auto richtig
Jährlich passieren in Deutschland teils schwere Unfälle wegen unsachgemäßer Ladung. Viele Autofahrer wissen nicht, wie sie ihre Ladung sichern sollen und nehmen das Thema nicht ernst genug. Erfahrt hier, wie Ihr Euer Auto richtig beladet, um komfortabel und vor allem sicher unterwegs zu sein.
Verwandte über die Feiertage besuchen, Skifahren, erste Süd-Sonne tanken – viele packen jetzt ihre Familie ins Auto und fahren ein paar Tage weg. Doch damit der Urlaub nicht zum Alptraum wird, müssen Reisende schon vor der Abfahrt auf die richtige Beladung des Autos achten.
Die Herausforderung besteht darin, den mehr oder weniger umfangreichen Hausstand im begrenzten Platzangebot des Fahrzeugs sicher zu verstauen. „Im Prinzip spielen Sie beim Verladen des Urlaubsgepäcks Tetris“, so Cornelius Blanke, Pressesprecher des ADAC Hessen-Thüringen. „Wer möglichst alle Lücken auffüllt, sorgt für wackelfreien und sicheren Transport.“
Vor dem Start einfach alles in den Kofferraum zu legen, davon rät auch die GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung mbH ab. Die Prüforganisation weist darauf hin, dass ein korrektes Beladen entscheidend ist für die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer.
Experten-Tipps und Regeln für die große Tour
Eine mangelnde Ladungssicherung gilt als Ordnungswidrigkeit. Bei einer Verkehrskontrolle droht ein Bußgeld – und je nach Risiko oder Unfallauswirkung sogar ein Punkt in Flensburg. Kommen Personen zu Schaden, kann das sogar strafbar sein. Deswegen: Genau sein!
Gewichtsverteilung
Schwere Gepäckstücke sollten immer unten und möglichst in der Fahrzeugmitte verstaut sein. Ein höherer Schwerpunkt kann das Fahrverhalten negativ beeinflussen und zu einer verstärkten Kippgefahr in Kurven führen. Entstehende Zwischenräume werden dann mit kleinen Taschen, Wanderschuhen, etc. gefüllt.
Schutzbarrieren
Die Rückbank am besten nicht umklappen, da sie als Trennwand zwischen Ladung und Insassen dient. Bei Kombis außerdem das Abdeckrollo über dem Gepäckraum schließen. Sollte beides nicht möglich sein, auf eine gute Ladungssicherung mit Spanngurten und Fangnetzen achten. Das wirkt einem unverhofften Verrutschen loser Gegenstände bei einer Notbremsung, einem abrupten Fahrmanöver oder einem Unfall entgegen. Ein Notbehelf kann eine über das Gepäck gelegte Decke sein.
Abschotten
Ein Trennnetz direkt hinter den Vordersitzen verhindert, dass bei einer starken Bremsung Gegenstände nach vorn fliegen. Flaschen, Bücher und Spielzeug können sich dann in gefährliche Geschosse verwandeln. Über die Beschleunigung entfalten sie eine Wucht vom Vielfachen ihres Eigengewichts. Beispielsweise bei einem Frontal-Crash mit 50 km/h können ungesicherte Gepäckstücke mit einer Wucht des 30- bis 50fachen Eigengewichts auf Fahrer und Beifahrer treffen, sagt der ADAC. Da wird aus einer 20-Kilogramm-Tasche ein Geschoss mit einer Wirkkraft von 500 bis 1.000 Kilogramm. Dies kann zu schweren Verletzungen führen.
Solche Dinge verstaut Ihr am besten im Fußraum der Rückbank oder in den Taschen der Rückenlehnen. Dinge, die Ihr während der Fahrt benötigt, verwahrt Ihr am besten gleich sicher in Beifahrernähe.
Ladungssicherung
Mit stabilen Spanngurten oder Netzen lässt sich Ladung sicher befestigen. Das gilt auch für Gepäckstücke neben einem Sitzplatz. Viele Fahrzeug haben spezielle Zurrösen für die Spanngurte. Die Ladung darf auf jeden Fall auch bei starken Brems- oder Ausweichmanövern nicht verrutschen.
Tiertransport
Für den Transport von Haustieren sind spezielle Transportboxen oder -gitter zu verwenden. Sie schützen sowohl das Tier als auch die Personen im Fahrzeug.
Dach- und Heckgepäckträger
Achtet darauf, dass die zulässige Dachlast, die zulässige Tragelast eines Heckträgers sowie die Stützlast der Anhängekupplung nicht überschritten sind. Das Gepäck dort ebenfalls sorgfältig sichern. Vor Fahrtantritt die Montage noch einmal prüfen. Nur leichte Gegenstände gehören in die Dachbox. Ist diese voll und schwer bepackt, verlagert sich der Gesamtschwerpunkt nach oben. Ein geändertes Fahrverhalten kann die Folge sein.
Angepasste Fahrweise
Ein voll beladenes Fahrzeug reagiert anders als im unbeladenen Zustand. Mit längeren Bremswegen rechnen und auch mit verändertem Kurvenverhalten und längeren Überholvorgängen. Die Leuchtweite der Scheinwerfer bei Nachtfahrten anpassen.
Nicht nur die richtige Beladung ist wichtig - vor der Abfahrt solltet Ihr auch eine Basiskontrolle am Fahrzeug selbst vornehmen: Kühlwasser, Motoröl, Bremsflüssigkeit, AdBlue, Scheibenwischwasser, Fahrzeugbeleuchtung, Reifen inklusive Profiltiefe und Verbandkasten.
Den Reifendruck auf das Fahrzeuggewicht einstellen. Der Luftdruck ist meist im Innern der Tankklappe zu finden oder in der Bedienungsanleitung des Fahrzeugs.
Gute Vorbereitung - gute Reise!
Insgesamt solltet Ihr darauf achten, überflüssige Last zu vermeiden – und nur das Nötigste mitnehmen. Die maximale Zuladung des Fahrzeugs darf nämlich nicht überschritten werden.
Befolgt Ihr diese Experten-Tipps der GTÜ und des ADAC, habt Ihr bereits viel getan, um die Sicherheit für Euch und andere Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten - und Ihr könnt Eure Urlaubsreise entspannt antreten.
as mit Material der GTÜ