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Tipps und Hinweise

Gebrauchtes E-Bike kaufen: So vermeidet Ihr teure Fehler

Rebike-Store mit gebrauchten Fahrrädern
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Das Unternehmen Rebike betreibt Europas größtes Refurbishment-Center für E-Bikes.

Es muss nicht immer neu sein - Ein gebrauchtes E-Bike kann eine günstige und gute Alternative zum Neukauf sein. Doch Vorsicht: Es lauern auch teure Fallen. Erfahrt hier, worauf Ihr beim Kauf achten solltet, um das perfekte Second-Hand-E-Bike für Euch zu erwerben.

E-Bikes erfreuen sich einer stetig wachsenden Beliebtheit und bieten eine umweltfreundliche Mobilitätslösung. Allerdings sind neue Modelle oft ziemlich teuer. Der durchschnittliche Preis liegt inzwischen bei knapp 3.000 Euro - Tendenz steigend. Eine erschwingliche Alternative ist der Kauf eines gebrauchten E-Bikes. Doch dabei sollte man einige Aspekte beachten.

Vor- und Nachteile gebrauchter E-Bikes

Gebrauchte E-Bikes, insbesondere Leasingrückläufer, sind häufig in gutem Zustand. Diese Räder sind meist noch nicht alt und gut gepflegt wurden. Denn: „Eine regelmäßige Wartung des Rads gehört zum Vertragsumfang“, sagt Réne Filippek vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC). Auch aus ökologischer Sicht ist es vorteilhaft, Produkte möglichst lange zu nutzen.

Gebrauchte Fahrräder unterliegen natürlichem Verschleiß und Alterung. Dies kann zu erhöhtem Reparaturbedarf und dem Austausch von Ersatzteilen führen. „Ein klassisches Verschleißobjekt ist beim E-Bike der Akku“, sagt H. David Koßmann vom Pressedienst-Fahrrad. Muss schon bald nach dem Gebrauchtkauf ein neuer Akku her oder sind Reparaturen fällig, kann sich der günstige Kaufpreis relativieren

Etwas Risiko ist also beim Gebrauchtkauf dabei, vor allem, wenn es um Privatkäufe geht. Kauft man in Fachgeschäften on- oder offline, hat man etwas mehr Sicherheit – die Preise sind aber nicht ganz so günstig.

Worauf Ihr beim Kauf eines gebrauchten E-Bikes achten solltet

„Wichtig ist eine Probefahrt“, sagt Koßmann. Dabei sollte man testen, ob alles wie etwa Bremse und Licht einwandfrei funktioniert und das Rad keine ungewöhnlichen Geräusche von sich gibt. Knacken, knarzen, klappern oder Schleifgeräusche deuten auf technische Probleme hin. Weitere Kriterien:

  • Passform und Zustand: Das E-Bike sollte zu den eigenen Körpermaßen passen, es sollte also weder zu groß noch zu klein sein. Gebrauchsspuren sind normal, doch bei größeren Lackschäden oder Beulen ist Vorsicht geboten. Zieht die Vorderradbremse und bewegt das Rad vor und zurück; spürbares Spiel kann auf Verschleiß hinweisen. Drückt auch die Räder nach links und rechts. Ist ein leichtes Wackeln spürbar, deutet dies auf Verschleiß hin. 
  • Akku und Motor: Das sind die zentralen Elemente des E-Bikes. Lasst Euch ein Prüfprotokoll des Akkus zeigen, das die verbleibende Kapazität angibt. Liegt diese unter 80 Prozent, ist mittelfristig bereits ein neuer Akku für mehrere hundert Euro fällig. Bei Privatkäufen empfiehlt es sich, den Akku in einer Werkstatt testen zu lassen. Auch der Motor sollte getestet werden. Bei der Probefahrt auf folgende Warnsignale achten: Mechanische Geräusche beim Treten, ruckhafte, ungleichmäßige Unterstützung, Motoraussetzer, Ölspuren am Gehäuse.
  • Kilometerstand und Pflege: Der Kilometerstand allein ist nicht ausschlaggebend. Ein gut gewartetes E-Bike mit hoher Laufleistung kann in besserem Zustand sein als ein wenig genutztes, aber schlecht gepflegtes Modell.
  • Tuning: „Ein E-Bike, dessen Geschwindigkeit mit 25 km/h angegeben ist, dessen Motor aber darüber hinaus beschleunigt, ist illegal“, sagt H. David Koßmann. Erkennen lässt sich eine solche Manipulation, in dem man bei der Probefahrt testweise das höchstmögliche Tempo vorlegt. Zeigt das Tachometer mehr als 25 km/h, dann besser die Finger von dem Rad lassen. Wer im Fachhandel kauft, kann sich zumeist darauf verlassen, dass die Elektronik nicht manipuliert ist.
  • Marken und Ersatzteilverfügbarkeit: Marken-Fahrräder sind oft zuverlässiger, da sie qualitativ hochwertige Komponenten verbaut haben und die Hersteller eine langfristige Ersatzteilversorgung gewährleisten. Bei weniger bekannten Marken kann die Ersatzteilbeschaffung problematisch sein.
  • Kaufvertrag und Diebstahlschutz: Bei Privatkäufen ist ein schriftlicher Kaufvertrag mit den persönlichen Daten des Verkäufers und der Rahmennummer des E-Bikes ratsam. Dies hilft, den rechtmäßigen Besitz nachzuweisen und schützt vor dem Erwerb gestohlener Ware.

Wie teuer ist ein gebrauchtes E-Bike durchschnittlich und wie viele Kilometer sind akzeptabel?

Der jeweilige Preis hängt vom Alter, dem Zustand, aber auch der Nachfrage ab und lässt sich pauschal nicht beantworten. „Möglich sind Preise zwischen 500 und über 10.000 Euro“, sagt Koßmann. Als Faustregel gilt: Pro Jahr verliert ein E-Bike etwa 20 Prozent seines Neupreises. Ein drei Jahre altes Modell, das neu 3.500 Euro kostete, ist also für knapp 2.000 Euro ein fairer Deal - vorausgesetzt der technische Zustand stimmt.

Ob ein Kilometerstand akzeptabel ist, hängt wie bei einem Gebrauchtwagen vom Preis ab. Je teurer ein E-Bike ist, desto weniger Kilometer sollte es gefahren sein. Allerdings ist ein konkreter Kilometerwert schwer zu nennen, denn es hängt auch von der Pflege ab. „Ein gut gewartetes Elektrorad mit 20.000 Kilometern auf dem Tacho kann neuwertiger sein als ein schlecht gepflegtes mit 5.000 Kilometern“, so René Filippek.

Was sind seriöse Bezugsquellen beim Gebrauchtkauf? Und lieber privat oder vom Händler?

Es gibt stationäre Fachgeschäfte und spezialisierte Online-Shops, wie Rebike, Upway oder BikeExchange, die gebrauchte Elektrofahrräder anbieten. „Ob ein Online-Shop seriös ist, lässt sich anhand von Siegeln wie Trusted Shops oder Trustpilot checken“, sagt H. David Koßmann. Ebenfalls wichtig: vollständige und korrekte Angaben im Impressum und funktionierende Telefonnummern.

Besonders interessant sind sogenannte „refurbished“ E-Bikes. Diese wurden professionell aufbereitet und kommen mit Garantie. Große Online-Händler wie Rebike oder Upway haben sich darauf spezialisiert, gebrauchte E-Bikes zu überprüfen, bei Bedarf zu reparieren und mit Garantie weiterzuverkaufen. Die Preise liegen dabei meist 30-50 Prozent unter dem Neupreis.

Bei Privatpersonen kann man mitunter mehr Geld sparen. Ein Fachgeschäft aber checkt das Rad durch und repariert bei Mängeln. Klar, das verursacht Kosten und der Preis steigt. „Wer im Fachhandel Gebrauchträder kauft, kann sich ein Jahr lang auf die Sachmängelhaftung berufen, also die Hälfte der Zeit, die bei Neuware gilt“, sagt René Filippek. Eine Garantie ist eine freiwillige Leistung, die ein Fachgeschäft selbst festlegen kann. Allerdings: „Eine Garantie ist im Gebrauchtradbereich eher unüblich oder fällt eher kurz aus“, so Filippek.

Wie finde ich heraus, ob ein gebrauchtes E-Bike gestohlen ist?

„Falls das Rad codiert ist mit einer Codierung der Polizei, kann man dort nachfragen, wem das Rad gehört“, sagt Koßmann. Stimmt der Name des Besitzers nicht mit dem des Verkäufers überein, kann dies ein Hinweis darauf sein, dass das Rad gestohlen ist.

„Beim Kauf von privat sollte man auf einen Kaufvertrag mit Angabe der persönlichen Daten des Verkäufers oder der Verkäuferin bestehen und die Rahmennummer notieren“, so Filippek. Diebe oder Hehler machen das nicht gerne. 

Fazit

Mit der richtigen Vorbereitung und einem kritischen Blick lässt sich beim E-Bike-Gebrauchtkauf viel Geld sparen. Eine gründliche Prüfung des Fahrrads, insbesondere des Akkus, sowie der Abschluss eines Kaufvertrags sind entscheidend, um langfristig Freude am neuen Gefährt zu haben. (as/dpa)

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