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Unter Artenschutz

Diese Schnecken sollten Sie in Ruhe lassen, sonst drohen bis zu 65.000 Euro Bußgeld

Das Töten bestimmter Schneckenarten kann teuer werden. Erfahren Sie, welche Arten geschützt sind und wie man die Pflanzen im Garten trotzdem schützen kann.

Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass alle Schnecken im Garten sich an Salat, den meist begehrten Funkien oder Blumen vergehen. Tatsächlich sind nicht alle, insbesondere Nacktschnecken, schädlich. Einige sind sogar so nützlich für Hobbygärtner, dass sie unerwünschte Artgenossen fressen. Darüber hinaus stehen viele dieser Weichtiere unter Naturschutz und das mutwillige Töten oder schon Verletzen kann zu erheblichen Bußgeldern führen.

Weinbergschnecken muss man in Ruhe lassen

Die Gefleckte Weinbergschnecke (Cornu aspersum) ist kleiner und unauffälliger als die Weinbergschnecke und steht unter besonderem Schutz.

Schnecken, die in Gärten keinen größeren Schaden an Gemüse und Blumen verursachen, sind oft leicht zu erkennen: Viele tragen ein filigranes Gehäuse. Die auffällige Weinbergschnecke, die bis zu zehn Zentimeter lang werden kann, ist eine solche Gehäuseschnecke. Sie ist harmlos und ernährt sich von welken Pflanzenteilen, Algen und gelegentlich auch von toten Nacktschnecken. Der gehäuselose, auffällig gefleckte Tigerschnegel ist ebenfalls ein Nützling, den Gartenbesitzer begrüßen sollten: Er frisst unter anderem die Eier anderer Schnecken und deren Nachkommen.

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Einige Schneckenarten in Deutschland sind gefährdet oder selten und daher besonders und streng geschützt (Auswahl aus der Artenschutzdatenbank WISIA-online des Bundesamts für Naturschutz):

  • Weinbergschnecke (Helix Pomatia)
  • Gefleckte Weinbergschnecke (Cornu aspersum)
  • Gebänderte Kahnschnecke (Theodoxus transversalis)
  • Nordische Purpurschnecke (Nucella lapillus) 

Welche Schnecke ist das? Schädliche und nützliche Schnecken im Garten unterscheiden

Eine Nacktschnecke im Garten frisst ein Salatblatt.
Der kriechende Erzfeind für Hobbygärtner: Die Spanische Wegschnecke ist ein Ureinwohner und keine invasive Art. Sie tritt oft in Massen auf und lässt kein Blatt auf dem anderen. © Zoonar/Imago
Rote Nacktschnecke, Arion rufus, unterwegs auf einem regennassen Waldweg
Die Rote Nacktschnecke (Arion rufus) wird oft mit der Spanischen Wegschnecke verwechselt und wurde inzwischen von dieser ziemlich verdrängt. Sie bevorzugt allerdings abgefallene Pflanzenteile gegenüber Jungpflanzen. © Panthermedia/Imago
Genetzte Ackerschnecke (Deroceras reticulatum)
Auch die Genetzte Ackerschnecke ist ein Hauptverusacher von Fraßschäden an Blumen und Gemüse – sie macht weder vor Blüten noch Wurzeln Halt und vermehrt sich rasant. © blickwinkel/Imago
Frosch sitzt neben Gartenwegschnecke (Arion distinctus).
Die Gartenwegschnecke (Arion distinctus) ist auch nicht jedermanns Liebling. Sie ist nur etwa vier Zentimeter lang, dunkelgrau oder schwarz. Und sie bevorzugt leider Wurzeln und Wurzelgemüse. © agefotostock/Imago
Junge beobachtet Schwarze Wegschnecke
Die braune Form der Schwarzen Wegschnecke (Arion ater) sieht der Spanischen Wegschnecke oft sehr ähnlich. Aber auch wenn sie manchmal tiefschwarz ist – sie verursacht keine nennenswerten Schäden, sondern vertilgt sogar Artgenossen. © Nature Picture Library/Imago
Tigerschnegel (Limax maximus) auf Grashalm
Die meisten Schnegelarten, wie der Tigerschnegel, sind nützlich. Dieser ist sogar einer der wenigen natürlichen Feinde der unbeliebten Spanischen Wegschnecke. © imagebroker/Imago
Schwarze Schnegel (Limax cinereoniger) auf Laubblättern
Der Schwarze Schnegel (Limax cinereoniger) sieht mit seinen bis zu 20 Zentimetern Länge nicht sehr sympathisch aus, aber er leistet im Garten gute Dienste. © Panthermedia/Imago
Weinbergschnecke auf Hand eines Kindes
Weinbergschnecken sind oftmals groß, aber harmlos. Und sie stehen in Deutschland unter Naturschutz. Man kann sich also freuen, sie im Garten zu finden und darf sie weder töten noch essen. © Westend61/Imago
Zwei weißmündige Bänderschnecken (Cepaea hortensis), kriechen auf einem mit Flechten bewachsenen Zweig im Wasser.
Garten-Schnirkel- oder -Bänderschnecken gibt es mit rosa oder gelbem Gehäuse, mal mit Linien oder ohne. Sie dienen Vögeln als lebenswichtige Nahrung. Der Nützling säubert den Garten von Pflanzenabfall und Aas. © blickwinkel/Imago
Garten-Bänderschnecken und zwei Weinbergschnecken
Ein Artentreffen der Guten: Ein paar Weinbergschnecken und Bänderschnecken in ihrer ganzen Farbvielfalt sind noch keine Schneckenplage. © Zoonar/Imago

Bis zu 65.000 Euro Bußgeld drohen: Die Schnecken darf man nicht töten

Wer diesen Arten schadet, den könnte das teuer zu stehen kommen: Laut Bussgeldkatalog.org verhängen die meisten Bundesländer fünfstellige Bußgelder bis zu 50.000 Euro, wenn man die Tiere tötet, verletzt, vergiftet, fängt oder stört – in Brandenburg können sogar bis zu 65.000 Euro Strafe fällig werden. Die Absicht, warum die Tiere getötet wurden, ist dabei nicht ausschlaggebend: Weinbergschnecken gelten als Delikatesse und auch wer sie essen möchte, darf sie nicht wie Speisepilze aus der Natur entnehmen.

Wer eine Falle aufstellt, Schneckenkorn streuen will oder jede Schnecke mit der Gartenschere zerschneidet, sollte das nächste Mal genau darauf achten, um welche Schneckenart es sich handelt und ob es nicht eine alternative Methode gibt, die Plagegeister loszuwerden. Zahlreiche Hausmittel und mechanische Barrieren wie Schneckenkragen können hierbei hilfreich sein. Ein Perspektivenwechsel ebenfalls: Eine Nacktschnecke mag nicht so niedlich sein wie die Meise am Futterhäuschen – aber das macht sie nicht weniger schützenswert.

Rubriklistenbild: © Depositphotos/Imago

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