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Radhersteller bietet Platz an

Kinderräder künftig aus der Corratec-Schmiede: Warum woom beim Raublinger Produzenten einsteigt

Konrad Irlbacher, Gründer und Geschäftsführer von Corratec und Johannes Kisslinger, COO von woom, produzieren ab 2026 gemeinsam Fahrräder in Rumänien.
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Konrad Irlbacher, Gründer und Geschäftsführer von Corratec (oben) und Johannes Kisslinger, COO von woom, produzieren ab 2026 gemeinsam Fahrräder in Rumänien.

Kinderräder aus der Corratec-Produktion? Klingt kurios, wird aber ab Januar 2026 Realität. Denn die bekannte Radmarke woom steigt beim Raublinger Hersteller ein. Warum einer der weltweit größten Kinderrad-Hersteller auf Corratec setzt und was genau geplant ist. 

Raubling/Rumänien – Corratec hat Platz, aber aktuell zu wenig Aufträge. Woom schraubt die Produktion nach oben, hat dafür aber zu wenig Platz. So ungefähr könnte man die neue Zusammenarbeit in zwei Sätzen zusammenfassen. Die beiden Radproduzenten schließen sich in Corratecs rumänischen Werk in Timisoara zusammen und stellen dort ab dem 1. Quartal 2026 gemeinsam ihre Räder her. 

Die Fertigung im rumänischen Timisoara von Corratec.

Der führende Hersteller für Kinderräder, woom, nutzt dafür ab dem kommenden Jahr einen Teil der 50.000 Quadratmeter großen Fläche, die Corratec im November 2021 erwarb. Der Raublinger Gründer und Geschäftsführer Konrad Irlbacher eröffnete in Rumänien das große Produktionsgelände für seine Radmarke. Damals wurde im Optimalfall ein jährlicher Umsatz von bis zu 300.000 Rädern pro Jahr in Aussicht gestellt. 

Corona trifft Corratec

Doch rund drei Jahre später ist die Realität eine andere. Die Corona-Hochphase, in der jeder ein Rad haben wollte, ist vorbei. „Die Nachfrage ist extrem gesunken. Das bekamen erst die Händler und mit Verzögerung auch die Hersteller zu spüren”, meint Irlbacher. Die Konsequenz: Elf Mitarbeiter wurden am Firmensitz in Raubling entlassen. Speziell die dort noch ansässige Produktion der hochwertigeren und teureren Räder hat dementsprechend nachgelassen. 

Genau diese Flaute könnte nun mit woom überbrückt werden. „Damit werden wir in Timisoara so viele Räder produzieren wie noch nie“, meint Irlbacher, der sich auf die Kooperation freut. Doch auch der aktuelle Marktführer für Kinderräder profitiert davon. „Die Partnerschaft mit Corratec bringt uns näher an unsere europäischen Kernmärkte und erhöht unsere Fähigkeit, langfristig zu wachsen“, sagt Johannes Kisslinger, Leiter des operativen Geschäfts bei woom. Aufgrund der Nähe zum Hauptsitz in Wien und den neuen Kapazitäten sieht er in der Partnerschaft und im Werk in Timisoara großes Potenzial. 

Anzahl an Kinderrädern in Deutschland steigt

Und dieses Potenzial wird wohl künftig auch gebraucht. Denn laut den Zahlen des deutschen Zweirad-Industrie-Verbands ging der Verkauf von Kinderrädern in Deutschland von 55.000 Stück im Jahr 2023 auf 90.000 im Jahr 2024 nach oben. Der Absatz von Mountainbikes sank im selben Zeitraum hingegen von 911.000 auf 874.000. „Das laufende Geschäftsjahr ist bisher das Stärkste in der Unternehmensgeschichte – im ersten Quartal erzielte woom einen Umsatz von 44 Millionen Euro, ein starkes Plus von 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr”, bestätigt Kisslinger.

Dementsprechend hoffen die beiden Fahrradproduzenten voneinander zu profitieren. Zu den geplanten Produktionsmengen in Rumänien macht woom keine Angaben. Irlbacher rechnet jedoch damit, dass der Absatz in Timisoara damit wieder deutlich über die Marke von 100.000 Rädern steigen wird.

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