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Rentenlücke bleibt

Ungleichheiten bei der Rente: Mütterrente wirkt nur kaum

Die Mütterrente soll Rentengerechtigkeit fördern, doch laut Experten bleibt ihre Wirkung begrenzt. Wer profitiert – und wer weiter benachteiligt bleibt.

Frankfurt – Die Debatte um die Mütterrente flammt erneut auf. Union und SPD planen eine Ausweitung der Maßnahme, die vor allem Mütter mit vor 1992 geborenen Kindern bei der Rente besserstellen soll. Eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag vom Stern zeigt, dass eine breite Mehrheit der Deutschen diese Pläne unterstützt.

Doch eine Analyse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) wirft Zweifel an der tatsächlichen Wirkung der Mütterrente auf die Rentengerechtigkeit auf. Während die Reform eine finanzielle Erleichterung für viele Frauen mit sich bringt, bleibt die grundsätzliche Problematik der Rentenungleichheit bestehen.

Mütterrente: Hohe Zustimmung in der Bevölkerung

Laut der Forsa-Umfrage befürworten 69 Prozent der Deutschen die Ausweitung der Mütterrente. Nur 27 Prozent sind dagegen, während sich vier Prozent nicht äußern. Besonders hoch ist die Zustimmung unter den Anhängern der Linken mit 85 Prozent, während sie unter Grünen-Wählern mit 61 Prozent am geringsten ausfällt. Auch Anhänger der SPD (70 Prozent) und der Union (66 Prozent) stehen den Plänen mehrheitlich positiv gegenüber.

Die Befürworter argumentieren, dass die Erziehung von Kindern ein gesellschaftlich wertvoller Beitrag sei, der finanziell stärker anerkannt werden müsse. Gegner hingegen verweisen auf die hohen Kosten von vier bis fünf Milliarden Euro pro Jahr und stellen die Frage, ob dieses Geld nicht gezielter eingesetzt werden könnte. Sie befürchten, dass die Maßnahme langfristig die Rentenkassen belasten und notwendige Investitionen in andere Sozialbereiche erschweren könnte.

DIW-Analyse: Rentengerechtigkeit durch Mütterrente unzureichend

Die DIW-Analyse zeigt, dass die Mütterrente zwar eine Verbesserung für einige Frauen darstellt, aber nicht als umfassende Lösung gegen Rentenungleichheit betrachtet werden kann. Demnach profitieren vor allem Frauen mit einer stabilen Erwerbsbiografie und längeren Beitragszeiten. Frauen mit häufigen Erwerbsunterbrechungen, insbesondere durch Kindererziehung, bleiben weiterhin benachteiligt.

DIW-Studie zeigt: Von Mütterrente profitieren nur einige Mütter, nicht alle.

Frauen in niedrigen Einkommensgruppen besonders benachteiligt

Ein zentrales Problem ist, dass Frauen nach wie vor häufiger in Teilzeit arbeiten oder längere Auszeiten für die Kinderbetreuung nehmen. Dadurch erwerben sie geringere Rentenansprüche als Männer, was sich in der Rentenhöhe widerspiegelt. Die zusätzlichen Entgeltpunkte durch die Mütterrente kompensieren diesen Nachteil nur begrenzt.

Besonders betroffen sind Frauen in den unteren Einkommensgruppen, wie die DIW-Studie zeigt. Zwar steigt ihre Rente durch die Mütterrente ein wenig, doch reicht die Erhöhung meist nicht aus, um das Rentenniveau spürbar zu verbessern. Frauen mit niedrigen Einkommen oder langen Erwerbsunterbrechungen haben deshalb weiterhin ein hohes Risiko, im Alter auf Grundsicherung angewiesen zu sein.

Mütterrente schließt Einkommensunterschiede zwischen Männer und Frauen nicht

Während die Mütterrente für viele Mütter eine finanzielle Verbesserung bedeutet, stellt sie dennoch nur eine punktuelle Maßnahme dar. Trotz der Anrechnung von Kindererziehungszeiten bleibt die Rentenlücke zwischen Männern und Frauen groß. Die Studie zeigt, dass diese Maßnahme den sogenannten Gender Pension Gap in Westdeutschland nur um wenige Prozentpunkte verringert. Mütter profitieren von den Kindererziehungszeiten, aber oft reicht das nicht aus, um die langfristigen Einkommensunterschiede zwischen den Geschlechtern auszugleichen.

Zudem wird darauf hingewiesen, dass die Rentenreform durch die Kindererziehungszeiten nur dann wirksam ist, wenn Frauen nach der Geburt in Vollzeit oder vollzeitnahe Beschäftigung zurückkehren. Experten empfehlen daher, die gleichberechtigte Aufteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit zu fördern und eine flexiblere Betreuungsinfrastruktur zu schaffen. Darüber hinaus sollte das Steuersystem, etwa durch Reformen beim Ehegattensplitting und den Minijobs, Arbeitsanreize für Frauen erhöhen.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Bihlmayerfotografie

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