Belastung ab Juli
Höhere Renten haben Milliarden-Preis: Mehrkosten von 15 Milliarden Euro
Mit Beginn des 1. Juli 2025 werden die Renten angehoben. Während dies für die Empfänger eine positive Nachricht ist, stellt es eine weitere milliardenschwere Last für die Rentenversicherung dar. Auch der Bundeshaushalt wird in Mitleidenschaft gezogen.
Berlin – Rentnerinnen und Rentner bekommen ab dem 1. Juli mehr Geld. Bundesweit einheitlich steigen die Renten um 3,74 Prozent. Was für die Bezieher positiv ist, ist jedoch mit Zusatzkosten der gesetzlichen Rentenversicherung verbunden. Die höheren Leistungen verursachen ab 2026 jährlich Mehrkosten von etwa 15,7 Milliarden Euro.
Höhere Renten kosten jährlich 15,1 Milliarden Euro
Auf die gesetzliche Rente allein entfallen dabei jährliche Mehrkosten von etwa 15,1 Milliarden Euro. Das geht aus einem Entwurf der Rentenwertbestimmungsverordnung 2025 des Bundesarbeitsministeriums hervor. Das Portal Ihre-Vorsorge.de hatte zuerst darüber berichtet. Weitere Mehrausgaben entstehen durch die Rentenerhöhung bei der gesetzlichen Unfallversicherung, der Alterssicherung der Landwirte sowie steuerfinanzierten Erstattungen über überführte Ansprüche aus Zusatz- und Sonderversicherungssystemen der DDR.
| Jährliche Mehrkosten insgesamt | 15,674 Milliarden Euro |
|---|---|
| Gesetzliche Rente | 15,106 Milliarden Euro |
| Alterssicherung für Landwirte | 97 Millionen Euro |
| Gesetzliche Unfallversicherung | 237 Millionen Euro |
| Ansprüche aus Zusatz-/Sonderversicherungssysteme aus der DDR | 234 Millionen Euro |
| Quelle: Entwurf Bundesarbeitsministerium |
Allein von Juli bis Dezember entstehen durch Rentenerhöhung Kosten von 7,8 Milliarden Euro
Bereits im laufenden Jahr 2025 entstehen durch die jährliche Rentenanpassung höhere Ausgaben. Die 16 gesetzlichen Rentenkassen müssen laut dem Entwurf des Arbeitsministeriums von Juli bis Dezember etwa 7,6 Milliarden Euro mehr ausgeben. Die Gesamtkosten betragen 7,838 Milliarden Euro. Auch hier entfallen Mehrausgaben auf die gesetzliche Unfallversicherung (119 Millionen Euro), die Alterssicherung der Landwirte (49 Millionen) und die steuerfinanzierten Erstattungen aus den überführten Ansprüchen aus Zeiten der DDR (117 Millionen Euro).
| Mehrkosten insgesamt 2025 | 7,838 Milliarden Euro |
|---|---|
| Gesetzliche Rente | 7,553 Milliarden Euro |
| Alterssicherung für Landwirte | 49 Millionen Euro |
| Gesetzliche Unfallversicherung | 119 Millionen Euro |
| Ansprüche aus Zusatz-/Sonderversicherungssysteme aus der DDR | 117 Millionen Euro |
Auch auf den Bund kommen dadurch Mehrausgaben bei der Rente zu. Von den zusätzlichen Kosten soll der Bund 2025 etwa 280 Millionen Euro übernehmen. Ab 2026 sind es laut dem Entwurf rund 559 Millionen Euro. Die „neuen Länder“ sollen dem Bund „für die Mehraufwendungen der überführten Ansprüche aus Zusatz- und Sonderversorgungssystemen der ehemaligen DDR“ für Juli bis Dezember 2025 rund 51 Millionen Euro erstatten. Ab 2026 sollen es dann etwa 101 Millionen Euro sein.
Zum 1. Juli 2025 steigen die Renten um 3,74 Prozent
Anfang März hatte Arbeitsminister Hubertus Heil die Rentenerhöhung von 3,74 Prozent angekündigt. Der Wert eines Entgeltpunkts steigt am 1. Juli von bisher 39,32 Euro auf 40,79 Euro. Damit erhöht sich auch die Standardrente, also die Bezüge nach 45 Beitragsjahren zu einem Durchschnittsverdienst, auf 1835,55 Euro im Monat. Das Rentenniveau liegt weiterhin bei 48 Prozent.
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