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Wichtiger Erfolgsfaktor
Studie: Weltweit wird deutschen Elektroautos vertraut
Deutsche Autobauer stehen für Qualität. Auch bei Elektroautos setzen sie aus Verbrauchersicht Maßstäbe.
Frankfurt – Trotz temporärer Rückschläge ist die Elektromobilität weltweit auf dem Vormarsch. So ging der Absatz von Elektroautos in Deutschland im Jahr 2024 im Vorjahresvergleich zwar um mehr als ein Viertel auf 380.600 BEVs zurück, wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) mitteilte. Im ersten Quartal dieses Jahres wurden jedoch 158.503 reine Stromer neu zugelassen, was einem Plus von 42,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht.
Obwohl sie einen schwierigen Start in die E-Mobilität hatten, könnten deutsche Autobauer von dieser Entwicklung profitieren. Das zeigt die von der Unternehmensberatung Bearingpoint erstellte Studie „Attraktivitätsindex Elektromobilität“. Demnach vertrauen Verbraucher in China, den USA, Deutschland und Frankreich der Qualität deutscher Elektroautos deutlich stärker als der von Stromern der Konkurrenz aus anderen Ländern.
E-Auto-Käufer im Ausland vertrauen deutschen Herstellern: VW verdoppelt Absatzzahlen
Dies spiegelt sich auch in den Verkaufszahlen in Europa wider. Laut Daten des europäischen Herstellerverbands Acea hat sich der Absatz von E-Autos von VW im Jahresverlauf verdoppelt, während die Verkäufe von Tesla fast halbiert wurden. Chinesische Hersteller wie BYD, Nio oder Xpeng sind in Deutschland zwar wenig gefragt, können aber in anderen europäischen Ländern wie Großbritannien, Spanien und Italien punkten.
Laut Schmidt Automotive Research haben es die chinesischen Hersteller zunächst vor allem auf diese drei Länder abgesehen – mit Erfolg. In Großbritannien gilt es wegen der nicht so großen heimischen Konkurrenz als einfacher für Newcomer, einen Platz im Markt zu finden. In Spanien und Italien finden dem Marktforschungsunternehmen zufolge wegen der preisbewussten Käufer günstige Autos mehr Anklang. Insgesamt war im ersten Quartal in Westeuropa fast jedes 20. neu zugelassene Auto ein chinesisches. Das ist ein fast doppelt so hoher Marktanteil wie vor zwei Jahren.
E-Auto-Käufer im Ausland vertrauen deutschen Herstellern: Großer Vorsprung vor anderen Marken
Ein genauerer Blick auf den „Attraktivitätsindex Elektromobilität“ zeigt, dass heimische Marken in allen vier untersuchten Märkten am besten abschneiden. VW führt in Deutschland, Renault in Frankreich, Tesla in den USA und BYD in China. In fremden Märkten hingegen verlieren diese Hersteller an Attraktivität. Dies macht deutlich, wie stark regionale Markenbindung und Vertrauen die Kaufentscheidung beeinflussen.
Bezogen auf die Qualität allein sieht es jedoch anders aus. „Wir waren selbst überrascht, dass die deutschen Hersteller in Summe so deutlich vorn lagen“, sagt Manuel Schuler, globaler Leiter Automotive bei Bearingpoint. Je nach Markt betrug der Vorsprung gegenüber der zweitplatzierten Gruppe drei bis sieben Prozentpunkte.
Deutsche Autobauer haben Markenimage über Jahrzehnte aufgebaut – und könnten bei E-Autos profitieren
„Die deutschen Hersteller profitieren hier sicher von einem Markenimage, das über Jahrzehnte – vor allem mit Verbrennern – aufgebaut ist. Heute verschafft ihnen das einen gewissen Aufschub im Konkurrenzkampf mit den Herausforderern gerade aus China“, sagt Schuler.
In den vier Ländern ist das Bild jedoch etwas differenzierter. In China liegt beispielsweise die heimische Marke BYD auf dem ersten Platz. Knapp dahinter folgen Mercedes, BMW, VW und Porsche. Sie liegen damit vor anderen chinesischen Marken oder Tesla. In den USA ist Honda der Qualitätskönig. Es folgen Mercedes, BMW, VW und Porsche. In Frankreich wiederum liegt Mercedes an der Spitze vor BMW, VW und Porsche.
Zweifel am Überleben der Auto-Marken aus China
BYD genießt zwar im Heimatmarkt großes Vertrauen. In Europa sieht es dagegen anders aus, hier hat der Hersteller mit Imageproblemen zu kämpfen. In Frankreich landet BYD in der Umfrage auf dem zwölften Platz, auch in Deutschland ist die Marke weit abgeschlagen.
Tesla vor dem Niedergang: Wie Elon Musk den Ruf seines Goldesels zerstörte
Warum haben es BYD oder MG in Europa so schwer? „Chinesische OEMs sind technisch konkurrenzfähig, aber sie benötigen Vertrauensaufbau durch bessere Markenarbeit und eine verlässliche lokale Präsenz“, erklärt Schuler. Der erfolgreiche Markteintritt gelinge über langfristige Präsenz, wettbewerbsfähige Preise, ein gutes Verständnis für lokale Kundenbedürfnisse und eine an den Markt angepasste Markenstrategie. Nur so könnten sie ihre gute technische Qualität in tatsächlichen Markterfolg umwandeln.
Hinzu kommt wohl die Sorge, ob die Hersteller aus China langfristig am Markt bestehen können. „Dazu trägt sicher auch bei, dass Kunden sich nicht sicher sind, ob es den Hersteller in ein paar Jahren noch geben wird und ob sie noch einen Ansprechpartner für Service und Reparaturen haben“, so Schuler.
Umorientierung der deutschen Autobauer auf E-Mobilität ist notwendig
Doch den deutschen Marken bleibt kaum eine Verschnaufpause. Für VW, BMW und Co. bedeutet der Wandel im globalen BEV-Markt eine grundlegende strategische Neuausrichtung. Sie müssen Schuler ihre Stärken in Qualität und Markenimage in ganzheitliche Nutzererlebnisse übersetzen.
„Die Zeiten, in denen sich ein Wettbewerbsvorteil allein über Fahrzeugtechnik wie Reichweite, Ladegeschwindigkeit oder Fahrleistung erzielen ließ, sind vorbei“, so Schuler. Wichtiger werde das Gesamterlebnis aus digitalen Services, einfachen Ladeprozessen, verlässlichem Kundendienst und alltagstauglichen Mobilitätslösungen.
Attraktivitätsindex Elektromobilität
Der Attraktivitätsindex Elektromobilität wurde 2024 erstmals von Bearingpoint und dem Handelsblatt Research Institute für Deutschland erstellt. Er misst die Attraktivität batterieelektrischer Pkw (BEV) für potenzielle Käufer in einem Markt. Im Jahr 2025 wurde er zusätzlich auch für China, Frankreich und die USA berechnet.
Grundlage für den Attraktivitätsindex sind eine Umfrage unter Autofahrern im jeweiligen Land zum Vertrauen in Qualitätsversprechen und den digitalen Innovationsgrad der Hersteller sowie Parameter wie Preis, Reichweite, Ladegeschwindigkeit, Stromkosten pro 100 Kilometer und Ladesäulendichte. Bewertet werden Fahrzeugmodelle unterschiedlicher Hersteller, die aktuell oder künftig im jeweiligen Land gefragt sind und die verschiedenen Preissegmente abbilden.