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„Wir erleben ein Wachstum wie noch nie“

Waffen statt Autoteile: In NRW sollen Rheinmetall-Arbeiter neue Jobs bekommen

Rheinmetall will mehr Platz für Rüstungsfertigung. Eine Lösung dafür wäre die Umrüstung bestehender Werke. Angeblich trifft es auch NRW.

Düsseldorf – Friedrich Merz ist noch nicht einmal Kanzler, da läuft ihm schon die Zeit davon. Medienberichten zufolge hat er vor, noch vor dem Machtwechsel eine Summe von 200 Milliarden Euro zur Stärkung der Bundeswehr durch den Bundestag zu bringen. Das soll über einen neuen Kredit funktionieren. Es ist eines der Zeichen dafür, welche Priorität die Verteidigungsindustrie mittlerweile hat – wovon Unternehmen wie Rheinmetall derzeit enorm profitieren.

Rüstung statt Zivilfertigung – Rheinmetall könnte das Werk in Neuss umbauen

Jetzt könnte Rheinmetall zwei seiner Werke, die aktuell für die Fertigung von zivilen Komponenten genutzt werden, auf die Produktion von Kriegsgerät umrüsten. „Im Rüstungsgeschäft nutzt Rheinmetall derzeit alle Möglichkeiten, um die Stückzahlen zu erhöhen, insbesondere im Munitionsbereich“, teilte der Düsseldorfer Konzern am 24. Februar mit. Das Unternehmen will an zwei deutschen Standorten, die bislang zum zivilen Unternehmensbereich gehören, in Zukunft mehrheitlich Produkte oder Komponenten für die Sparte „Weapon and Ammunition“ fertigen.

Statt Autoteile jetzt Waffen: In NRW sollen Rheinmetall-Arbeiter neue Jobs bekommen

Laut der Nachrichtenagentur Reuters geht es dabei um die Standorte in Berlin und Neuss. Allerdings: „Endgültige Entscheidungen über die Ausgestaltung sind jedoch noch nicht gefallen“, hatte das Unternehmen mitgeteilt.

Außerdem soll das Management von Rheinmetall planen, die beiden betroffenen Werke in die Sparte Weapon und Ammunition zu überführen. Die Umformung zu „Hybrid-Standorten“ soll Auslastung und Beschäftigung in Berlin und Neuss sichern. In Neuss sollen neben Aktivitäten im zivilen Bereich auch Komponenten für den militärischen Bedarf entstehen. Das Berliner Werk wiederum soll überwiegend mechanische Komponenten für den Militärbedarf fertigen, dazu kommen Aktivitäten in der Brennstoffzellentechnologie. Den Belegschaften liege bereits ein entsprechendes Konzept vor, das sich nun in der Abstimmung befindet. Die beiden Werke würden „künftig von der industriellen Stärke, die der Rheinmetall-Konzern als bedeutender militärischer Ausrüster hat“, profitieren.

Rheinmetall und der Ukraine-Krieg – „Märkte trauen uns ein erhebliches Wachstumspotenzial zu“

Der Westen rüstet auf, wovon Konzerne wie Rheinmetall klar profitieren. „Wir erleben ein Wachstum, wie wir es im Konzern noch nie hatten“, hatte Rheinmetall-Chef Armin Papperger gesagt. Gleichzeitig treibt US-Präsident Donald Trump den Run auf europäische Player an – aus den USA kamen über die letzten Wochen mehrere Signale, dass sie sich aus ihren Verpflichtungen in Europa zurückziehen könnte. Ein Beispiel dafür war Trumps Aussage zum aktuell heiß diskutierten Ukraine-Rohstoff-Deal, dass Europa sich um die Sicherheit des angegriffenen Landes kümmern müsse – immerhin sei die EU der Nachbar der Ukraine.

Der Druck auf die europäischen Nato-Länder, mehr in Rüstung zu investieren, könnte auch bei einem Waffenstillstand in der Ukraine kurz- bis mittelfristig für volle Auftragsbücher sorgen. Das hatte sich auch an der Börsenentwicklung niedergeschlagen. Laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) hatte sich der Wert von Rheinmetalls Aktien seit 2022 mehr als verzehnfacht.

„Die Finanzmärkte messen Rheinmetall eine erhebliche Bedeutung für die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands und Europas bei“, sagte Papperger der dpa mit Blick auf die Kursentwicklung seiner Firma. „Die Kursexplosion ist somit zum einen Ausdruck der dramatisch veränderten Sicherheitslage in Europa.“ Gleichzeitig honoriere die Börse, dass Rheinmetall gut vorbereitet gewesen sei, um heute eine so entscheidende Rolle zu spielen. „Die Märkte trauen uns auch für die kommenden Jahre ein erhebliches Wachstumspotenzial zu.“

Rheinmetall liefert Militär-Logistik – und erweitert Portfolio

Das Engagement von Rheinmetall im Ukraine-Krieg hatte kürzlich eine neue Dimension angenommen. Ende Februar hatte Rheinmetall außerdem einen Großauftrag von der Bundeswehr erhalten, der die logistische Unterstützung bei der Verlegung von militärischen Kräften innerhalb Deutschlands und aus Deutschland heraus beinhaltete. Wie der Konzern selbst mitteilte, hatte die dazu geschlossene Rahmenvereinbarung einen Wert von bis zu 260 Millionen Euro brutto. Zunächst gilt die mit dem Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr getroffene Vereinbarung drei Jahre lang, mit einer Option auf zweimalige Verlängerung. Maximal läuft sie also bis 2029.

Der Vertrag sieht ausdrücklich vor, dass die genannten Leistungen auch im Verteidigungs- und Bündnisfall durch Rheinmetall zu erbringen sind. „Aufgrund seiner zentralen Lage in Europa ist Deutschland sowohl Transitnation als auch logistische Drehscheibe in Bezug die kollektive Verteidigung“, erklärte Rheinmetall per Unternehmensmeldung. Innerhalb der Nato und der EU fällt der Bundesrepublik eine zentrale Rolle dabei zu, wenn es darum geht, militärische Kräfte zu verlegen. (laernie mit reuters und dpa)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Ardan Fuessmann

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