Rentenerhöhung 2025
Rentenerhöhung übertrifft Erwartungen: Warum Rentner dieses Jahr mehr Geld bekommen
Die Rentenerhöhung kommt: 22 Millionen Rentner und Rentnerinnen im Land profitieren. Sie fällt in diesem Jahr sogar großzügiger aus als vermutet.
Berlin – In der vergangenen Woche hat der Bundesrat die Rentenanpassung für 2025 abschließend genehmigt. Damit kann die Deutsche Rentenversicherung an die rund 22 Millionen Betroffenen nun Briefe versenden, in denen die Details zur Rentenerhöhung für sie persönlich gelistet werden. Dieses Jahr ist die Rentenerhöhung sogar noch höher ausgefallen, als erwartet: Das liegt an der Sicherung des Rentenniveaus.
Rente steigt um 3,74 Prozent: Die Rentenanpassung schlägt erst im August voll durch
Konkret soll die Rente zum 1. Juli um 3,74 Prozent steigen. Ein Entgeltpunkt ist ab diesem Zeitpunkt 40,79 Euro, statt bisher 39,32 Euro wert. Bei einer Standardrente, eine statistische Größe bei durchschnittlichem Verdienst und 45 Beitragsjahren, ergibt sich dadurch ein Anstieg um 66,15 Euro pro Monat.
Bei einer Rente von 1000 Euro gibt es durch die Erhöhung 37,40 Euro mehr. Bei 1500 Euro, was etwa dem Durchschnitt entspricht, beträgt das Plus 56,10 Euro. Diese Beträge werden jedoch erst ab August vollständig ausgezahlt. Denn im Juli wird nicht nur die neue, höhere Rente überwiesen. Auch der um 0,2 Prozentpunkte höhere Pflegebeitrag wird rückwirkend für die ersten sechs Monate eingezogen.
Dadurch bekommen Rentnerinnen und Rentner im Juli nur 2,34 Prozent mehr Geld als üblich. Im August greift dann die volle Erhöhung von 3,74 Prozent.
Rentenerhöhung fällt höher aus, als die Lohnentwicklung
Die Rentenerhöhung richtet sich an die Lohnentwicklung im Vorjahr. Die Bruttolöhne aller Beschäftigten sind 2024 laut Statistischem Bundesamt um 5,4 Prozent gestiegen. In dieser Betrachtung sind aber auch die Löhne und Gehälter von Personen enthalten, die keine Beiträge in die Rentenkasse zahlen, zum Beispiel Beamte und viele Selbstständige. Daher werden noch die Entgelte der Versicherten in der gesetzlichen Rentenversicherung hinzugezogen. Laut Bundesregierung kommt man so auf 3,69 Prozent.
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Die Renten steigen aber um 3,74 Prozent. Das liegt daran, dass bei einer Erhöhung von 3,69 Prozent das Rentenniveau von 48 Prozent unterschritten werden würde. Das Rentenniveau ist eine statistische Größe, die besagt: Ein Durchschnittsrentner, der 45 Jahren lang genau das Durchschnittsentgelt verdient hat und in die Rentenkasse eingezahlt hat, bekäme im Ruhestand 48 Prozent seines Netto-Verdienstes als Rente.
Da die Zahl der Rentner und Rentnerinnen immer weiter steigt und die Zahl der neuen Versicherten nicht im gleichen Schritt mithalten kann, sinken die Einnahmen der Rentenversicherung und damit auch das Rentenniveau. Um dagegen zu wirken hat die Bundesregierung ein Gesetz erlassen, das dies verbietet und eine Mindestsicherung von 48 Prozent verspricht. Aus diesem Grund muss die Rentenerhöhung dieses Jahr höher ausfallen, als sie rein rechnerisch unter Berücksichtigung der Lohnentwicklung dürfte.
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Merz-Regierung macht Versprechen an Rentner: Bis 2031 bekommen sie immer mehr Rente
Die Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz (CDU) hat versprochen, das Rentenniveau bis 2031 weiter bei 48 Prozent zu sichern. Das bedeutet, die Rentenerhöhungen der kommenden Jahre werden weiter über dem Niveau der Lohnentwicklung liegen. Da dadurch die Ausgaben der Rentenversicherung höher als die Einnahmen sind, will die Bundesregierung die Differenz aus Steuermitteln bezahlen.
Auch ohne die Sicherung des Rentenniveaus auf 48 Prozent zeichnet sich diese Entwicklung demografisch bedingt ab. Aus diesem Grund plant die Rentenversicherung eine Anhebung des Beitragssatzes. Die aktuelle Modellrechnung sieht ab 2027 eine Erhöhung auf 18,9 Prozent, 2028 dann auf 19,9 Prozent und 2029 auf 20,1 Prozent. Die Renten werden in diesem Zeitraum jährlich um zwischen zwei und vier Prozent angehoben. Die Löhne sollen pro Jahr um drei Prozent steigen.
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