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„Grundlegende Weichenstellung“ fehlt
Rente und Krankenkassen: Beitrags-Knall droht Arbeitnehmern
Die kommende Merz-Regierung hat insbesondere bei der Rente große Pläne. Doch zusammen mit den Krankenkassenbeiträgen könnte den Arbeitnehmern eine enorme Abgabenlast.
Berlin – Union und SPD haben sich auf eine Zusammenarbeit geeinigt. Im Koalitionsvertrag finden sich dabei gleich mehrere sozialpolitische Vorhaben – besonders bei der Rente. Für Erwerbstätige könnten die Pläne für weitere Belastungen sorgen, warnt das Institut der deutschen Wirtschaft (IW). „Die neue Koalition steuert in ernsthafte Finanzierungsschwierigkeiten hinein“, sagte IW-Steuer- und Sozialexperte Jochen Pimpertz der Deutschen Presse-Agentur (DPA).
Pläne von Union und SPD bei Rente und Krankenversicherung lassen Beiträge steigen – so Experte
Friedrich Merz und die Union haben sich mit der SPD auf bedeutende Vorhaben bei der Rente geeinigt – doch die Pläne haben eine Kehrseite. Laut dem IW steigt die Abgabenlast.
Der IW-Ökonom sieht dabei vor allem Gesundheitskosten, die zur Belastung für die Krankenkassen werden, und die Rente als Treiber der Abgabenlast für Beschäftigte. Bei der Rente wollen Union und SPD nach Einschätzung Pimpertz vom bisherigen „grundsätzlichen Prinzip“ abkehren, dass die laufenden Renten schwerpunktmäßig durch die Beiträge finanziert würden.
Stabilisierung des Rentenniveaus wird zur Last – für die Steuerzahler und bei den Sozialabgaben
Grund dafür ist das Bekenntnis von Union und SPD, das Rentenniveau von 48 Prozent bis 2031 zu sichern. Die Standardrente nach einem Durchschnittsgehalt und 45 Beitragsjahren beträgt damit weiterhin 48 Prozent eines Durchschnittslohns. Die Renten können damit wie bisher im Verhältnis zur Lohnentwicklung steigen.
Um das Ziel zu erreichen, müssten wegen der Alterung der Gesellschaft immer mehr Mittel in Milliardenhöhe eingesetzt werden, sagte jedoch Pimpertz. Das solle mit Steuermitteln geschehen. „In der Haut des Finanzministers, der darüber zu entscheiden hat, möchte ich nicht stecken“, sagte der Ökonom.
Beiträge für die Krankenkasse steigen – Union und SPD haben kein konkretes Gegenmittel
Bei der Gesundheitsversorgung sei der Ausgabenschub größer als in der Vergangenheit angenommen, da der Bund die Kassen während der Corona-Pandemie verpflichtet habe, ihre Finanzreserven zur Stabilisierung der Beiträge abzuschmelzen. Nun fehlt laut IW ein Puffer, um einen fortlaufenden Anstieg des Beitragssatzes der Krankenkassen abzufedern.
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Im Koalitionsvertrag erklären Union und SPD zwar, dass sie die „Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung auch langfristig stabilisieren“ wollen. „Hierzu setzen wir auf ein Gesamtpaket aus strukturellen Anpassungen und kurzfristigen Maßnahmen“, heißt es dazu weiter. Konkrete Maßnahmen sind noch offen. Im Gegenteil haben die Parteien einen Ansatz aus den Arbeitsgruppen während der Koalitionsverhandlungen gestrichen. Diese hatten sich geeinigt, einen höheren Zuschuss von zehn Milliarden Euro für die Krankenkassen-Beiträge von Bürgergeld-Empfängern zu zahlen. Dieser war bei den Zwischenergebnissen der Koalitionsverhandlungen noch enthalten.
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IW-Ökonom befürchtet Negativspirale der Wirtschaft – wegen steigenden Sozialabgeben
IW-Forscher Pimpertz vermisst bei Union und SPD „eine grundlegende Weichenstellung“, wie mit den absehbar wachsenden Finanzproblemen umgegangen werden solle. Es mangele vor allem an mehr Wettbewerbselementen im Sozialbereich. Schon vor der Präsentation des Koalitionsvertrages hatte Impertz die steigenden Sozialbeiträge als eine Hypothek für das im Land ersehnte Wachstum bezeichnet.
Nun drohe umso mehr eine Negativspirale, „wenn aufgrund der schwächeren wirtschaftlichen Entwicklung das Wachstum der beitragspflichtigen Einkommen weiter hinter die Ausgabenentwicklung zurückfällt“. (mit dpa)